Fußball

1966 wurde er Weltmeister Englands Fußball-Idol Jack Charlton ist tot

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Jack Charlton durfte mit seinem Klub Leeds United und der englischen Nationalmannschaft Titel feiern.

(Foto: imago images/PA Images)

Nicht nur der englische Fußball trauert: Jack Charlton ist tot. Charlton, der gemeinsam mit seinem Bruder Bobby 1966 Weltmeister geworden war, starb im Alter von 85 Jahren nach langer Krankheit.

Eine von Englands großen Fußball-Legenden ist tot: Jack Charlton starb vergangene Nacht im Alter von 85 Jahren. "Wir können nicht ausdrücken, wie stolz wir auf das außergewöhnliche Leben sind, das er führte, und auf die Freude, die er so vielen Menschen in verschiedenen Ländern und aus allen Gesellschaftsschichten bereitet hat", heißt es in einer Erklärung der Familie Jack Charltons, die sie nach dem Tod des Weltmeisters von 1966 verbreitete. "Er war nicht nur ein Freund für viele, sondern auch ein sehr verehrter Ehemann, Vater, Großvater und Urgroßvater." Charlton sei friedlich zuhause in Northumberland im Beisein seiner Familie eingeschlafen, erklärten seine Angehörigen.

Charlton, der 1966 gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Bobby durch ein 4:2 im Endspiel über Deutschland Fußball-Weltmeister geworden war, hatte seine gesamte Vereinskarriere bei Leeds United verbracht. Der Klub, für den er bis1973 773 Spiele bestritten hatte, zeigte sich "zutiefst betrübt" über die Nachricht vom Tod Charltons. Der Innenverteidiger debütierte 1953 für Leeds in der alten Division Two und wurde zum Fundament der großen Mannschaft von Leeds, die vom ehemaligen Manager Don Revie aufgebaut wurde. Danach verhalf er ihnen 1969 zur Meisterschaft und 1972 zum Gewinn des FA Cup.

Als 15-Jähriger soll Charlton ein Probespiel für Leeds abgelehnt haben, um unter Tage zu arbeiten - was er bald bereute. Die Arbeit in den Minen gefiel dem jungen Mann aus Ashington gar nicht. Er bewarb sich bei der Polizei und bekam auch eine zweite Gelegenheit für ein Probespiel bei Leeds. Das sollte ausgerechnet am selben Tag wie sein Bewerbungsgespräch bei der Polizei stattfinden. Charlton entschied sich für das Fußballspiel und überzeugte die Leeds-Verantwortlichen. Erst mehr als 20 Jahre später verließ er Leeds wieder.

"Ich hatte viel Glück"

Seinen größten sportlichen Triumph hatte Charlton da schon lange hinter sich - den Gewinn der Weltmeisterschaft 1966 mit England. Beim 4:2-Finalsieg über Deutschland stand er auf dem Platz. "Ich hatte viel Glück", erinnerte sich Charlton. "Ich bin ja erst zur englischen Nationalmannschaft gekommen, als ich schon 28 war, fast 29." Einer der Stars des WM-Teams war sein jüngerer Bruder Bobby Charlton. Der Stürmer von Manchester United galt als der talentiertere, weshalb Jack bis zuletzt oft in seinem Schatten stand. Im legendären WM-Endspiel von 1966 standen beide gemeinsam auf dem Platz.

Nach dem Ende seiner Karriere als Spieler 1973 arbeitete er auch als Trainer, unter anderem für den FC Middlesbrough, Sheffield Wednesday und Newcastle United. Mit Irlands Nationalmannschaft gewann er 1988 bei der Europameisterschafts-Endrunde in Deutschland die erste Partie ausgerechnet gegen England mit 1:0. 1974 erhielt er von der Queen den Ehrentitel Order of the British Empire (OBE), seit 1996 ist der Engländer wegen seiner Verdienste um den irischen Fußball irischer Ehrenstaatsbürger.

In den letzten Jahren hatte sich der Verteidiger weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Das Verhältnis zu seinem Bruder galt nach einem Familienkonflikt als schwierig. Zusammen sah man die beiden zuletzt 2018 bei der Beerdigung ihres ehemaligen Teamkameraden Ray Wilson.

Quelle: ntv.de, ter/dpa