Fußball

Verlierer des Transfersommers? Es ist still geworden um Jérôme Boateng

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Die Bayern-Titelsammlung ist nur noch eine ferne Erinnerung für Jérôme Boateng.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Beim FC Bayern war Jérôme Boateng in den vergangenen beiden Spielzeiten ein Leistungsträger. Unter dem Trainer Hansi Flick erlebte der Innenverteidiger ein erstaunliches, weil unerwartetes Karriere-Hoch. Doch in München war kein Platz mehr. Und nun? Tja, gute Frage.

Kurz sorgte Jérôme Boateng in diesem Sommer in München für Verwirrung. Denn plötzlich war der ehemalige Abwehrspieler des FC Bayern wieder da. Er stand auf dem Trainingsplatz des FC Bayern. Und das nur Wochen nachdem sein Vertrag beim Rekordmeister ausgelaufen und nicht verlängert worden war. Der Hüne machte gemeinsame Sache mit Franck Ribéry. Das Getuschel war groß, aber auch nur kurz. Die beiden Klublegenden durften sich auf ihrer Suche nach einem neuen Verein auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße fit halten. Der Klub sparte sich die Romantik, die alten Stars zurück in den Kader zu holen. Bei Boateng wäre das auch reichlich schräg gewesen.

Schon frühzeitig in der vergangenen Saison hatten sie entschieden, dass sie mit dem Innenverteidiger nicht mehr weitermachen wollen. Trotz guter, manchmal auch herausragender Leistungen in den vergangenen anderthalb Jahren unter dem Trainer Hansi Flick. Ob der Spieler eine Zukunft gehabt hätte, wenn der Coach in München geblieben und nicht zum DFB als Bundestrainer gegangen wäre? Womöglich ja, womöglich nein. Denn in den vergangenen Monaten kamen ja immer mehr private Probleme und Anschuldigungen gegen ihn auf. Im September steht er vor Gericht.

Ist Hertha eine Option?

Und im September steht er womöglich weiter ohne Verein da. Zwar kann er auch nach dem Ende des Transferfensters am Dienstag noch wechseln, er ist ja vereinslos, aber aktuell sieht es nicht so aus, als würde sich an diesem Status schnell etwas ändern. Wobei man in diesem Geschäft ja nie weiß. Es ist erstaunlich ruhig um den 32-Jährigen geworden. Lange galt der spanische Spitzenklub FC Sevilla als Kandidat. Aber aus dem heißen Gerücht ist nie mehr geworden. Bei Transfermarkt.de wird auch immer wieder Hertha BSC gehandelt. Wobei sich auch hier keine frischen Quellen auftun, die Spekulationen anheizen. Boateng kommt aus Berlin und Hertha sucht einen Abwehrspieler. Kevin-Prince, sein Halb-Bruder, spielt dort. Irgendwann einmal träumten sie von einem gemeinsamen Karriere-Ende bei ihrem Heimatverein. Auf diesen Nenner kann man sich einigen. Auf mehr aber nicht.

Bei Instagram hatte Boateng dagegen selbst immer wieder für Spekulationen gesorgt, wenn er Fotos mit kryptischen Kommentaren versehen hatte. "Off to …" hatte er im Juli mal gepostet. Sofort fingen seine Follower mit den Diskussionen an. Zielführend waren sie nicht. Tja, und nun? Gute Frage. In einem Transfersommer der ganz großen Transfers könnte Boateng der große Verlierer werden. Sein ehemaliger Teamkollege, der Österreicher David Alaba, etwa hat einen Top-Vertrag bei Real Madrid unterschrieben. Dort ersetzt er Sergio Ramos, der nun die Abwehr von Paris St. Germain zusammenhalten soll. Und auch ein zweiter Star der Königlichen, der Franzose Raphael Varane, hat einen fulminanten Deal ausgehandelt. Er spielt jetzt mit Cristiano Ronaldo bei Manchester United.

Es ist nicht nur der Sommer der Stürmer, sondern auch der großen Abwehrspieler. Es ist ein Sommer, der für Boateng nicht schön zu Ende gehen könnte. Weder sportlich noch abseits des Rasens. Sein letzter Post ist übrigens über eine Woche alt. Er zeigt Boateng alleine beim Training.

Quelle: ntv.de, tno

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