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Mit Düsseldorf zurück in der Bundesliga: Fortuna-Coach Friedhelm Funkel.
Mit Düsseldorf zurück in der Bundesliga: Fortuna-Coach Friedhelm Funkel.(Foto: imago/Team 2)
Sonntag, 26. August 2018

"Verein müsste mehr verzichten": Funkel ledert gegen Vermarktung im Fußball

Die Vermarktung von Spielern entwickelt sich laut Bundesliga-Trainer Friedhelm Funkel in die falsche Richtung. Profis sollten sich auf ihren Job konzentrieren, statt auf Werbung und Marketing. Dabei nimmt der Coach von Fortuna Düsseldorf auch die Vereine in die Pflicht.

Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel hat sich für eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte im Profifußball stark gemacht. "Ich glaube, der Fußball muss aufpassen. Der Fußball muss zum Kern zurückkehren. Der Fußball muss auch wieder ein Stück weit die Fan-Nähe suchen", sagte der 64 Jahre alte Coach im ZDF. Er glaube, diese Nähe sei "mehr als ein Stück weit verloren gegangen. Das muss wieder anders werden." Besonders die Vermarktung des Sports und der Spieler sind dem dienstältesten Bundesliga-Trainer ein Dorn im Auge. "Man kann auf jeden Fall weniger Vermarktung mit den Mannschaften, mit den Spielern einbringen. Da muss man als Verein eben auch mal auf das Eine oder Andere verzichten", betonte er.

Stattdessen sollten sich die Profis mehr auf den Fußball konzentrieren, mehr regenerieren, "weniger Werbedinge machen, weniger marketingtechnische Dinge machen, sich selber weniger vermarkten, als das in der heutigen Zeit bei vielen der Fall ist". Man müsse zum Beispiel generell darauf achten, "dass Spieler in der Reha nicht nach Dubai fliegen, dort vierzehn Tage Urlaub machen und dann glauben, sie haben dort die richtigen Reha-Maßnahmen".

Fußball in den Mittelpunkt

Der 64-Jährige ergänzte, die Spieler dürften profitieren, sie dürften auch viel Geld verdienen: "Das gibt der Markt ja auch her. Aber der Beruf darf nicht darunter leiden. Da ist es an der Zeit, die Spieler wieder mehr in die Verantwortung zu nehmen." Man solle den Fußball wieder mehr in den Mittelpunkt stellen. Neben den Spielern selbst, seien aber auch Trainer und Vereine in der der Verantwortung die immer intensivere Vermarktung zu drosseln. Funkel erwarte, dass diese Rückbesinnung auch ein Thema in der WM-Analyse von Bundestrainer Joachim Löw sein werde.

Funkel hatte bereits Anfang August gezeigt, dass er sich ungern verbiegen lässt. Sein Verein hatte in einem Schreiben an Zeitungen eine Art Zensur-Regel aufgestellt. Einzelne Zitate von Spielern, Trainer Friedhelm Funkel und seinem Team sowie von Kluboffiziellen, die am Telefon ohne Beisein der Medienabteilung eingeholt würden, müssten vor der Veröffentlichung erst vom Verein freigegeben werden. Funkel konterte trocken, er werde "auch weiterhin seine Meinung" sagen. "Wenn jemand meint, meine Zitate doch noch jemandem vorlegen zu müssen, ist das ganz allein seine Sache", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Quelle: n-tv.de