Fußball

Druck durch Regierung? Galatasaray wirft Vereinsikonen raus

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Die Vereinsikone Hakan Sükür soll sich in die USA geflüchtet haben.

(Foto: imago/ABC Medya)

Wegen angeblicher Nähe zur Gülen-Bewegung wird die Galatasaray-Legende Hakan Sükür mit Haftbefehl gesucht: für die Mitglieder des Fußballklubs ist das zunächst kein Grund für einen Rauswurf. Doch dann greift die türkische Regierung ein.

Der türkische Fußball-Rekordmeister Galatasaray Istanbul hat seinen Vereinsikonen Hakan Sükür und Arif Erdem die Mitgliedschaft entzogen. Dies teilte der Klub ohne nähere Angabe von Gründen in einer zweizeiligen Meldung auf seiner Website mit.

Den Entschluss habe der Vorstand nach einer "gemeinsamen Sitzung gefällt". Bei Galatasaray steht auch Weltmeister Lukas Podolski unter Vertrag. Noch am Samstag war auf der Mitgliederversammlung von Galatasaray beschlossen worden, dass Hakan Sükür und Arif Erdem im Verein bleiben dürfen. Dies hatte für harsche Kritik vonseiten der türkischen Politik gesorgt. "Das Management von Galatasaray muss umgehend handeln und diesen Fehler beheben", sagte etwa Sportminister Akif Cagatay Kilic.

Sükür, mit 51 Toren in 112 Länderspielen türkischer Rekordspieler, wird seit August 2016 von der türkischen Regierung per Haftbefehl gesucht. Die Staatsanwaltschaft wirft Sükür, der schon seit 2015 mit seiner Familie in den USA leben soll, die "Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrorgruppe" unter Fethullah Gülen vor.

Der in den USA lebende Prediger soll nach unbewiesenen Darstellungen der türkischen Regierung Drahtzieher des gescheiterten Putschversuches im vergangenen Jahr gewesen sein. Bereits im Februar 2016 war Sükür wegen vermeintlicher Beleidigungen über Twitter gegen den türkischen Staatspräsidenten Recep Erdogan angeklagt worden.

Quelle: ntv.de, jgu/sid