Fußball

Gegen Bosnien-HerzegowinaDrama im Elfer-Krimi: Italien verpasst drittes WM-Ticket in Serie

31.03.2026, 23:36 Uhr
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Italiens Francesco Pio Esposito trauert. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

2018, 2022 und 2026: Italien verpasst die dritte Fußball-WM in Folge. Der viermalige Weltmeister verliert nach langer Unterzahl sein Playoff-Finale gegen Bosnien-Herzegowina. Die Entscheidung fällt erst im Elfmeterschießen.

Wieder nichts, das Trauma setzt sich fort: Italien hat zum dritten Mal nacheinander die Teilnahme an einem WM-Turnier verpasst. Der viermalige Weltmeister unterlag Bosnien-Herzegowina um den Schalker Edin Dzeko 1:4 im Elfmeterschießen und scheiterte damit dramatisch an der letzten Hürde vor der Qualifikation für das Endturnier in den USA, Mexiko und Kanada. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 1:0) gestanden.

Francesco Pio Esposito und Bryan Cristante vergaben für die Italiener von Nationaltrainer Gennaro Gattuso bei der Entscheidung vom Punkt. Ein Grund für Italiens Niederlage war zudem der Platzverweis für Alessandro Bastoni (41.). Ihre WM-Tickets lösten am Abend auch Schweden, die Türkei sowie Tschechien.

Dzeko und Bosnien-Herzegowina fliegen zum zweiten Mal nach 2014 zu einer WM-Endrunde, damals in Brasilien waren auch die Italiener zum letzten Mal dabeigewesen. Statt der Squadra Azzurra trifft nun die Mannschaft von Trainer Sergej Barbarez in der Vorrundengruppe B auf Co-Gastgeber Kanada, auf die Schweiz und auf Katar. Bei ihrer Premiere vor zwölf Jahren waren die "Drachen" als Vorrunden-Dritte hinter Argentinien und Nigeria gescheitert.

Erst Führung, dann lange zu zehnt

Im Bilino Polje Stadion von Zenica gingen die Italiener nach einer Viertelstunde zunächst durch Moise Kean (15.) in Führung. Der Angreifer der AC Florenz hatte beim mühevollen Halbfinalsieg gegen Nordirland (2:0) für den Endstand gesorgt und profitierte von einem Fehler von Torhüter Nikola Vasilj vom FC St. Pauli. Haris Tabakovic (79.) von Borussia Mönchengladbach gelang für die spätestens nach dem Platzverweis für Bastoni deutlich überlegenen Gastgeber der Ausgleich.

Vor zwölf Jahren in Brasilien war Italien als Dritter hinter Costa Rica und Uruguay und trotz eines Sieges gegen England in der Vorrunde gescheitert. Ein Comeback auf der weltgrößten Bühne zerschlug sich danach zweimal bereits in der Qualifikation: 2018 ging die Relegation gegen Schweden verloren, 2022 das Playoff-Spiel gegen Nordmazedonien. Der Gewinn des EM-Titels 2021 blieb der einzige Lichtblick in dieser dunklen Phase - und bleibt es vorerst.

Nach dem Gegentreffer hatten die Gastgeber die besseren Chancen, unter anderem durch den Schalker Nikola Katic und den Stuttgarter Ermedin Demirovic. Der Druck wurde noch größer, nachdem Bastoni als "letzter Mann" Amar Memic vom tschechischen Erstligisten Viktoria Pilsen kurz vor dem Strafraum zu Fall gebracht hatte. Italien igelte sich danach am eigenen Strafraum ein und hoffte auf Konter - bei einem Sprint von Kean über das halbe Feld beinahe mit Erfolg (60.).

Jubel in Tschechien

Tschechien hat sich nach einem weiteren Krimi erstmals seit 20 Jahren für eine WM qualifiziert. Das Team von Trainer Miroslav Koubek gewann das umkämpfte Playoff-Finale gegen Dänemark mit 3:1 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es in Prag 2:2 (1:1, 0:1) gestanden. Michal Sadilek verwandelte den letzten Elfmeter, zuvor waren die Dänen Rasmus Höjlund, Anders Dreyer und Mathias Jensen gescheitert.

In der regulären Spielzeit hatten Pavel Sulc (3.) und Ladislav Krejci (100.) die Gastgeber vor 19.000 Zuschauern zweimal in Führung gebracht, Dänemark kam durch Joachim Andersen (72.) und Kasper Högh (111.) jeweils zum Ausgleich. Am Ende hatten die Gastgeber, bei denen das Bundesliga-Trio Patrik Schick (Bayer Leverkusen), Vladimir Coufal und Robin Hranac (beide TSG Hoffenheim) in der Startelf stand, das bessere Ende für sich.

Fünf Tage zuvor hatten die Tschechen im Halbfinale gegen Irland nach einem 0:2-Rückstand ebenfalls erst im Elfmeterschießen gewonnen. Nun fährt das Team zur WM und trifft dort in Gruppe A auf Südkorea, Südafrika und Gastgeber Mexiko.

Quelle: ntv.de, ses/sid

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