Fußball

Gutachten zu EU-Recht bestätigt Gehaltsobergrenze für Fußballprofis machbar

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Leroy Sané soll beim FC Bayern 22 Millionen Euro Jahresgehalt kassieren - viele seiner Kollegen verdienen ebenfalls enorme Summen. Das Salary Cap würde die Gehälter deutlich drosseln.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Deckelung der Spielergehälter im Fußball könnte dem Wettbieten und horrenden Summen auf dem Transfermarkt Einhalt gebieten, sagen die Befürworter. Ein Gutachten entkräftet nun das stärkste Argument der Gegner. Um die Gehaltsgrenze wirklich einzuführen, muss aber eine Voraussetzung erfüllt sein.

Eine Gehaltsobergrenze im europäischen Fußball verstößt offenbar nicht gegen EU-Recht. Zu diesem Urteil kommen zumindest zwei Rechtsgutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages, die der SPD-Politiker Thomas Oppermann in Auftrag gegeben hat. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Bei einer Sitzung der in der Deutschen Fußball Liga (DFL) zusammengeschlossenen Erst- und Zweitligisten am kommenden Dienstag werden die beiden Gutachten vorgestellt. Wie die SZ berichtet, wird eine Deckelung der Spielergehälter (Salary Cap) darin als machbar bezeichnet, sofern sie von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) eingeführt wird.

Oppermann, der Vizepräsident des Bundestages ist und seit 2019 auch dem Ethikkomitee des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vorsitzt, will eine solche Obergrenze nun vorantreiben. "Das ganze Geschäftsmodell des Fußballs stand durch die Coronakrise mit einem Schlag auf der Kippe", begründet Oppermann seinen Vorstoß. Im Herbst wolle er bei der Klausurtagung in Brüssel die Chancen ausloten, "eine entsprechende Regelung europarechtlich abzusichern."

Unterhaltungswert würde steigen

Bisher hatte die Branche eine Gehaltsobergrenze mit dem Argument zurückgewiesen, sie sei nicht mit EU-Recht vereinbar. Die beiden Gutachten befinden jedoch, dass ein Salary Cap nicht durch den Gesetzgeber, sondern auf Uefa-Ebene eingeführt werden könne, um im EU-Rechtekanon bestehen zu können. Eine Gehaltsobergrenze, heißt es, könne die Ballung der Elitespieler bei den superreichen Klubs auflösen und sportliche Chancengleichheit fördern.

Es sei im Sinne der Zahlkundschaft, "dass auch die Ungewissheit des Ausgangs eines Spieles gesteigert wird." Im Profifußball sei der Spannungsverlust längst ein Problem, explizit benennen die Gutachter die Eintönigkeit der Bundesliga durch die Dominanz von Bayern München. Ein Salary Cap würde "den Unterhaltungswert steigern". Auch habe sich der Überbietungsstreit am Spielermarkt "durch englische, spanische und deutsche Vereine" so weit verselbstständigt, "dass es keinem europäischen Verein mehr möglich ist, aus diesem auszusteigen, ohne dabei seine sportliche und wirtschaftliche Existenz zu gefährden." Hier könne ein Salary Cap per Uefa-Dekret eine Lösung sein.

Quelle: ntv.de, mba/sid