Fußball

"Uns kriegt keiner mehr" "Geiler" BVB feiert sich selbst

Der Jubel beim BVB nach dem Last-Minute-Ausgleich in Hamburg klingt schon meisterlich. "Wir sind die geilste Mannschaft der Bundesliga", jubelt Kevin Großkreutz, und wer sollte es ihm übel nehmen? Erneut zeigte Schwarz-Gelb ein Offensivfeuerwerk, der Titel scheint sicher.

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Die Spielern jubeln ausgelassen ...

(Foto: dpa)

Jürgen Klopp sprintete wie von der Tarantel gestochen die Seitenlinie entlang, brüllte seine Freude heraus und knutschte alle Dortmunder in seiner Nähe. "Jeder hat gesehen, dass diese Mannschaft diesen Fußball so lebt. Es ist nicht entscheidend, wie viele Punkte Vorsprung wir haben, wir wollen diese Art die Saison so durchziehen", jubelte der BVB-Coach nach einem Offensivfeuerwerk des Bundesliga-Tabellenführers, der sich durch das Last-Minute-Tor von Jakub Blaszczykowski zum 1:1 (0:1) in Hamburg selbst belohnte.

"Wir sind die geilste Mannschaft der Bundesliga, wir halten zusammen", schwärmte Kevin Großkreutz. Und Nuri Sahin unterstrich selbstbewusst: "Es soll nicht arrogant klingen, aber uns kriegt in dieser Saison keiner mehr." Die Erkenntnis, auch in schwierigen Situationen noch Auswege zu finden, stärkt die jüngste Erstliga- Mannschaft. "Man hat gesehen, wie schwer es für die Gegner ist, unser Tempo über 90 Minuten mitzugehen", meinte Mats Hummels.

Zufrieden trotz Punktverlust

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... und der Trainer ist stolz wie Bolle.

(Foto: dpa)

Klopp war deshalb auch keineswegs unzufrieden mit der mangelnden Chancenauswertung und empfand das Ergebnis als zweitrangig. "Rund um und im Strafraum haben wir zu 99 Prozent alles richtig gemacht, aber Frank Rost oder die Latte standen im Weg", analysierte der 43- Jährige.

Tatsächlich traf Lucas Barrios (75.) zum 20. Mal in dieser Spielzeit für die Westfalen das Gestänge - das Tor schien bis zur Nachspielzeit wie vernagelt zu sein. Dann führte eine Koproduktion der Joker Patrick Owomoyela und Blaszczykowski zum Punktgewinn. Der kopfballstarke Owomoyela, der sechs Monate wegen Achillessehnenproblemen pausiert hatte, leitete per Kopf weiter auf "Kuba" (90.+2), der unhaltbar für Rost einschoss.

Klopp wollte auch nichts von verschenkten Punkten mit Blick auf den Zweiten Bayer Leverkusen wissen: "Wer einen Krümel finden will, wird ihn finden, aber wir fahren wirklich zufrieden nach Hause." Er lobte den Zusammenhalt und die Fähigkeit, nach Rückständen wieder aufzustehen. Wie gegen Hannover 96, als man 0:1 zurücklag und noch 4:1 siegte, kreierte die BVB-Elf vor allem durch Mario Götze reihenweise Torchancen.

So auch nach dem Führungstor durch Ruud van Nistelrooy (39.) und erst recht nach der Gelb-Roten Karte für Änis Ben-Hatira (78.). "Die zweite Halbzeit hat die Moral und die Qualität der Mannschaft gezeigt. Der eine Punkt kann am Ende ganz wichtig sein", prophezeite Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc.

BVB signalisiert Nervenstärke

Klopp ist sicher, dass Leverkusen weiter punkten wird: "Sie spielen eine überragende Rückrunde und werden die Bayern definitiv schlagen." Doch weder kleiner werdende Abstände noch Prognosen über Nervenflattern interessieren die Dortmunder. "Die Medien hätten das wahrscheinlich gern, aber ich sehe keine Spur von Nervosität. Wir ziehen unser Spiel voll durch", erklärte Neven Subotic gelassen.

Einen deutlichen Aufwärtstrend zeigte der HSV in dem temporeichen, ansehnlichen Schlagabtausch. So war Trainer Michael Oenning zwar enttäuscht, aber nicht unzufrieden: "Wir hätten sogar einen großen Schritt Richtung Europa machen können, aber die Gelb-Rote Karte war die Schlüsselszene." Vor seiner dritten Partie als Chef hatte er eine Viel-Erfolg-SMS vom designierten Sportvorstand Frank Arnesen aus London bekommen, aber noch keinen Arbeitsvertrag.

Die Profis wollen ihn über die Saison hinaus behalten und auch der Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow scheint ein Fan des Offensiv- Fußballs von Oenning zu sein: "Seine Chancen steigen stetig." sogar Klopp plädierte ungefragt für seinen Kollegen: "Ich wünsche dem HSV eine ruhige Hand. Man sieht bei uns, was dabei herauskommt, wenn sich eine Mannschaft entwickeln kann."

Quelle: ntv.de, Britta Körber, dpa