Fußball

"Splitter flogen in den Bus" Ginter sagt unter Tränen zum Anschlag aus

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Deshalb habe ich nicht das aufgeben wollen, was mir Spaß macht": Matthias Ginter.

(Foto: dpa)

Die Erinnerungen lassen Matthias Ginter nicht los. Als Zeuge im Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter Sergej W. muss der Fußballnationalspieler sich an den Anschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund erinnern. "Alle lagen auf dem Boden", sagt er.

Mit Tränen in den Augen hat sich der deutsche Fußballnationalspieler Matthias Ginter an den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund erinnert. Bei der Abfahrt des Busses am Teamhotel habe es plötzlich einen lauten Knall gegeben. Niemand habe gewusst, was wirklich passiert sei, sagte der 24-Jährige als Zeuge im Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter Sergej W. vor dem Landgericht Dortmund.

Der Verteidiger spielt inzwischen für Borussia Mönchengladbach. Sein Wechsel habe mit dem Anschlag vom 11. April 2017 nichts zu tun. Er räumte jedoch ein, nach der Attacke mit dem Gedanken gespielt zu haben, seine Karriere zu beenden. "Wir sind immer einem großen Risiko ausgesetzt. Darüber habe ich mir auch Gedanken gemacht, ob es das noch Wert ist, sich immer wieder in dieses Risiko zu begeben."

"Keine Hundertprozentige Sicherheit"

Die Erinnerungen lassen Ginter nicht los. "Alle lagen auf dem Boden. Splitter flogen in den Bus. Drinnen war Nebel." Sein Kollege Marc Bartra habe geschrien. "Wir wussten nicht, was noch kommt." Der ehemalige BVB-Innenverteidiger Marc Bartra hatte einen Armbruch und Fremdkörpereinsprengungen erlitten, ein begleitender Polizist ein Knalltrauma. "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Deshalb habe ich nicht das aufgeben wollen, was mir Spaß macht", sagte Ginter.

Der Angeklagte Sergej W. hat inzwischen gestanden, vor der Abfahrt des BVB zum Spiel gegen Monaco am Teamhotel der Dortmunder drei Sprengsätze gezündet zu haben. Er bestreitet allerdings eine Tötungsabsicht. Das Motiv soll Habgier gewesen sein, mutmaßlich wollte Sergej W. mit kreditfinanzierten Put-Optionen nach seiner Tat am sinkenden Kurs der BVB-Aktie verdienen. Die Staatsanwaltschaft wirft W. versuchten Mord in 28 Fällen, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und schwere Körperverletzung in zwei Fällen vor.

Quelle: ntv.de, sgi/dpa/sid