Fußball

DFB-Rückkehr im Hinterkopf Götze erklärt seine Ambitionen in Eindhoven

Raus aus der deutschen Öffentlichkeit, zurück zum Spaß: So beschreibt Mario Götze seinen Wechsel zur PSV Eindhoven. In den Niederlanden erwarten ihn zahlreiche Deutsche. Mit Trainer Roger Schmidt will er "wieder auf ein Toplevel kommen".

Mario Götze musste herzhaft lachen. Ob seine hübsche Frau Ann-Kathrin denn auch ins Stadion kommen würde, fragte ein niederländischer Journalist frech. "Ob sie zu jedem Spiel kommen wird, weiß ich nicht. Sie wird aber sicher einmal kommen. Und mein Sohn wird auch kommen", antwortete der 28-Jährige gut gelaunt. Überhaupt wirkte der WM-Held von 2014 nach schwierigen Jahren in der Bundesliga bei Bayern München und Borussia Dortmund bei seiner Vorstellung bei der PSV Eindhoven gelöst.

Er habe sich nach reiflicher Überlegung für die Eredivisie entschieden, "um wieder Spaß zu haben", sagte er. Einfach nur raus aus dem Fokus, der in Deutschland ständig auf ihn gerichtet war. "Das spielt auch eine Rolle und ist ein positiver Nebeneffekt", betonte Götze entspannt im neuen grauen Team-Jogginganzug.

Am Mittag hatte er sein erstes Training beim 24-maligen niederländischen Meister bestritten, danach machte Götze noch einmal seine Beweggründe für den doch überraschenden Wechsel deutlich. Er wolle in den Niederlanden "wieder Fuß fassen, wieder auf ein Toplevel kommen, wieder Fußball spielen. Ich bin überzeugt, den richtigen Schritt gemacht zu haben", unterstrich er, nachdem er an der Seite von Sportdirektor John de Jong das rot-weiß-gestreifte Trikot mit der Nummer 27 stolz präsentiert hatte.

Erstmal fit werden, dann geht es weiter

Ausschlaggebend für seine Entscheidung sei auch PSV-Coach Roger Schmidt gewesen, mit dem er schon einige Wochen in Kontakt stand. Er sei "der richtige Trainer mit der richtigen Philosophie", sagte Götze. Auch seine fünf deutschen Mitspieler Philipp Max, Lars Unnerstall, Timo Baumgartl, Adrian Fein und Vincent Müller seien für ihn "ein wichtiger Grund" gewesen, ergänzte der Weltmeister von 2014. Das erleichtere ihm die Eingewöhnung.

Zumal die Erwartungen an Götze vor seinem möglichen Debüt am 18. Oktober bei der PEC Zwolle immens sind. Doch erst einmal bremste der hoch veranlagte Offensivspieler. Er habe zwar eine "gute Basis, aber ich brauche noch ein, zwei, drei Wochen Mannschaftstraining, um mich zu akklimatisieren".

Deshalb wollte er auch nicht groß über das DFB-Team reden, für das der 63-malige Nationalspieler letztmals im November 2017 aufgelaufen war. Natürlich habe er "Ambitionen" und das Thema "im Kopf, aber ich will erst einmal fit werden und spielen". Mit der Unterstützung von Schmidt. "Hinter jedem Spieler steckt auch ein Mensch. In bestimmten Situationen gibt dann eben auch mal die emotionale Komponente den Ausschlag", sagte der frühere Leverkusener Coach der "Bild": "Am Ende war es vielleicht auch ein bisschen Schicksal, dass ihm der Gedanke an das, was ich ihm gesagt habe, zurück in den Kopf gekommen ist und er hier wieder seine Liebe zum Fußball entwickeln kann."

Auch 1954er-Held Helmut Rahn war 1960 wie jetzt Götze sechs Jahre nach dem goldenen Finaltor in die beschauliche niederländische Liga gewechselt, Rahn zog es zum Sportclub Enschede. "War das wirklich so?", fragte Götze erstaunt: "Das wusste ich nicht. Aber das ist natürlich für mich Ansporn."

Quelle: ntv.de, Thomas Niklaus, sid