Fußball

Vorwürfe "einfach nicht wahr" Guardiola zieht mit ManCity in den Kampf

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Josep Guardiola bleibt trotz des Uefa-Urteils gegen Manchester City an Bord.

(Foto: imago images/PRiME Media Images)

Manchester City wird wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay von der Uefa hart bestraft. Nun haben sich Vertreter des englischen Fußball-Meisters erstmals nach dem Urteil geäußert. Man gibt sich kämpferisch, auch der Startrainer bleibt an Bord.

Manchester Citys Geschäftsführer Ferran Soriano hat erneut jegliche Verstöße gegen das Financial Fairplay bestritten. "Die Fans können sich zweier Dinge sicher sein. Das erste ist, dass die Vorwürfe falsch sind", sagte Sorriano in einem Video-Interview, das der englische Fußball-Meister am Mittwoch veröffentlichte. "Und das zweite ist, dass wir alles tun werden, was möglich ist, um das zu beweisen."

Das unabhängige Finanzkontrollgremium CFCB der Uefa hatte City am vergangenen Freitag für die kommenden zwei Spielzeiten für alle Europapokal-Wettbewerbe ausgeschlossen. Zudem wurde der Verein zu einer Geldstrafe in Höhe von 30 Millionen Euro verurteilt. Der Klub, der weitestgehend Besitz der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi ist, habe im Zeitraum zwischen 2012 und 2016 Sponsoreneinnahmen in der Bilanz überbewertet, erklärte das CFCB.

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ManCity-Geschäftsführer Soriano.

(Foto: imago images/LaPresse)

"Weniger um Gerechtigkeit, mehr um Politik"

Weiter habe City während den Untersuchungen nicht ausreichend kooperiert. "Wir haben in diesem Prozess kooperiert. Wir haben eine lange Liste mit Dokumenten geliefert, die unserer Meinung nach beweisen, dass die Anschuldigungen nicht wahr sind", sagte er. Stattdessen habe sich das CFCB lieber auf "gestohlene E-Mails" konzentriert. Generell habe es keinen "fairen Prozess" gegeben, es sei "weniger um Gerechtigkeit, sondern mehr um Politik" gegangen, zürnte Soriano.

Die Anschuldigungen seien "einfach nicht wahr, der Besitzer hat kein Geld in den Klub gesteckt, das nicht korrekt ausgewiesen wurde", betonte Sorriano im Interview. Zuvor hatte der Klub angekündigt, vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas zu ziehen, um das Uefa-Urteil anzufechten. "Wir streben eine zeitnahe Lösung an, die natürlich durch einen gründlichen und fairen Prozess erfolgt", sagte Sorriano.

"Ich hoffe also, dass das noch vor dem Sommer abgeschlossen ist." In der laufenden Saison ist Manchester City noch in der Champions League vertreten. Im Achtelfinal-Hinspiel muss die Mannschaft um den deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan am 26. Februar bei Real Madrid antreten.

Guardiola sichert Unterstützung zu

Unterdessen hat sich auch Teammanager Pep Guardiola erstmals zur Sperre geäußert - und seinem Verein die volle Unterstützung zugesichert. "Der erste Moment war hart, aber nach ein paar Stunden ohne wirkliche Kontrolle war klar, dass wir den Klub zu 100 Prozent unterstützen", sagte der Spanier vor dem Nachholspiel in der Premier League gegen West Ham United am Mittwoch bei Sky Sports. Nach der Partie bekräftigte er seine Worte dann noch einmal: "Warum sollte ich gehen? Ich habe gesagt, dass ich diesen Klub liebe, dass ich hier sein möchte - warum soll ich gehen? Egal, was passiert - ich werde in der nächsten Saison hier sein", sagte der ehemalige Coach des FC Bayern München. "Wenn sie mich nicht entlassen, werde ich zu 100 Prozent bleiben. Jetzt mehr als je zuvor"

Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, Guardiola wolle trotz der Sanktion beim Klub bleiben. Der 49-Jährige legte den Fokus zunächst aber auf die kommenden Wochen, dabei erwartet er keinen negativen Einfluss. "Wir versuchen einfach, unsere Spiele zu spielen. Die Spieler sind außergewöhnliche Profis", sagte er. Die Pflichtaufgabe gegen den Abstiegskandidaten West Ham lösten seine "außergewöhnlichen Profis" immerhin souverän mit einem 2:0 (1:0). Rodrigo (30. Minute) traf per Kopf, Vorlagengeber Kevin De Bruyne kam dabei zu seiner 150. Torbeteiligung in den Top-5-Ligen Europas. In der 62. Minute traf der Belgier, der in der Bundesliga für Werder Bremen und den VfL Wolfsburg gespielt hatte, selbst.

Quelle: ntv.de, ter/sid