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Deshalb kam er: Josep Guardiola und der erste Pokal, den er mit Manchester City gewonnen hat.
Deshalb kam er: Josep Guardiola und der erste Pokal, den er mit Manchester City gewonnen hat.(Foto: imago/Paul Marriott)
Montag, 26. Februar 2018

Man City gewinnt den Ligapokal: Guardiolas erster Titel soll der Anfang sein

Von Hendrik Buchheister, London

Ist das der Beginn einer Ära? Manchester City gewinnt gegen einen dramatisch überforderten FC Arsenal den Ligapokal und schenkt Trainer Josep Guardiola seinen ersten Titel in England. In dieser Saison sollen zwei weitere folgen.

Es war dunkel geworden im Nordwesten Londons am Sonntag um kurz nach 18.30 Uhr, doch im Wembley-Stadion brannte noch Licht. Auf den Rängen feierten die Fans von Manchester City, sie schwenkten blaue und weiße Fahnen und in der Ehrenloge wuchtete Kapitän Vincent Kompany die Silbertrophäe für den Sieger des englischen Ligapokals in die Luft. Eine Kanone verschoss Konfetti, das langsam zu Boden fiel, aus den Lautsprechern donnerte ein Elektro-Beat. Zu hören war das Lied "Came here for love" des englischen DJs Sigala.

Weiter, immer weiter.
Weiter, immer weiter.(Foto: Action Images via Reuters)

Für die Liebe? Nein, für die Liebe ist Josep Guardiola nicht nach England gewechselt im Sommer 2016. Er kam für Titel.

Anderthalb Jahre hat es gedauert, bis Manchester City unter seiner Leitung die erste Trophäe gewann. Der Erfolg im Ligapokal durch den 3:0-Finalsieg gegen den vor allem in der zweiten Halbzeit dramatisch überforderten FC Arsenal soll nur der Anfang sein, der Beginn einer Ära, einer Zeit voller Titel und Triumphe. In dieser Saison kann es die Mannschaft noch auf drei Auszeichnungen bringen. Die Meisterschaft ist Guardiolas Team nach menschlichem Ermessen nicht mehr zu nehmen. In der Champions League gehört Manchester City zum engen Kreis der Favoriten.

Arsenal stürzt sich selbst ins Unheil

Nach dem erstaunlichen Aus im FA-Cup gegen den Drittligisten Wigan Athletic, das einen Kratzer in der Saison des Klubs hinterlassen wird, egal, wie erfolgreich die Kampagne noch verläuft, war ein Sieg im Endspiel des weniger bedeutenden Ligapokals fast schon Pflicht. Und die Mannschaft erledigte diese Pflicht mit der gleichen Leichtigkeit, mit der sie durch die Premier League pflügt in dieser Saison. Arsenal war, wenn überhaupt, nur in der Anfangsphase ein gleichwertiger Gegner für City. Der ehemalige Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang hätte das Team früh in Führung bringen können, scheiterte aber aus kurzer Distanz.

Danach stürzte sich Arsenal selbst ins Unheil. Ein Fehler des deutschen Verteidigers Shkodran Mustafi schenkte Sergio Agüero den Führungstreffer nach knapp 20 Minuten. In der zweiten Halbzeit stellten Kompany und David Silva den Endstand her. Mit dem 0:3 war Arsenal noch gut bedient. Manchester City hätte noch mehr gekonnt, wenn es gewollt hätte, das war der Eindruck. Trainer Guardiola wirkte erleichtert, als er sich nach der Siegerehrung auf der Bühne des Pressesaals niederließ. Er sei so froh, sagte er: für die Fans, für seine Mitarbeiter, für seine Spieler, auch für Klubbesitzer Scheich Mansour.

Exklusive Einschätzung: Shkodran Mustafi versucht vergeblich, Schiedsrichter Craig Pawson davon zu überzeugen, dass Sergio Agüero ihn gefoult habe.
Exklusive Einschätzung: Shkodran Mustafi versucht vergeblich, Schiedsrichter Craig Pawson davon zu überzeugen, dass Sergio Agüero ihn gefoult habe.(Foto: imago/Action Plus)

Seine eigene Rolle wollte er nicht in den Mittelpunkt rücken. "Ich bin ein Teil des Vereins. Ich freue mich für den Verein", sagte Guardiola. Seine Doktrin ist das perfekte Spiel, dazu gehören Dominanz und Kontrolle, auch Tempo und Eleganz, und er ist diesem Ziel in dieser Saison einen guten Schritt näher gekommen. Doch er weiß, dass schöner Fußball nichts zählt, wenn die Ergebnisse ausbleiben. Er weiß, dass er an Titeln gemessen wird. In der Stunde des Sieges dankte er seinem Klub, der ihn stärkte, als die Mannschaft in der vergangenen Saison aus einem Wettbewerb nach dem anderen ausschied. "Ich werde nicht vergessen, wie der Verein zu mir stand, als es nicht so gut lief."

"Es ist schön, schon einen Titel im Sack zu haben"

Als es nicht so gut lief - das ist natürlich relativ. In seiner ersten Spielzeit in England führte Guardiola den Klub auf den dritten Platz in der Premier League und ins Halbfinale des FA-Cups, immerhin. In der Champions League kam das Aus allerdings schon im Achtelfinale gegen Monaco, auch im Ligapokal war früh Schluss. Eine solche Saison konnte sich Guardiola nicht noch einmal erlauben. Die Ansprüche sind enorm bei Manchester City.

Den Schwung des ersten Titelgewinns will die Mannschaft für weitere Errungenschaften nutzen. "Es ist schön, schon einen Titel im Sack zu haben. Jetzt müssen wir weitermachen und versuchen, die Liga zu gewinnen und in der Champions League eine gute Rolle zu spielen", sagte Spielmacher Kevin De Bruyne. Um seinen Hals hatte er goldene Kopfhörer gelegt, doch seine Worte klangen zurückhaltend. "Einen Titel zu holen hilft, noch mehr zu gewinnen, das stimmt", sagte Guardiola. Während bei Manchester City eine Ära ihren Anfang nehmen könnte, scheint sie bei Arsenal längst vorbei zu sein.

Arsène Wenger hat Arsenal um die Jahrtausendwende zu drei Meisterschaften geführt, doch mittlerweile ist der Klub nur noch Mittelmaß, trotz drei Siegen im FA-Cup in den vergangenen vier Jahren. Der Zusammenbruch im Ligapokalfinale war ein weiteres Indiz für Arsenals Stagnation. Er dürfte die Fraktion der Fans und Fachleute bestärken, die der Auffassung sind, dass Wengers Regentschaft am Ende der Saison nach dann fast 22 Jahren ein Ende haben sollte. Dass ein Neuanfang her muss.

Der Trainer zeigte sich genervt und zog sich hinter Floskeln zurück. "Nach so einer Niederlage wird alles hinterfragt, die Spieler, die Mannschaft, die einzelnen Personen", sagte er, rief allerdings dazu auf, sich nicht mit Grundsatzdebatten zu befassen. "Wir müssen immer auf das nächste Spiel schauen", sagte Wenger.

Arsenals nächstes Spiel findet übrigens schon am Donnerstag statt. In der Premier League geht es gegen: Manchester City.

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Quelle: n-tv.de