Fußball

Auf "Albtraum" folgt Endspiel H96 stellt Coach Slomka ein Ultimatum

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Trainer auf Abruf: Mirko Slomka bei Hannover 96.

(Foto: imago images/Nordphoto)

Der Trainerstuhl von Mirko Slomka bei Fußball-Zweitligist Hannover 96 wackelt gehörig, der katastrophale Saisonstart des Klubs gipfelt gegen Nürnberg in ein Heimdesaster. Mindestens eine Chance bekommt Slomka trotzdem noch, um seinen Job zu retten - mit klaren Vorgaben.

Einen Tag nach dem bitteren Heimdebakel erhielt Mirko Slomka doch noch eine Gnadenfrist. "Intensiv" hätten sich Geschäftsführer Martin Kind und Sportdirektor Jan Schlaudraff über die Krise bei Hannover 96 ausgetauscht, teilte der Klub in knappen Worten mit. Am Ende hoben die Bosse des Fußball-Zweitligisten die Daumen: Slomka bleibt trotz der jüngsten Talfahrt Trainer - vorerst.

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Schon zur Pause hatte Hannover im eigenen Stadion gegen Nürnberg kapituliert und lag mit 0:3 hinten.

(Foto: dpa)

"Beim nächsten Spiel am Sonnabend bei Dynamo Dresden wird Trainer Mirko Slomka auf der 96-Bank sitzen", gab der Klub nach der 0:4-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg bekannt, schickte aber auch eine deutliche Ansage hinterher: "In Dresden wird - unabhängig vom Ergebnis - eine erkennbare Leistungssteigerung der Mannschaft und eine deutliche Antwort auf die enttäuschende Vorstellung gegen Nürnberg erwartet."

Slomka wusste da längst, was die Stunde geschlagen hat. Kreidebleich und mit leerem Blick hatte er nach dem 90-minütigen Horrorstreifen auf dem Podium gesessen und nach Worten gesucht. "Mir fällt es schwer, darüber zu reden, was da abgelaufen ist", sagte Slomka nach der üblen Pleite: "Das ist ganz schwer zu verdauen. Das war wirklich ein absoluter Albtraum."

"Gefährliche" Situation

Mit belegter Stimme versuchte der schwer angezählte Coach zu erklären, was eigentlich kaum zu erklären war. Das Debakel gegen Nürnberg, das nun schon vierte Zweitliga-Heimspiel ohne Sieg, der Absturz auf Rang 15. "Das ist für mich eine schockierende Erfahrung", sagte Slomka vollkommen desillusioniert. Er weiß: Sein Stuhl bei den ambitionierten Niedersachsen wackelt gewaltig, trotz der Rückendeckung.
Klubchef Martin Kind war nach der sportlichen Bankrotterklärung seines Teams zunächst auf Tauchstation gegangen, war auf Anfrage zunächst nicht zu erreichen. Doch schon die ersten Ausführungen von Schlaudraff ließen tief blicken. Der Manager sprach von einer "gefährlichen" Situation: "Wir sind sehr frustriert und haben mit solch einer Leistung nicht gerechnet."

Die Partie in Dresden am Samstag (13.00 Uhr) dürfte nun zum Endspiel für Slomka werden. Der Arbeitsauftrag ist klar. "Ich hoffe, dass wir in dieser Woche so arbeiten, dass wir auch ein erkennbar anderes Gesicht zeigen", sagte Schlaudraff.

Aufstieg? Abgehakt!

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Ob das gelingen kann, muss nach dem hannoverschen Gruselstreifen von Montagabend bezweifelt werden. Zwar hatte 96 deutlich mehr Ballbesitz (77 Prozent), mehr Torschüsse (10:9) und sogar mehr gewonnene Zweikämpfe (55 Prozent) als der Gegner, doch Torgefahr strahlten die Gastgeber eigentlich nie aus. Zudem ließ sich die Hintermannschaft um Weltmeister-Keeper Ron-Robert Zieler bei den Gegentoren viel zu leicht übertölpeln. "Wir sind so weit weg vom Aufstieg, das können wir ad acta legen", sagte Zieler tief enttäuscht.

Durch die erneute Niederlage, es ist die vierte im achten Ligaspiel, steckt Hannover endgültig in einer Herbstdepression. Statt mit Rückkehrer Slomka den Weg gen direktem Bundesliga-Wiederaufstieg einzuschlagen, befürchten einige Beobachter des Klubs bereits den Absturz in Liga drei. Das Experiment steht vor dem Scheitern. Slomka, einst hoch gepriesen und vor seiner Hannover-Trennung an Weihnachten 2013 gar als kommender Bayern-Trainer gehandelt, können nur noch Siege retten.

Quelle: n-tv.de, Christoph Stukenbrock, sid

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