Fußball

Video-Folter statt Party-Tour Hansas Aufstiegsfete verschoben

Nach dem ersten vergebenen Matchball herrscht viel Frust bei Hansa Rostock. Geplant war, bei der Heimfahrt aus Saarbrücken schon den Aufstieg in die 2. Liga zu feiern, doch das 0:3 verhagelt die Partypläne. Bereits am Mittwoch kann der letzte DDR-Meister das im eigenen Stadion nachholen.

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Deprimiert: Die Kicker von Hansa Rostock müssen sich noch gedulden, bis der Aufstieg feststeht. Aber Vorfreude soll ja die schönste Freude sein.

(Foto: dpa)

Die geplante Party-Tour auf der knapp 900 Kilometer langen Heimfahrt fiel ins Wasser, stattdessen drohte Peter Vollmann den Spielern mit Video-Folter. "In zehn Stunden Busfahrt kann man sich die Partie etwa sechsmal angucken", sagte der Trainer von Hansa Rostock mit böser Miene, nachdem sein Team mit einem 0:3 (0:1) beim 1. FC Saarbrücken den ersten Matchball zum Aufstieg in die 2. Bundesliga leichtfertig vergeben hatte.

Doch bereits am Mittwoch kann der letzte DDR-Fußballmeister mit einem Sieg im Heimspiel gegen den SV Sandhausen die Zweitliga-Rückkehr perfekt machen. Dass die Mecklenburger dann vor heimischem Publikum feiern dürften, konnte nach dem Debakel in Saarbrücken kaum jemanden trösten.

Wie bei einem Freundschaftsspiel

"Das war Sommerfußball. Ich hatte das Gefühl, bei einem Freundschaftsspiel zu sein", schimpfte Abwehrspieler Robert Müller: "Manche haben wohl geglaubt, dass das hier von alleine geht." Auch Kapitän Sebastian Pelzer meinte: "Mir ist egal, wo wir aufsteigen. Mit so einer Leistung klappt das aber nicht." Dabei könnte Hansa am Mittwoch sogar eine Niederlage reichen, wenn Verfolger Kickers Offenbach gegen den VfB Stuttgart II nicht gewinnt.

Doch Vollmann warnte seine Mannschaft: "Wir stehen einen Zentimeter vor der Ziellinie, aber diesen Zentimeter zu gehen, ist immer das Schwerste. Auch das Spiel gegen Sandhausen wird alles andere als ein Selbstläufer."

Dass der Betriebsunfall Abstieg nach einem Jahr korrigiert wird, ist allerdings nur noch Formsache, die Planungen für die 2. Liga laufen. Erster Neuzugang ist Offensivspieler Tino Semmer, der 25-Jährige wechselt ablösefrei von Rot-Weiß Erfurt an die Ostseeküste. Darüber hinaus sind zwei Rückkehrer im Gespräch. Marcel Stein (FSV Frankfurt) und Tobias Rathgeb (VfB Stuttgart II) spielten für die Rostocker bereits in der Zweitklassigkeit. Auf Stürmersuche ist Hansa zudem in Skandinavien.

Fernsehen bei der Pleite live dabei

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Der Saarbrücker Markus Fuchs (l) jubelt mit seinem Kollegen Marcel Schug über seinen Treffer zum 1:0 gegen Hansa.

(Foto: dpa)

3000 mitgereiste Fans wollten bereits am Samstag den Aufstieg feiern, das Spiel in Saarbrücken wurde live im dritten Programm übertragen. Doch aus der Party wurde nichts. Markus Fuchs (29./82.) und Manuel Stiefler (87.) erzielten die Treffer für den FCS, parallel beendete Offenbach seine Schwächephase mit einem 2:0 (1: 0)-Sieg gegen Wacker Burghausen.

Für den OFC war der Sieg Gold wert, denn Verfolger SV Wehen Wiesbaden ist dem früheren DFB-Pokal-Sieger dicht auf den Fersen. Nach einem 3:0 (0:0) gegen Rot Weiss Ahlen liegt Wehen weiterhin nur einen Punkt hinter Offenbach, weitere drei Punkte zurück lauert Rot-Weiß Erfurt, das am Freitag in Sandhausen mit 2:3 verloren hatte. Auch Dynamo Dresden hat den Aufstieg noch nicht abgeschrieben - im ersten Spiel unter Trainer Ralf Loose bezwang Dynamo die TuS Koblenz mit 1:0 (1:0).

Großer Sieger im Abstiegskampf war am Samstag der VfR Aalen, der bei Bayern München II 1:0 (0:0) gewann und nun Tabellen-16. ist. Die Bayern-Reserve ist so gut wie abgestiegen.

Quelle: n-tv.de, sid