Fußball

Krise beim Hamburger SV Heftiger Machtkampf entbrannt

Die Differenzen zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer werden immer größer. Hintergrund des Streits ist offenbar eine unterschiedliche Bewertung der vergangenen Saison.

9195415.jpgAm Wochenanfang kommt es nach übereinstimmenden Medienberichten zu einer Krisensitzung mit dem Personalausschuss des Aufsichtsrats. Die beiden Führungskräfte des Fußball-Bundesligisten haben unter anderem verschiedene Meinungen über die abgelaufene Saison und die Personalpolitik. "Es gibt unterschiedliche Bewertungen der letzten Saison", bestätigte Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur den Streit zwischen den beiden Vorständen, die seit 2003 den Traditionsverein zusammen führen.

Beiersdorfer hat sich an den Aufsichtsratsvorsitzenden Horst Becker gewandt, um die Probleme zu klären. Die Räte sollen nun vermitteln. "Es gibt unterschiedliche Auffassungen sowohl in der Arbeitsweise als auch in der Abgrenzung der Kompetenzbereiche", sagte Beiersdorfer dem "Hamburger Abendblatt": "Diese waren auf der Ebene des Vorstands nicht mehr zu regeln."

Beiersdorfer: kein Rücktritt

Hoffmann hatte nach dem lange guten Saisonverlauf mit dem Erreichen der Champions League gerechnet und war über Platz fünf enttäuscht. "Unterschiedliche Standpunkte gab es auch in der Vergangenheit, wir wollen das intern klären", betonte er.

"Es stimmt. Es gab Differenzen bei der Beurteilung der letzten Saison", sagte Becker der "Bild"-Zeitung. Beiersdorfer will trotz des Ärgers mit Hoffmann nicht aufgeben: "Mein Rücktritt ist ausgeschlossen."

Hoffmann und Beiersdorfer hatten bereits häufiger Meinungsverschiedenheiten. Während der Clubchef frühzeitig eine Trennung vom damaligen Trainer Thomas Doll gefordert hatte, hielt Beiersdorfer länger am umstrittenen Coach fest. Auch bei der Suche nach einem Nachfolger von Huub Stevens waren Differenzen deutlich geworden. Hoffmann sprach sich für den damals noch bei Mainz 05 beschäftigten Jürgen Klopp aus, Beiersdorfer wollte den später zu Schalke gegangenen Fred Rutten. Nach 177 Tagen Trainersuche kam Martin Jol, der den Club nach nur einem Jahr wieder verließ.

Quelle: ntv.de, dpa