Fußball

Schalker Boateng, Sam und Höger weg Heldt und Di Matteo auf dem Prüfstand

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Aufreizend lustlos: Kevin-Prince Boateng.

(Foto: imago/Norbert Schmidt)

Nach der peinlichen Niederlage beim 1. FC Köln reagiert der FC Schalke 04 - und suspendiert erst einmal drei Spieler. Über Manager Horst Heldt und Trainer Roberto Di Matteo sprechen sie erst dann, wenn die Saison in der Fußball-Bundesliga vorüber ist.

Topverdiener Kevin-Prince Boateng, Nationalspieler Sidney Sam und Marco Höger sind die ersten Opfer, Horst Heldt und Roberto Di Matteo sind dagegen noch da: Beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04 weht nach der erschreckenden 0:2 (0:1)-Pleite beim 1. FC Köln ein schärferer Wind. Spätestens bei der Analyse nach der Saison stehen aber auch Manager Heldt und Trainer Di Matteo auf dem Prüfstand.

Nach stundenlangen Verhandlungen auf der Geschäftsstelle entschloss sich die Klubführung zunächst, Boateng und Sam freizustellen und außerdem Höger bis einschließlich Samstag vom Trainings- und Spielbetrieb freizustellen. Damit wählten die Königsblauen nicht die erwarteten Bauernopfer, sondern durchaus prominente Profis und setzten ein eindeutiges Zeichen vor den letzten beiden Saisonspielen, in denen zumindest das Minimalziel Europa-League-Teilnahme gerettet werden soll. Boateng soll sich nach Angaben des "Kölner Stadt-Anzeigers" nach seiner aufreizend lustlosen Vorstellung auf dem Weg in den Spielertunnel noch einen lautstarken Disput mit einem Fan geleistet haben.

Höwedes: "Das war peinlich"

Heldt hatte die Konsequenzen schon eine Stunde nach dem Abpfiff in Köln angekündigt. Fragen zu seiner Zukunft und der des immer stärker in die Kritik geratenen Trainers beantwortete er ausweichend. "Sowohl der Trainer als auch ich stehen in der Verantwortung", gab er zu: "Aber wir werden alles nach der Saison besprechen." Auch Di Matteo erklärte mehrfach, der spielerische und vor allem kämpferische Offenbarungseid falle in seine Verantwortung. Zunächst einmal geht es aber den Spielern an den Kragen. Bemerkenswert war die Tatsache, dass Kapitän Benedikt Höwedes schon kurz nach dem Schlusspfiff von seinen Kollegen abgerückt war. "Das war peinlich, einer Schalker Mannschaft nicht würdig. ie taktische Disziplin einiger war eines Profis nicht würdig. Wenn die Marschrichtung nicht befolgt wird und jeder sein eigenes Ding macht, kann man kein Spiel gewinnen."

Ein Umbruch, so viel steht fest, muss im Sommer bei Schalke erfolgen. Wie umfassend die Zäsur ausfallen wird, hängt auch von der Reaktion nach dem dreifachen Rauswurf ab - und vor allem auch davon, ob Schalke sich nicht im Saisonfinale noch vom lange belächelten Erzrivalen Borussia Dortmund den Europaligaplatz entreißen lässt. "Wenn wir in den letzten beiden Spielen so auftreten, werden wir die Europa League verpassen", unkte Heldt. Und auch Höwedes analysierte frustriert: "Wenn man solche Auftritt sieht, kann man sich nicht sicher sein, dass wir die Europa League erreichen. Da spielen auch noch andere mit, die deutlich mehr Siegeswillen zeigen als wir."

Auch für die Altstars Klaus Fischer und Olaf Thon stehen erst einmal die Spieler in der Pflicht. "Bei Schalke fehlte alles, das ist im Moment keine Mannschaft", sagte der 1990er-Weltmeister Thon, gebürtiger Gelsenkirchener und von 1980 bis 1988 sowie 1994 bis 2002 Schalker Spieler. Und Fischer, der von 1970 bis 1981 für die Königsblauen auf Torejagd gegangen war, monierte: "Das ist ja erschreckend, was sich einige Herren da vorstellen. Die verdienen unheimlich viel Geld, da muss man sich ohne Ende den Arsch aufreißen. Und die liefern jede Woche solche Spiele ab - da werde ich wahnsinnig." Die Maßnahmen gegen das Spieler-Trio sind nun die erste Konsequenz - und für Heldt und Di Matteo wohl gleichzeitig die letzte Chance.

Quelle: ntv.de, Holger Schmidt, sid

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