Fußball

Schalker beschimpfen Schiedsrichter Heldt wütet gegen "Pappnasen"

Der FC Schalke 04 verliert in der Fußball-Europaliga bei Twente Enschede - und Manager Horst Heldt rastet aus. Grund ist, dass der Schiedsrichter sich irrt und einen Elfmeter gibt, der keiner ist. Aber vielleicht sollten die Gelsenkirchener einfach nur mal öfter aufs Tor des Gegners schießen.

Schalkes Manager Horst Heldt war außer sich. "Das ärgert mich, das ist eine bodenlose Enttäuschung. Das ist so eine gravierende Fehlentscheidung. Ich verstehe das Ganze auch nicht mehr, was diese Pappnasen da entscheiden. Und dann sagen sie, tut uns leid, Tatsachenentscheidung. Da krieg! ich das Kotzen, da krieg' ich die Krätze." Was hat diesen sonst so freundlichen Mann nur so in Rage gebracht?

Horst Heldt redet sich in Rage

"Hauptsache, die sitzen da oben in ihren dicken Sesseln und wollen den Fußball revolutionieren - mit einem fünften oder sechsten Schiri!"

"Die Idee der Uefa war: noch zwei Schiedsrichter mehr, um die Situation besser in den Griff zu kriegen. Aber einen Scheißdreck kriegen die in den Griff, gar nichts!"

"Dann sollen sie ihren Wettbewerb halt alleine spielen!"

"Dieser Typ an der Linie, was macht der da? Der soll zu Hause bleiben, die sollen zu Hause bleiben mit dem Scheiß! Der hat doch gar keine Funktion!"

"Joel wird jetzt für mindestens ein Spiel gesperrt. Was kann ich mir denn dann von dem Tatsachenentscheidungsgeschiss kaufen? Gar nichts! Man fühlt sich betrogen und verarscht um seine Leistung."

Nun, der FC Schalke 04 hatte an diesem Donnerstagabend in den Niederlanden sein Hinspiel im Achtelfinale der Fußball-Europaliga beim FC Twente Enschede mit 0:1 verloren. Und ja, der schottische Schiedsrichter Craig Thomson sowie seine Assistenten Alasdair Ross und Graham Chambers haben sich geirrt, als sie nach einer Stunde auf Elfmeter für die Gastgeber entschieden. Enschedes Angreifer Luuk de Jong war im Laufduell mit Joel Matip hingefallen. Erst in der Fernsehwiederholung war zu sehen, dass der Schalker seinen Gegenspieler wohl mit dem Knie leicht an der Hacke berührt hatte, so dass der das Gleichgewicht verlor und stürzte - allerdings klar außerhalb des Strafraums.

Thomson aber zeigte auf den Punkt und Matip die Rote Karte, dem nun eine Sperre von mindestens einem Spiel droht. De Jong verwandelte den Strafstoß, Enschede gewann die Partie. Selbst Twentes Trainerassistent, der ehemalige Schalker Spieler Youri Mulder, räumte ein: "Es war eine Fehlentscheidung." Oder wie Horst Heldt es formulierte: "Das ist eine Katastrophe. Das macht keinen Spaß, wenn man solche Amateure auf dem Platz hat."

Ein einziges Mal schossen die Schalker aufs Tor

Apropos Amateure. Was Horst Heldt nicht einsehen wollte: Die Schalker haben das Spiel nicht nur wegen dieses einen Elfmeters verloren. Auch wenn zu seiner Verteidigung gesagt sei, dass er direkt nach dem Spiel davon ausging, de Jong sei einzig und allein über seine eigenen Beine gestolpert. Aber keine Mannschaft der Welt verliert nur aus einem einzigen Grund, auch der FC Schalke 04 nicht.

Die Spieler aus Gelsenkirchen zum Beispiel haben vor 30.000 Zuschauern im Stadion De Grolsch Veste zu Enschede im ganzen Spiel einmal auf das Tor des Gegners geschossen. Fünfmal schossen sie daneben. Ohne den verletzten Torjäger Jan-Klaas Huntelaar lief im Angriff wenig zusammen, Raúl, Chinedu Obasi und Ciprian Marica stellten die Abwehr der Niederländer selten vor Probleme. Vielleicht wäre es ein, zugegeben revolutionärer Ansatz, daran zu arbeiten und demnächst besser oder zumindest zielstrebiger Fußball zu spielen. Und letztlich war es Torhüter Timo Hildebrand, der sein Team mit seinen Paraden vor einer höheren Niederlage bewahrte.

Es bedarf gar nicht der ganz großen Moralkeule, um die Schimpftiraden des Managers zu kritisieren. Kritik an einem Schiedsrichter in Zusammenhang mit dem Selbsttötungsversuch eines Unparteiischen in der Bundesliga zu bringen, würde einen Kausalzusammenhang suggerieren, der durch nichts zu belegen ist. Worum es hier geht ist ein Mindestmaß an Anstand und Respekt. Oder um es ganz altmodisch zu formulieren: So etwas gehört sich nicht. Wenn die Schalker sich schon beschweren müssen, dann sollen sie das bei Luuk de Jong tun.

Quelle: ntv.de