Fußball

Oma, der Bauer und die Badehose Hertha protestiert beim DFB

Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt's an der Badehose. Hertha BSC jedenfalls hat gleich mehrere Schuldige gefunden, die dafür verantwortlich sind, dass die Berliner immer noch auf dem letzten Platz der Fußball-Bundesliga stehen. Die Schiedsrichter sind's.

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Verschwörungsopfer? Berlins Fabian Lustenberger am Boden.

(Foto: dpa)

Michael Preetz ist frustriert. Das ist mehr als verständlich. Schließlich managt er den Fußball-Bundesligisten Hertha BSC. Und es spricht viel dafür, dass er, falls er bleiben darf, in der nächsten Saison beim Zweitligisten Hertha BSC angestellt ist. Eines der vielen Probleme der Berliner ist, dass sie einfach kein Heimspiel gewinnen – und auch deshalb auf dem letzten Platz der Tabelle stehen. Oder besser liegen. Wobei kein Heimspiel gewonnen nicht ganz korrekt ist. Hannover 96 haben sie geschlagen. Das war am 8. August 2009, am ersten Spieltag. Was folgte waren sechs Unentschieden und acht Niederlagen im Olympiastadion, zuletzt mit 0:1 gegen den VfB Stuttgart.

Kein Wunder also, dass Michael Preetz verzweifelt ist. Schließlich steht weiter die vollmundige Ankündigung der Berliner im Raum, in der Rückrunde aber mal so richtig aufzudrehen. Noch immer prangt auf ihrer Internetseite das Logo mit dem Versprechen "Aufholjäger". Auf dem Platz ist davon eher wenig zu sehen, fünf Punkte sind es auf Tabellenplatz 16, der immerhin die Zusatzchance bietet, am Ende der Saison in zwei Spielen gegen den Dritten der 2. Liga doch noch den Abstieg zu verhindern.

Unsere Oma wusste es besser

Und so sagt Michael Preetz "Ich verspüre eine Ohnmacht." Nur dass er damit nicht die Leistungen seiner Spieler meint – sondern die der Schiedsrichter. "Es ist Fakt, dass die Summe der kapitalen Fehlentscheidungen - auch schon im Vorfeld bei Ansetzungen durch den DFB - langsam happig wird, weil sie gravierend Einfluss auf unser Saisonergebnis hat. Was uns in dieser Hinsicht schon widerfahren ist, ist eine Sauerei", sagte Michael Preetz der "Berliner Morgenpost". Unsere Oma hätte dazu gesagt: "Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt's an der Badehose."

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Die Unparteiischen sind gar nicht unparteiisch. Sagt Michael Preetz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Berliner kennen aber offensichtlich unsere Oma nicht und haben einen Brief an den Deutschen Fußball-Bund geschrieben. Tenor: Die Unparteiischen sind gar nicht unparteiisch. Die Berliner haben ausgerechnet, dass ihnen die Fehlentscheidungen in den vergangenen drei Heimspielen acht Punkte gekostet haben. Und sie monieren, dass bei der Niederlage gegen Stuttgart am Samstag der Schiedsrichter-Assistent Thomas Frank hieß. Der kommt aus Hannover und die Mannschaft von Hannover 96 kämpft ebenfalls gegen den Abstieg. Auch der leitende Schiedsrichter Michael Weiner ist gebürtiger Niedersachse und lebt 25 Kilometer von Hannover entfernt. Die Deutsche Presseagentur findet das pikant. Und perfekt ist die Verschwörungstheorie.

Wirklich nicht vom Glück verfolgt

Nun ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass die Berliner in jüngster Zeit tatsächlich nicht vom Glück verfolgt sind. Gegen Stuttgart zum Beispiel blieb dem Team nach einem Handspiel von VfB-Verteidiger Serdar Tasci (47.) ein Strafstoß verwehrt, und der allein auf das Stuttgarter Tor zulaufende Stürmer Theofanis Gekas wurde zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen (23.). Ähnlich wie beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund (0:0). Nur ist das nicht der Kern des Problems.

Wir ahnen, was unsere Oma dazu gesagt hätte, zitieren aber lieber Volker Roth. Der ist der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses und sagt: "Eine Benachteiligung durch einen Linienrichter zu unterstellen, nur weil der aus Hannover kommt, ist lächerlich, abwegig, vollkommen unmöglich."

Quelle: ntv.de

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