Fußball

Hjulmand gerät unter DruckBayer-Boss könnte "ausflippen", wenn er in der Kabine wäre

03.03.2026, 13:18 Uhr
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Genau drei Spiele ohne Sieg sind es jetzt für Bayer Leverkusen. (Foto: IMAGO/STEINSIEK.CH)

Bayer Leverkusen ist aus dem Tritt gekommen. Der Werkself fehlen nicht nur Siege, sondern auch Mut und Kraft. Trainer Kasper Hjulmand steht unter Druck und muss Führungsqualitäten beweisen. Sein Chef könnte "ausflippen".

Kasper Hjulmand ist ein ruhiger Zeitgenosse. In seiner Freizeit gehe er gerne wandern oder lese ein Buch, erzählte der Trainer von Bayer Leverkusen Anfang des Jahres, "und manchmal gehe ich zu Kunstausstellungen, weil mich das auf andere Gedanken bringt". Vom lauten Wüterich ist der Däne auf und neben dem Platz weit entfernt - dabei könnte seine Mannschaft nach lethargischen Leistungen in den vergangenen Wochen dringend mehr Temperament von ihrem Chefcoach gebrauchen.

Am besten schon im wegweisenden Bundesliga-Nachholspiel beim Hamburger SV am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky und im Liveticker bei ntv.de). Nach drei Pflichtspielen in Serie ohne Sieg, in denen die Werkself müde und mutlos agierte, braucht es im Kampf um die begehrten Champions-League-Ränge dringend einen Dreier. Andernfalls droht die Stimmung bei den Rheinländern vor entscheidenden Wochen mit Partien in drei Wettbewerben weiter zu kippen.

"Ich schreie Leute nicht an"

"Aufwachen!", hatte Klubboss Fernando Carro nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den FSV Mainz 05 unmissverständlich von den Spielern gefordert - und indirekt auch den Trainer in die Pflicht genommen. Er, sagte Carro, würde jedenfalls "ausflippen, wenn ich da gerade in der Kabine wäre". Ein Wutausbruch liegt allerdings nicht in Hjulmands Naturell. Das hatte der 53-Jährige bereits bei seiner Vorstellung im September deutlich gemacht. "Ich schreie Leute nicht an", betonte Hjulmand: "Ich muss Menschen nicht zerstören, um zu zeigen, dass ich ein starker Leader bin." In welcher Form auch immer: Einen starken Leader kann die Werkself derzeit gut gebrauchen.

Es fehle "Rhythmus und Intensität", sagte Hjulmand, der mit seiner Mannschaft seit Weihnachten vom dritten auf den sechsten Tabellenplatz abgerutscht ist und vor den "zwei großen Spielen" in dieser Woche "Lösungen" finden will. Nach dem Auswärtsspiel beim Hamburger SV, das ursprünglich im Januar geplant war und aufgrund statischer Sicherheitsbedenken infolge extremen Tauwetters abgesagt worden war, reist Bayer am Samstag (15.30 Uhr/Sky, ebenfalls im Liveticker bei ntv.de) zum SC Freiburg.

In diesen Partien will die Werkself den Sechs-Punkte-Rückstand auf die Champions-League-Plätze verkürzen. Der HSV hat jedoch nur eines der vergangenen sieben Ligaspiele verloren und in dieser Saison schon mehrere Topteams im Volksparkstadion geärgert. Im engen Abstiegskampf stehen die Norddeutschen selbst unter Zugzwang. Die 1:2-Heimniederlage gegen RB Leipzig am vergangenen Sonntag fühle sich "beschissen an", betonte Trainer Merlin Polzin, "deshalb geht es am Mittwoch nur darum, ein anderes Gesicht zu zeigen." Genau das muss auch Bayer - und vor allem Hjulmand.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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