Fußball

"Jeder kämpft ums Überleben" Hrubesch stachelt DFB-Junioren an

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"Der Druck hat sich nicht verändert": Horst Hrubesch.

(Foto: imago/Contrast)

Horst Hrubesch sieht seine U21-Junioren für das zweite EM-Spiel gegen Dänemark gerüstet. Der Druck habe sich nach dem Remis gegen Serbien nicht verändert. Was soll er auch sagen? Derweil gibt DFB-Sportdirektor Hansi Flick dem Ziel Olympia höchste Priorität.

Die deutschen Fußball-Junioren gehen nach dem mageren Auftakt bei der U-21-EM in Tschechien völlig unbeeindruckt in die nächste Aufgabe gegen Dänemark. Zumindest wollen sie diesen Eindruck vermitteln. "Der Druck hat sich nicht verändert", sagte DFB-Trainer Horst Hrubesch vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Dänemark im Stadion Eden zu Prag heute ab 20.45 Uhr. "Wir werden das Gesicht zeigen, was man von uns gewohnt ist."

Nach dem 1:1 gegen Serbien und den ersten Eindrücken von der Konkurrenz bei diesem für die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio so wichtigen Turnier sieht sich der Europameister von 1980 bestätigt. "Wir sind nicht so blauäugig, nicht zu sehen, dass die Mannschaften hier auf Topniveau spielen. Hier wird jeder ums Überleben kämpfen müssen. Wer ins Halbfinale will, wird richtig arbeiten müssen." Der Einzug in das Halbfinale bedeutet das Ticket nach Rio de Janeiro, wo die deutsche Nationalelf mit Trainer Joachim Löw im vergangenen Sommer im WM-Finale gegen Argentinien triumphierte.

"Der Trainer ist der Chef"

Und wer spielt gegen Dänemark? Sagt Hrubesch nicht. Klar ist nur, dass er Linksverteidiger Christian Günter wegen seiner Gelb-Rot-Sperre ersetzen muss, wahrscheinlich durch den Berliner Nico Schulz. Vielleicht spielen die gegen Serbien eingewechselten Joshua Kimmich und Leonardo Bittencourt von Beginn an. Allerdings: "Auch vor dem ersten Spiel wurde ich in der Startelf erwartet und saß auf der Bank. Der Trainer ist der Chef", sagte Bittencourt, der Mittelfeldspieler aus Hannover.

Hrubesch charakterisierte Dänemark, das zum Auftakt Tschechien mit 2:1 besiegte, als "kompakte Mannschaft, die großgewachsen und gefährlich bei Standards ist". Der Vorteil der DFB-Elf sei, sprach Bittencourt, die Variabilität. "Wir haben schnelle, defensiv starke und große Spieler. Es ist nicht so leicht, uns zu schlagen." Seit Wochenbeginn befindet sich auch Hansi Flick bei der der U21: "Man muss zwar gut in ein Turnier reinkommen, aber auch dranbleiben", erklärte Flick den etwas missglückten Turnierstart. Flick, der nach dem WM-Titel 2014 als Löws Assistent aufhörte und DFB-Sportdirektor wurde, gab dem Minimalziel Olympia Priorität. "Das letzte Mal, dass wir dabei waren, ist sehr lange her."

Letztmals hat 1988 in Seoul ein deutsches Team um die späteren Weltmeister Jürgen Klinsmann und Thomas Häßler an Olympischen Spielen teilgenommen - und immerhin Bronze geholt. "Unser Anspruch und auch klares Signal aus der Bundesliga ist, dass wir bei Olympia dabei sein wollen." Flick zeigte sich überzeugt, dass diese U21 mit Weltmeister Matthias Ginter, Triple-Sieger Marc-André ter Stegen oder England-Profi Emre Can diesen Ansprüchen gerecht werden kann. Zumindest will er diesen Eindruck vermitteln.

So läuft die U-21-EM

Halbfinale                        FINALE
Samstag, 27. Juni        Dienstag, 30. Juni, 20.45 Uhr
Portugal -Deutschland5:0             Portugal -         Schweden
Dänemark -Schweden1:4

3:4 n.E.

  
Gruppe AGruppe B
Mittwoch, 17. JuniDonnerstag, 18. Juni
Tschechien -Dänemark1:2Italien -Schweden1:2
Deutschland -Serbien1:1England -Portugal0:1
Samstag, 20. JuniSonntag, 21. Juni
Serbien -Tschechien0:4Schweden -England0:1
Deutschland -Dänemark3:0Italien -Portugal0:0
Dienstag, 23. JuniMittwoch, 24. Juni
Tschechien -Deutschland1:1England -Italien1:3
Dänemark -Serbien2:0Portugal -Schweden1:1
        
TABELLETABELLE
1. Dänemark34:461. Portugal32:15
2. Deutschland35:252. Schweden33:34
3. Tschechien36:343. Italien34:34
4. Serbien31:714. England32:43
      
Modus: Die Gruppenersten und Gruppenzweiten stehen im Halbfinale am Samstag, 27. Juni, ab 18 und 21 Uhr. Das Finale findet am Dienstag, 30. Juni, ab 20.45 Uhr in Prag statt.

 

Quelle: n-tv.de, Ulf Zimmermann, dpa

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