Fußball

Aufstiegspanik beim Hamburger SV "Im Moment ist alles scheiße"

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Frust-Verteidiger.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool)

Der Hamburger SV muss den direkten Aufstieg in die Bundesliga wohl endgültig abschreiben. Durch das enttäuschende Remis gegen den Karlsruher SC liegen die seit fünf Spielen sieglosen Hanseaten bereits fünf Punkte hinter dem Zweiten SpVgg Greuther Fürth.

Der Hamburger SV hat kaum noch realistische Chancen auf den direkten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Die Norddeutschen trennten sich im Volksparkstadion vom Karlsruher SC 1:1 (0:0) und haben drei Spieltage vor Schluss der 2. Bundesliga fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten Greuther Fürth. Zudem sitzt den drittplatzierten Hamburgern Holstein Kiel im Nacken mit drei Spielen und lediglich zwei Punkten weniger als die Hamburger. Simon Terodde erzielte gegen den KSC das Führungstor für die Gastgeber per Handelfmeter (56. Minute); Daniel Gordon glich per Kopf postwendend aus (57.).

Der völlig gefrustete Trainer Daniel Thioune gestand: "Es macht keinen Sinn mehr, über die Mannschaften um uns herumzureden. Wir brauchen nicht über Dinge zu reden, die sich nicht realisieren lassen, wenn wir keine Fußballspiele gewinnen." Der "Kicker" nannte diese Sätze bereits eine "Kapitulation".

"Das war zu wenig. Vom Ergebnis und vom Spiel her. Im Moment ist alles scheiße", sagte HSV-Verteidiger Rick van Drongelen dem Bezahlsender Sky. Die Einheimischen setzten ihre desolaten Leistungen in der Rückrunde fort. Seit fünf Spielen ist das Team ohne Sieg, in den vergangenen zwölf Partien schaffte der HSV nur zwei Punkte-Dreier und stürzte von seiner komfortablen Position nach starker Hinrunde ab. "Die Grundtugenden haben nicht gestimmt", beklagte HSV-Schlussmann Sven Ulreich bei Sky. Zudem monierte er die Zweikampfschwäche seiner Vorderleute und mangelnde Chancen: "Wir müssen uns natürlich Sorgen machen und brauchen erstmal nicht über den Aufstieg sprechen."

Gegen die Karlsruher spielten die Hanseaten nur 30 Minuten überlegen, gingen da resolut in die Zweikämpfe und wirkten entschlossener als zuletzt. Doch es fehlte häufig an Präzision. Nach anfänglicher Druckphase ließen die Hamburger nach. Die Gäste, die mit acht Saisonsiegen zu den stärksten Auswärtsmannschaften der Liga zählen, verzichteten auf frühes Pressing und ließen den Gastgebern viel Raum. So hatten die Hamburger mehr Spielanteile, ohne jedoch zu guten Chancen zu kommen. Der KSC hätte dagegen durch Marvin Wanitzek in Führung gehen können (33.) - doch er verzog knapp. "Das war ein sehr vernünftiges Auswärtsspiel", befand KSC-Coach Christian Eichner. "Das darf man stolz sein als Trainer."

Thioune hatte verstärkt auf erfahrene Kräfte gesetzt, denen er bei der nervlichen Belastung im Aufstiegsrennen größere Stabilität zutraut. "Wir müssen frei sein in der Birne", lautete seine Forderung. Aber auch sie konnten der zerfahrenen Partie keine Linie geben. Terodde vom Elfmeterpunkt hatte ebenfalls Nerven gezeigt. Er erzielte seinen 21. Saisontreffer erst im Nachschuss, nachdem Torhüter Marius Gersbeck zunächst pariert hatte.

"Wir sind abhängig von den Gegnern. Es wird schwer, Punkte einzufahren", meinte van Drongelen. "Aber wir müssen nach vorn gucken." Der KSC demonstrierte sein Selbstbewusstsein auch beim vermeintlichen Aufstiegsfavoriten dieser Spielzeit. Im dritten Spiel binnen einer Woche gingen die Badener nicht auf Höchsttempo, hatten die HSV-Angriffe jedoch weitgehend unter Kontrolle. Sie holten in den vergangenen acht Partien zwar nur einen Sieg, aber sechs Unentschieden.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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