Fußball

"Willst Du uns alle töten?" Jovic und Neymar pfeifen auf Quarantäne

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Flog mal eben schnell nach Brasilien: Superstar Neymar hält von der Quarantäne in Frankreich nichts.

(Foto: imago images/PanoramiC)

Weil sich der Coronavirus in Europa immer weiter ausbreitet, hat Paris eine Ausgangssperre verhängt und Real Madrid seine Mannschaft unter Quarantäne gestellt. Doch Reals Luka Jovic macht offenbar trotzdem Party in Belgrad und Neymar reist nach Brasilien. Beide müssen mit Konsequenzen rechnen.

Stürmer Luka Jovic droht großer Ärger bei Real Madrid. Der Ex-Profi des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt hat die Quarantäne-Auflagen bei den Königlichen ignoriert und muss jetzt mit einer Strafanzeige rechnen. Serbiens staatliche Nachrichtenagentur Tanjug berichtete am Donnerstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von entsprechenden Ermittlungen. "Welcher Arbeit jemand nachgeht, macht für die Staatsanwaltschaft keinen Unterschied", zitierte die Agentur eine Behördensprecherin. Den Angaben zufolge sollte der Ex-Frankfurter nach seiner Einreise nach Serbien zwei Wochen zu Hause bleiben. Er habe seine Wohnung aber mindestens einmal verlassen und dies mit einem Gang zur Apotheke begründet, hieß es weiter. Jovic soll in Belgrad den Geburtstag seiner Lebensgefährtin gefeiert haben. "Anstatt Quarantäne ganz viel Spaß in Belgrad", schrieb die serbische Zeitung "Blic". "Hey, Junge! Willst Du uns alle töten?", fragte etwa die Tageszeitung „Kurir“.

Zudem erntete Jovic indirekte Kritik von Premierministerin Ana Brnabic. Die Regierungschefin verwies auf nicht näher genannte Fußballer als "Negativbeispiele" in der Krise. Brnabic hatte alle Serben im Ausland aufgerufen, möglichst nicht nach Hause zurückzukehren, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Dennoch sind offiziellen Angaben zufolge mehr als 45.000 Menschen zurückgekehrt. Jovic Vater sagte der Tageszeitung "Blic" jedoch, der Fußballer sei mit einer Erlaubnis seines Clubs nach Belgrad gereist, nachdem er negativ auf das Coronavirus getestet worden sei. Weil viele Serben freiwillige Maßnahmen nicht befolgt hätten, hatten die Behörden am Mittwoch eine allgemeine Ausgangssperre zwischen 20.00 Uhr und 5.00 verhängt. Luka Jovic hat sich daran offenbar nicht gehalten.

Neymar reist trotz Ausgangssperre nach Brasilien

Die Verantwortlichen von Real haben die Berichte aus Serbien offenbar schon studiert und beraten derzeit über das Maß der Strafe für den Spieler, der wegen der Coronakrise eigentlich in den eigenen vier Wänden bleiben sollte. Der spanische Rekordmeister hatte seine komplette Fußball-Mannschaft unter Quarantäne gestellt, nachdem es einen positiven Test auf das Coronavirus bei einem Basketballer des Vereins gegeben hatte. Der Spielbetrieb in der spanischen Top-Liga ist derzeit wegen der Pandemie ausgesetzt.

Derweil hat sich Superstar Neymar offenbar der Ausgangssperre in Paris widersetzt und die Stadt verlassen, um nach Brasilien zu reisen. Das berichtete die französische Tageszeitung "Le Parisien". Dem Bericht zufolge ist er gemeinsam mit seinem Teamkollegen von Paris St. Germain, Thiago Silva, unterwegs. "Frankreich ist stark von der Epidemie betroffen. Die Supermärkte leeren sich schnell, und jeder Ausgang ist für mich und meine Familie ein Kontaminationsrisiko. Daher haben wir beschlossen, nach Brasilien zurückzukehren", schrieb Silvas Frau Isabelle in einer Instagram-Story. Auch Neymar sei davon überzeugt, jetzt in Brasilien besser leben zu können als derzeit in seiner Villa in Paris. Dabei hatte er erst am Dienstag noch bei Instagram appelliert: "Nicht das Virus zieht umher, die Menschen machen das."

Quelle: ntv.de, dbe/lgr/sid

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