Fußball

"Würde es mit Sicherheit tun" Klare Rassismus-Ansage von Liverpool-Star

Georginio Wijnaldum, Profi von Champions-League-Sieger FC Liverpool, findet bereits in den vergangenen Wochen deutliche Worte gegen Rassismus. Kompromisslos würde er auch im größten Spiel des europäischen Vereinsfußballs sein, sollte es zu Ausfällen kommen.

Der niederländische Fußball-Profi Georginio Wijnaldum von Champions-League-Sieger FC Liverpool würde im Falle von rassistischen Auswüchsen gegen seine Person ein klares Handeln an den Tag legen und den Platz verlassen - selbst wenn es im Champions-League-Endspiel sein sollte. "Ja, das würde ich. Das würde ich mit Sicherheit tun, weil diese Dinge meiner Meinung nach nicht passieren dürften", sagte der Mittelfeldspieler im Interview mit CNN Sports.

Er finde, "man sollte die Spieler schützen. Die Spieler werden nur benutzt, um andere Menschen zu unterhalten. Und wer verteidigt die Spieler? Im Grunde genommen verteidigst du andere Leute, weil du willst, dass das Spiel weiterläuft", betonte Wijnaldum. Den Platz bei rassistischen Beleidigungen zu verlassen, sieht der England-Legionär als alternativlos an: "Warum sollte ich in einem solchen Fall spielen? Jeder sollte so handeln und vom Spielfeld gehen. Auf diese Weise unterstützt man die andere Person, warum also sollte man noch weitermachen? Wenn du weiterspielst, wird es nie aufhören."

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Die jüngsten Vorkommnisse in seiner niederländischen Heimat haben Wijnaldum ebenfalls nachdenklich gemacht. Er begrüßt die Aktion vom vergangenen Wochenende. Um gegen Rassismus zu protestieren, hatten die Spieler der ersten und zweiten Liga in der ersten Minute ihrer Partien die Arbeit ruhen lassen. "Viele Leute verstehen einfach nicht, welchen Schmerz man als schwarzer Spieler empfindet, wenn man so angegriffen wird", äußerte der Liverpool-Profi, "ich habe das schon oft gespürt, sogar als es dem Spieler von Excelsior Rotterdam passierte."

"Können Sie sich vorstellen, welchen Schmerz der Spieler verspüren muss?"

Excelsior-Profi Ahmad Mendes Moreira war im Spiel gegen den FC Den Bosch von den Tribünen aus mit Affengeräuschen und Liedern über den "Zwarte Piet" beleidigt worden. Moreira litt sichtlich unter diesen Anfeindungen, sodass der Schiedsrichter das Spiel auf Wunsch des Excelsior-Kapitäns unterbrach. Er habe sogar den Schmerz gefühlt, sagte Wijnaldum, "und ich saß in meinem Hotelzimmer. Können Sie sich also vorstellen, welchen Schmerz der Spieler verspüren muss, der diesem Problem ausgesetzt ist?"

Laut Nationaltrainer Ronald Koeman sei man in den Niederlanden beim Thema Rassismus zu bequem: "Jedesmal wird er (der Rassismus,  Anm. d. Red) mit Samthandschuhen angepackt. Man muss das Feld verlassen. Das würden wir als niederländisches Team machen", sagte er bei einer Pressekonferenz der Nationalmannschaft Der niederländische Verband KNVB und der FC Den Bosch hatten eine Untersuchung angekündigt. "Es ist Wahnsinn, was hier passierte. Scheußlich", sagte KNVB-Direktor Erik Gudde.

Quelle: ntv.de, ter/sid