Fußball

"War nicht verärgert darüber" Klopp lässt Lampard nur müde lächeln

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Frank Lampard und Jürgen Klopp haben bei ihrem nächsten Zusammentreffen etwas zu besprechen.

(Foto: imago images/PA Images)

Der FC Chelsea kauft sich mit viel Geld eine spektakuläre Mannschaft zusammen - und wird damit zum Negativbeispiel für manchen Konkurrenten. Auch Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, stichelt in Richtung London. Dort sorgt das aber nicht gerade für große Emotionen.

FC Chelseas Coach Frank Lampard hat gelassen auf Aussagen seines Liverpooler Trainerkollegen Jürgen Klopp zur jüngsten Transferoffensive seines Klubs reagiert. "Ich war nicht verärgert darüber", sagte Lampard, "ich fand es leicht amüsant." Die Blues hatten sich im Sommer für rund 250 Millionen Euro verstärkt, unter anderem mit den deutschen Nationalspielern Timo Werner und Kai Havertz. Daraufhin hatte Klopp gesagt, der FC Liverpool sei "ein anderer Verein" und könne sich insbesondere in der wirtschaftlich unsicheren Corona-Zeit nicht "auf einmal verhalten wie Chelsea".

Außerdem verwies Klopp auf "Oligarchen und Länder", die Spieler nach Belieben transferierten. Ein kaum verhohlener Hinweis auf das vom Emirat Katar alimentierte Manchester City - und eben den FC Chelsea, der vom russischen Oligarchen Roman Abramowitch mit Geld versorgt wird. "Ich weiß, was es braucht, um den Titel zu gewinnen", betonte Lampard vor dem Auftakt am Montag (21.15 Uhr/Sky) in Brighton. Das Gerede der Experten interessiere ihn zwar nicht, "aber ich werde nicht lügen: Wir haben Spieler von hoher Qualität geholt, die uns verstärken."

"Wenn man die Liverpool-Spieler durchgeht ..."

Der englische Fußball-Meister aus Liverpool hatte im vergangenen Sommer zwei Spieler verpflichtet, in diesem Sommer nur einen - den Griechen Kostas Tsimikas für geschätzte 13 Millionen Euro. Lampard betonte, es ergebe keinen Sinn nachzurechnen, er erinnerte allerdings an die Einkäufe der Reds in den Vorjahren. "Wenn man die Liverpool-Spieler durchgeht - Van Dijk, Alisson, Fabinho, Keita, Mané, Salah", sagte der Chelsea-Trainer, "herausragende Spieler, die zu einem sehr hohen Preis kamen."

Der 42-Jährige verwies außerdem auf die Transfersperre, die im vergangenen Jahr für den FC Chelsea galt. "Wir hatten die Sperre hinter uns und mussten uns darum kümmern, die Situation zu verbessern. Diesen Sommer haben wir Geld für Spieler ausgegeben, und jetzt müssen wir erstmal hart arbeiten", rechtfertigte sich Lampard. "Wir müssen uns nicht zu sehr auf das konzentrieren, was andere Mannschaften, Trainer, Fans, Radio und Medien sagen."

Der Zwist der beiden Coaches hat eine Vorgeschichte: Während des Premier-League-Spiels zwischen beiden Teams im Juli hatte Lampard Klopp unflätig beschimpft ("Fuck off!", "Sit down!"), hinterher bezeichnete der Chelsea-Trainer seine Verbalattacke als "peinlich". Er "bereue das und werde es richtigstellen, wenn wir uns treffen", sagte Lampard. Immerhin: Seine Attacke, betonte der frühere englische Nationalspieler, habe "definitiv nichts mit Geringschätzung für Jürgen Klopp zu tun. Ich bewundere ihn sehr." Am kommenden Samstag begegnen sich beide Teams nun schon wieder auf dem Platz: Der FC Chelsea empfängt den FC Liverpool (ab 17.30 Uhr im Liveticker auf ntv.de) zum zweiten Spieltag der Premier-League-Saison.

Quelle: ntv.de, ter/dpa