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Mehr Bundesliga am Sonntag Klubs wollen Montagsspiele abschaffen

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Die Klubs der Bundesliga kommen offenbar den Wünschen vieler Fans nach und sprechen sich gegen Montagsspiele aus.

(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Wenn die Fußball-Bundesliga voraussichtlich im Frühjahr 2020 den neuen, mutmaßlich sehr lukrativen Fernsehvertrag abschließt, soll es keine Spiele mehr am Montagabend geben. Die Vereinsvertreter reagieren damit auch auf die große Wut in der Fan-Szene.

Die Deutsche Fußball Liga hat bestätigt, dass sich die Bundesliga-Klubs für eine Abschaffung der Montagsspiele ausgesprochen haben. Ab der Saison 2021/2022 soll darauf verzichtet werden, twitterte die Dachorganisation. "Stattdessen sind mit Blick auf die Starter in der Europa League pro Saison fünf weitere und damit insgesamt zehn Entlastungsspiele am Sonntag geplant", heißt es in einer Erklärung. Die genauen Anstoßzeiten stünden noch nicht fest. 

Teile der organisierten Fan-Szene hatten am Dienstag einen bundesweiten Stimmungsboykott und Protest-Aktionen gegen Spiele unter der Woche für den 13. Spieltag angekündigt. Dieser findet vom 30. November bis zum 3. Dezember statt. Erstmals in dieser Saison findet dann in der höchsten deutschen Spielklasse mit der Partie zwischen dem 1. FC Nürnberg und Bayer 04 Leverkusen wieder ein Montagsspiel statt.

In der Erklärung, den viele Ultra-Gruppen unterstützen, heißt es: "Diese Entwicklung darf von uns Fans nicht hingenommen werden, denn nur wir können mit geschlossenem und starken Protest diesem Trend entgegenwirken! Im Sinne eines Fußballs für die Fans und nicht eines des finanziellen Profits." Die Fan-Organisationen "Unsere Kurve" und "Pro Fans" gehen auch nach der Ankündigung von DFL und Klubs davon aus, den Boykott beizubehalten. "Es geht ja nicht nur um Montagsspiele in der Ersten, sondern auch in der Zweiten und Dritten Liga - und grundsätzlich um Spiele unter der Woche", erklärte Jochen Grotepaß als Sprecher von "Unsere Kurve". Viele Fans protestieren seit langem gegen arbeitnehmerunfreundliche Spiele unter der Woche.

Bereits Ende September hatten Zuschauer in den ersten drei Ligen mit einem Stimmungsverzicht ihren Unmut über die ihrer Meinung nach wachsende Kluft zwischen Anhängern, Vereinen und Verbänden sowie die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball ausgedrückt. Der bis 2021 gültige Fernsehvertrag enthält fünf Montagabend-Begegnungen pro Saison.

Dieser Verpflichtung wollen die 18 Vereine bis dahin nachkommen, zumal sie dem Vertrag zugestimmt hatten. Offen sind die Anstoßzeiten der zweitem Liga. Der TV-Vertrag bringt dem Profifußball von 2017/2018 bis 2020/2021 insgesamt 4,64 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de, tno/ara/dpa

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