Fußball

Ein Jahr Geisterspiele Köln-Boss hätte Skeptiker zum Arzt geschickt

Alexander Wehrle, Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln, steht mit Maske im Stadion. Foto: Lars Baron/Getty/Pool/dpa/Archivbild

Alexander Wehrle sehnt ein Ende der Geisterspiele herbei.

(Foto: Lars Baron/Getty/Pool/dpa/Archivbild)

Beim 1. FC Köln sind sie auf die Rückkehr von Zuschauern vorbereitet, die ist aber vorerst noch nicht in Sicht. Eine Sonderrolle lehnt Alexander Wehrle, Geschäftsführer des 1. FC Köln, ohnehin ab. Auch, wenn es für ihn zu Beginn der Krise unvorstellbar war, so lange ohne Fans auskommen zu müssen.

Genau ein Jahr ist es nun her, dass ein Bundesligaspiel vor voller Hütte stattfand. Seitdem gilt - mit kurzer Ausnahme im Frühherbst: leere Stadien und Geisterkulisse. Die Corona-Pandemie und steigende Fallzahlen bremsten die Liga aus. Alexander Wehrle, Geschäftsführer des 1. FC Köln und Präsidiumsmitglied der Deutschen Fußball Liga (DFL), wünscht sich, dass spätestens zur neuen Spielzeit über eine Fan-Rückkehr gesprochen wird - bestenfalls sogar schon früher. Er selbst geht davon aus, dass im August teilweise wieder Zuschauer in Bundesliga-Stadien dürfen.

Auf eine mögliche Teil-Rückkehr der Zuschauer im Sommer zur neuen Saison blickt Wehrle optimistisch. "Wir sind vorbereitet. Auch in Köln haben wir vom Gesundheitsamt unser Konzept als tragfähig eingeschätzt bekommen, bis zu 50 Prozent Auslastung", sagte Wehrle im RTL/ntv-Interview.

Er hofft darauf, dass schon vor dem Start in die neue Saison, Teil-Zulassungen von Fans möglich werden. "Aus meiner Sicht ist es wünschenswert, dass wir allerspätestens im August wieder über Zuschauer sprechen werden. Wenn möglich schon im Mai vielleicht mit einer kleinen Teil-Öffnung."

"Darauf kann sich die Politik verlassen"

Wehrle betonte, dass der Profifußball "keine Sonderrolle" beanspruche. "Wenn es aufgrund des Inzidenswertes möglich ist, über Teilzulassung zu sprechen, dann sind wir vorbereitet. Darauf kann sich die Politik verlassen", sagte der 46-Jährige. Eine so lange Phase ohne Zuschauer sei vor einem Jahr noch nicht vorstellbar gewesen. "Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass wir im März 2021 immer noch ohne Zuschauer Fußball spielen, hätte ich gesagt: 'Geh zum Arzt!'", sagte der FC-Geschäftsführer zum Jahrestag des letzten Bundesligaspiels vor Zuschauern.

Die finanziellen Folgen für Klubs wie den 1. FC Köln seien immens. "Es ist eine unfassbar lange Zeit. Wenn wir bis Ende der Saison ohne Fans zu Ende spielen würden, sind es bei uns 22 Heimspiele ohne Zuschauer am Stück. Das bedeutet: 40 Millionen Euro Umsatzverlust." Im Falle einer möglichen weiteren Saison ohne Zuschauer sieht er auf den "ein oder anderen" Klub auch eine "existentielle Bedrohung" zukommen. "Ich persönlich bin aber davon überzeugt, dass wir in der neuen Spielzeit ab August Zuschauer erleben werden."

Zuletzt hatte die DFL gemeinsam mit anderen Organisationen aus Sport und Kultur ein Konzept von Experten und Wissenschaftlern unterstützt, das eine Zuschauer-Rückkehr unter strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen ermöglichen soll.

Quelle: ntv.de, ter

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