Fußball

"Würde mich gern feiern lassen" Köln siegt couragiert, Stöger atmet auf

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Mit seinem Tor zum 3:0 machte Christian Clemens den Sieg für Köln klar. Seine Mitspieler sind ihm dafür sichtlich dankbar.

(Foto: imago/Bernd König)

74 Tage haben Spieler, Verantwortliche und Fans des 1. FC Köln auf ein Erfolgserlebnis gewartet. Das 3:1 im Pokal bei Hertha hat zunächst die Diskussionen beruhigt, die der Abgang von Manager Schmadtke angeheizt hatte. Coach Stöger aber bleibt Realist.

Noch lange nach dem Siegerjubel gab Peter Stöger Auskunft über seinen Gemütszustand. In den vergangenen Jahren immer gefeierter Held von Köln, dann diese frustrierende Seuchensaison ohne Sieg in der Bundesliga und in der Europa League. "Dieses Mal hat alles zusammengepasst", sagte der FC-Trainer in den Katakomben des Berliner Olympiastadions: "Es tut gut, uns einmal zu belohnen." Nach 13 Pflichtspielen ohne Sieg durfte Köln wieder feiern. "Da siehst du, was passiert, wenn du mal in Führung gehst, wenn alles abfällt. Heute haben wir einfach mal die Dinger reingemacht", betonte Abwehrmann Dominique Heintz.

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Trainer Peter Stöger stand nach 13 Pflichtspielen ohne Sieg zuletzt massiv in der Kritik.

(Foto: imago/Nordphoto)

Dabei hatte diese Woche mit dem plötzlichen Aus von Manager Jörg Schmadtke, der den 1. FC Köln mit Stöger aus der zweiten Liga wieder bis nach Fußball-Europa gehievt hatte, die Situation nochmals zugespitzt: Das 3:1 im DFB-Pokal bei Hertha BSC war natürlich auch für den Trainer eine Erleichterung. "Es gibt uns zwei, drei Tage zum Durchatmen. Das Unangenehmste wäre gewesen, wenn wir wieder verloren hätten und es endlose Diskussionen gegeben hätte."

Als der Österreicher am Montag von den Klubchefs gefragt wurde, ob er Zeit hätte für ein Gespräch, war Stöger nicht klar, ob es um seine eigene Zukunft geht oder nicht. "Ich bin lange genug im Geschäft", sagte Stöger: "Wir haben nur zwei Punkte, es ist ein Ergebnissport. Ich würde mich im Mai gern feiern lassen, dass wir es geschafft haben", bemerkte der 51-Jährige. Aber wenn "der sportliche Erfolg überschaubar groß" sei, könne er auch nachvollziehen, dass andere Ideen gefragt seien.

Noch aber sieht der Kölner Trainer diesen Zeitpunkt nicht gekommen. "Ich mache es, so lange alle das Gefühl haben, dass es gut und richtig ist", betonte Stöger nochmals: "Ich sehe es als Auftrag, das weiter voranzutreiben." Erst recht nach dem erfolgreichen Abend vor 33.459 Zuschauern im Olympiastadion. "Der Trainer ist ein cooler Typ. Wir arbeiten sehr gern mit ihm zusammen", sagte Simon Zoller, der als erster Torschütze all seine Mitspieler zum gemeinsamen Feiern mit dem wieder lächelnden Stöger trieb.

"Normalerweise ist es ein Zeichen, dass der Baum brennt", sagte der Trainer. "Aber man sieht, was wir für eine verschworene Gemeinschaft sind." Entwarnung aber will Stöger nach dem couragierten Auftritt nicht geben. "Das kann man nicht als Befreiungsschlag bewerten. Das ist ein positives Gefühl, mehr nicht", unterstrich der Trainer. Schon am Samstag geht es in der Liga zum Derby nach Leverkusen.

Quelle: n-tv.de, bvo/dpa

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