Dominik Kohr hat nach seinem Rekord-Platzverweis Reue gezeigt und öffentlich um Verzeihung gebeten. Er habe in seinem Kopf lediglich einen Pass von Gegenspieler Max Moerstedt verhindern und diesen nicht treffen wollen, schrieb der Rot-Sünder am Tag nach dem 1:1 (0:1)-Unentschieden seines FSV Mainz 05 gegen die TSG Hoffenheim auf Instagram. Als er später die TV-Bilder gesehen habe, sei er "selbst erschrocken" gewesen, gab Kohr zu: "Max Moerstedt bitte entschuldige - ich bin erleichtert und froh, dass dir nicht mehr passiert ist und du weiterspielen konntest." Kohr versicherte, dass er "niemals jemanden absichtlich verletzen" wolle.
Schiedsrichter Sascha Stegemann war nach Intervention des Videoassistenten keine andere Wahl geblieben, als die Gelbe Karte in Rot zu ändern (88.). "Ganz klar eine Rote Karte", sagte Mitspieler Nadiem Amiri nach dem brutalen Tritt von Kohr mit offener Sohle gegen das Schienbein von Moerstedt deutlich: "Gott sei Dank" sei Moerstedt "gesund" geblieben. Auch vom Chef gab es einen Rüffel. "Es ist wichtig, dass wir keine Roten Karten bekommen", sagte Trainer Bo Henriksen: "Wir müssen klug sein. Es ist wichtig, dass wir nicht zu zehnt spielen."
Die 1. Bundesliga auf RTL+
FC St. Pauli - 1. FC Union Berlin
Highlights kurz und Highlights lang
Rasenballsport Leipzig - Werder Bremen
Highlights kurz und Highlights lang
1. FC Köln - Eintracht Frankfurt
Highlights kurz und Highlights lang
FC Bayern München - SC Freiburg
Highlights kurz und Highlights lang
Borussia Dortmund - VfB Stuttgart
Highlights kurz und Highlights lang
VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen
Highlights kurz und Highlights lang
1. FC Heidenheim - Borussia Mönchengladbach
Highlights kurz und Highlights lang
FC Augsburg - Hamburger SV
Highlights kurz und Highlights lang
FSV Mainz 05 - TSG 1899 Hoffenheim
Der Rüpel selbst war nach seinem Abend für die Geschichtsbücher wortlos aus der Mainzer Arena verschwunden, auf diesen unrühmlichen Rekord hätte er wohl nur zu gerne verzichtet. Mit seinem neunten Platzverweis übernahm der 31-Jährige die alleinige Bestmarke in der Bundesliga, ließ Jens Nowotny und Luiz Gustavo hinter sich. Kohr kassierte bisher sechs Ampelkarten, dreimal sah er Rot. Zuletzt hatte er als zweiter Spieler nach Stefan Effenberg auch die Schallmauer von 100 Gelben Karten in der Liga geknackt - der nächste unrühmliche Rekord winkt also bereits.
Kohr sei "bekannt dafür, Leute zu verletzen, deswegen sollte er irgendwann auch mal bestraft werden", hatte Stuttgarts Deniz Undav Ende Oktober nach dem Pokal-Duell gewettert. Nun wird der Defensivspieler seinen Mainzern, die weiter auf einem Abstiegsplatz liegen, im Jahresendspurt wieder einmal fehlen. "Dome hat am meisten Frust", so Sportdirektor Niko Bungert, "dass er ein paar Spiele zugucken muss." Unterstützung gab es auch von den Mitspielern. "Ich kenne Dome, er ist ein guter Mensch", sagte der Mainzer Torschütze Danny da Costa: "Er versucht, mit dem langen Schritt noch den Pass zu blocken und kommt in dem Moment zu spät."

