Fußball

"Bild" meldet Labbadias-Aus Kühle Bremer schüren Herthas Krisenfeuer

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Selke verwandelt den Elfer zum frühen 1:0 für die Bremer.

(Foto: dpa)

Über 90 Minuten sind die Berliner im heimischen Olympiastadion die bessere Mannschaft. Doch die Bremer sind an diesem Abend eiskalt und bringen fast jeden Schuss im Tor unter. Das Spiel könnte bei Hertha weitreichende personelle Konsequenzen haben.

Der SV Werder Bremen verschärft durch einen deutlichen Auswärtssieg bei Hertha BSC die Krise bei den Berlinern. Die Zukunft von Trainer Bruno Labbadia ist nach dem 1:4 (1:2) gegen die Norddeutschen ungewisser denn je. Die "Bild"-Zeitung meldete - ohne Quellen - nach Abpfiff, dass das Aus von Labbadia beschlossen sei. Trotz klarer Überlegenheit mussten sich die Berliner im Olympiastadion deutlich geschlagen geben und warten nach der zweiten Heimniederlage binnen vier Tagen nur knapp vor der Abstiegszone seit vier Spielen auf einen Sieg. Den Bremern gelang mit dem Sieg zugleich die erfolgreiche Revanche für die 1:4-Heimniederlage gegen Hertha zum Auftakt der Saison.

Der ehemalige Herthaner Davie Selke (10. Minute) per Foulelfmeter, Ömer Toprak (29.), Leonardo Bittencourt (56.) und Joshua Sargent (78.) erzielten zum Rückrunden-Auftakt der Fußball-Bundesliga die Tore für Werder. Durch den clever wie effizient herausgespielten Sieg schoben sich die Grün-Weißen auf Platz zwölf vor. Für die Hertha konnte Jhon Cordoba (45.+2) in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nur verkürzen. Matheus Cunha (20.) scheiterte mit einem Foulelfmeter an Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka. Hertha bleibt somit vorerst zwei Punkte vor dem Relegationsrang auf Platz 14 und ist meilenweit von den eigenen Ansprüchen entfernt.

Rund 250 Hertha-Fans hatten vor dem Anpfiff vor dem Olympiastadion für eine Ablösung von Manager Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer demonstriert. In ihrer extrem negativen Grundstimmung musste sich die kleine Oppositionsgruppe durch den Spielverlauf schnell bestätigt fühlen. Für die Berliner ging wieder einmal alles schief. Maximilian Mittelstädt holte unnötig Romano Schmidt von den Beinen. Ausgerechnet Selke, von der Hertha im Vorjahr nach Bremen abgeschoben, verwandelte den Strafstoß sicher. Später musste der Angreifer mit bandagiertem Oberschenkel vom Platz.

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Vor dem Olympiastadion forderten rund 250 Hertha-Anhänger den Rauswurf von Sportdirektor Preetz.

(Foto: imago images/Andreas Gora)

Cunha versuchte, das Hertha-Spiel anzukurbeln, bestätigte aber auch seinen Ruf als Mini-Neymar. Theatralisch wälzte er sich nach einem Foulspiel von Bittencourt (15.). Jean-Manuel Mbom gab dem Brasilianer kurz darauf im Strafraum einen Schubser. Selbstbewusst schnappte sich der Gefoulte den Ball, verschoss den Strafstoß aber ebenso wie jüngst Krzysztof Piatek beim 0:3 gegen Hoffenheim. 

Mehr Ballbesitz, klare optische Überlegenheit - all das nutzte nichts. Denn Toprak entwischte Lucas Tousart beim Eckball und köpfte mit der zweiten Bremer Chance zum zweiten Tor ein. Labbadia konnte sich nur die wie immer bestens gelegten Haare raufen. Kurz vor der Pause kam aber noch das Hoffnungszeichen: Cordoba wuchtete einen Kopfball ins Tor. 325 Minuten torlose Hertha-Zeit waren beendet.

Die Berliner starteten schwungvoll in die zweite Halbzeit. Cunha (47.) bot sich gleich eine Chance zum Ausgleich. Sein Schuss war aber nicht platziert genug. Wie es geht, zeigte wenig später Bittencourt. Elegant nahm er den Ball im Drehen an und schob zum 3:1 ein. Ein Nackenschlag für die Berliner, die die Offensive weiter verstärkten. Erneut Cunha (66.) konnte aber eine klare Chance nicht nutzen. Cordoba (74.) köpfte zu zentral. Bremen legte durch Sargents Fernschuss nach und brachte den Sieg routiniert über die Zeit.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa