Fußball

Rekordtreffer gegen Paderborn Lasogga wuchtet HSV ins Pokal-Halbfinale

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Pierre-Michel Lasogga ist der Pokalheld des Hamburger SV.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Erstmals seit zehn Jahren steht der Hamburger SV wieder im Halbfinale des DFB-Pokals. Im Duell der Fußball-Zweitligisten beim SC Paderborn 07 erzielt Pierre-Michel Lasogga beide Tore für das abgezockte Team von Trainer Hannes Wolf. Lasogga stellt mit seinem Doppelpack auch einen Klubrekord ein.

Der Hamburger SV ist dank "Doppelpacker" Pierre-Michel Lasogga erstmals seit zehn Jahren wieder in das Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Das Team von Trainer Hannes Wolf setzte sich im Zweitliga-Duell beim SC Paderborn souverän mit 2:0 (0:0) durch und darf vom vierten Pokalgewinn der Vereinshistorie träumen. 15 Jahre nach dem Skandalspiel an gleicher Stelle sorgte der überragende Lasogga mit seinem Pokaltreffern Nummer fünf und sechs (54./68.) für die Entscheidung. Vor der Partie hatte der ehemalige HSV-Angreifer Ivica Olic, mit sechs Treffern in der Saison 2008/2009 Hamburgs erfolgreichster Schütze, in der "Bild" gefordert, Lasogga solle sich seinen "Pokal-Rekord schnappen" - mit Erfolg.

SC Paderborn - Hamburger SV 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Lasogga (54.), 0:2 Lasogga (68.)
Paderborn:
Zingerle - Dräger (70. Ritter), Schonlau, Strohdiek, Collins - Vasiliadis, Klement - Tekpetey (65. Pröger), Antwi-Adjej - Zolinski (77. Hünemeier), Michel; Trainer: Baumgart.
Hamburg: Pollersbeck - Bates, Papadopoulos, van Drongelen (26. Janjicic) - Sakai, Gideon Jung, Mangala, Santos - Holtby - Jatta, Lasogga (72. Berkay Özcan); Trainer: Wolf.
Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)
Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

"Es ist unbeschreiblich, das ist das erste Mal, dass ich im Halbfinale des DFB-Pokals stehe. Der Sieg war mehr als verdient, wenn man sieht, wie wir aufgetreten sind. Die Führung war ein Dosenöffner für uns, danach haben wir das Spiel dominiert", sagte Lasogga bei Sky und forderte eine vergleichbare Leidenschaft für das Aufstiegsrennen, in dem der HSV zuletzt etwas an Schwung verloren hatte: "Wir müssen so spielen wie heute, dann steht dem Aufstieg nichts im Weg." Zu seiner Zukunft habe er sich indes noch keine Gedanken gemacht, sagte Lasogga, dessen Vertrag ausläuft: "Ich will den Verein in die Bundesliga schießen. Ich hänge an diesem Verein und werde bis zum letzten Tag alles geben."

Papadopoulos feiert überraschendes Comeback

Der Zweitliga-Zweite, der nun bereits zum 15. Mal in der Vereinsgeschichte im Halbfinale des DFB-Pokals steht, zeigte beim Vierten die routiniertere Spielanlage. Nach 19 Minuten kamen die Gäste zu ihrer ersten Chance: Einen von Bakery Jatta erkämpften Ball setzte Orel Mangala aus spitzem Winkel knapp neben das Tor von Leopold Zingerle. Paderborn zeigte sich von Beginn an konterstark und brachte vor allem David Bates und Gotoku Sakai in der neuformierten Hamburger Abwehr in Bedrängnis. Abwehrchef Kyriakos Papadopoulos gab derweil nach 325 Tagen ein ebenso überraschendes Comeback wie solides nach einer schweren Knieverletzung. Der von einem Magen-Darm-Virus geplagte HSV-Trainer Wolf betonte vor der Partie, wie wichtig der Grieche mit seiner Mentalität und Körpersprache sei.

Die Hamburger und Paderborn begegneten sich bereits zum dritten Mal im DFB-Pokal. Im letzten Duell 2004, damals noch im Hermann-Löns-Stadion, manipulierte der Schiedsrichter Robert Hoyzer die Partie, in der sich der damalige Regionalligist Paderborn nach einem 0:2-Rückstand noch mit 4:2 gegen den Bundesligisten aus Hamburg durchgesetzt hatte. Hoyzer hatte damals zwei Elfmeter und eine Rote Karte gegen den Favoriten aus der Ersten Liga ausgesprochen.

Die Entscheidung beim Wiedersehen fiel in einem eher zähen Spiel nach der Pause. Nach einem Eckball überwand Lasogga Zingerle per Kopf, 14 Minuten später egalisierte er Olics Rekord und sorgte mit einem Flachschuss im Strafraum zudem dafür, dass die Hamburger nach der bitteren Halbfinalniederlage gegen Werder Bremen vor zehn Jahren erstmals seit dem letzten Pokalerfolg 1987 wieder ins Endspiel nach Berlin einziehen können. "Wir sind glücklich mit dem Ergebnis und dem Spiel. In der zweiten Halbzeit waren wir aufgrund der Schärfe und Aggressivität besser und haben die Tore gemacht", analysierte HSV-Coach Hannes Wolf. Paderborns Trainer Steffen Baumgart befand: "Die erste Halbzeit war ausgeglichen, in der zweiten Hälfte haben wir den ein oder anderen Fehler gemacht. Die Cleverness des HSV hat uns aufgezeigt, woran wir arbeiten müssen."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid