Fußball

Nach EL-Erfolg über Rangers Leverkusen fordert Inter Mailand heraus

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Kai Havertz traf selbst nicht, Leverkusen siegte dennoch.

(Foto: Ulrich Hufnagel / Hufnagel PR /Pool)

Nach dem klaren Auswärtserfolg im Hinspiel gestaltet Bayer Leverkusen auch das Rückspiel souverän. Im Achtelfinale der Europa League macht der Fußball-Bundesligist nicht mehr als nötig - und kommt problemlos weiter. In der nächsten Runde wartet ein großer Name.

Kai Havertz fuhr sich mit der Hand durchs verschwitzte Haar, bei der flüchtigen Umarmung mit Moussa Diaby lächelte er breit. Die vermeintliche Abschiedsvorstellung des begehrten Supertalents von Bayer Leverkusen in der heimischen Arena war bei brütender Hitze gelungen - obwohl Havertz selbst zwei riesige Torchancen vergeben hatte.

Beim 1:0 (0:0) im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League gegen die Glasgow Rangers war der Einzug der Werkself ins NRW-Final-8-Turnier dennoch nie gefährdet. Mit dem 3:1 aus dem Hinspiel im Rücken blieb Bayer ganz abgeklärt und kann von seinem ersten Titel seit 27 Jahren träumen. Moussa Diaby (51.) beseitigte mit seinem Treffer die letzten Zweifel.

Im Viertelfinale wartet schon am Montag in Düsseldorf allerdings der italienische Vize-Meister Inter Mailand, einer der Topfavoriten. "Es ist ein Spiel - das ist der Vorteil und der Nachteil. Wir wollen gewinnen und Großes erreichen", sagte Bayer-Kapitän Lars Bender bei DAZN.

Besonders in der Chancenverwertung werden sich die Rheinländer aber steigern müssen: Das gilt auch für Havertz, der nach Turnier-Ablauf wohl für eine stattliche Ablöse zum FC Chelsea wechseln wird. "Diese Möglichkeiten müssen wir kaltschnäuzig nutzen und die Dinger reinmachen", forderte Bender. "Für das Finalturnier brauchen wir mentale Frische. Das wird in der Quarantäne extrem wichtig werden."

Überlegen, aber ohne Tore

Trainer Peter Bosz musste 147 Tage nach dem Hinspiel auf fünf Profis verzichten. Havertz spielte: Er setzte trotz ungewohnter Rechtsaußenposition mit einer Volley-Abnahme an die Querlatte (16.) das erste Ausrufezeichen.

Bayer war trotz der 33-tägigen Pause dem schottischen Rekordmeister von Beginn an in allen Belangen überlegen, teilweise fehlte bei Temperaturen jenseits der 30 Grad allerdings die Genauigkeit im letzten Drittel. Ein Traumzuspiel von Exequiel Palacios auf Havertz bildete die Ausnahme, doch der 21-Jährige schoss allein vor Gäste-Keeper Allan McGregor hauchzart rechts vorbei (22.).

Die Überlegenheit wurde vor Geisterkulisse immer erdrückender, die Schotten schafften es kaum noch über die Mittellinie. Doch weder Diaby (39.) noch Europacup-Debütant Florian Wirtz (44.) oder Kevin Volland (45.+2) brachten ihre guten Schussgelegenheiten aufs Tor. Nach dem Wechsel ließ Gäste-Coach Steven Gerrard sein Team etwas höher anlaufen.

Der im Viertelfinale gelbgesperrte Charles Aranguiz nutzte den neuen Freiraum gleich für einen perfekten Chip-Pass hinter die Abwehr, Diaby verwertete mühelos ins kurze Eck. Kurz darauf verpasste Havertz (54.) zwar den Doppelschlag, doch der letzte Funken Glaube war beim 54-maligen schottischen Meister bereits erloschen.

Quelle: ntv.de, Marco Krummel, sid