Fußball

Werner wird zum großen Thema Löw spielt um seine Sensations-Serie

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Unbesiegbar in der WM-Qualifikation.

(Foto: picture alliance/dpa/Revierfoto)

Zwei Siege machen Joachim Löw noch nicht rundum glücklich. Vor dem letzten WM-Qualifikationsspiel seiner langen Bundestrainer-Zeit schärft er die Konzentration von Joshua Kimmich, Serge Gnabry und Co. Die Partie gegen Nordmazedonien ist wichtig für die Stimmungslage bis zur EM.

Marc-André ter Stegen bekommt mal wieder ein Länderspiel. Darauf hatte sich Joachim Löw bereits am Tag vor dem Duell in der WM-Qualifikation an diesem Mittwochabend mit Nordmazedonien (ab 20.15 Uhr bei RTL und im Liveticker bei ntv.de) festgelegt. Nun muss man aus dieser Sache keine große machen. Ein Top-Torwart darf sich mal wieder beweisen, klingt sehr vernünftig.

Aber die Sache wird eben deshalb ein bisschen größer, weil Neuer es so gar nicht mag, wenn er nicht spielen darf. Im DFB-Team war das länger kein Thema, beim FC Bayern ist es dauerndes, auch weil der Berater seines Konkurrenten Alexander Nübel den Druck für mehr Spiele erhöht und sogar einen vorübergehenden Abgang, per Leihe, forciert. Nun wird Neuer die Entscheidung des Bundestrainers wohl dennoch klaglos hinnehmen. Denn er weiß ja, dass diese Entscheidung nichts an seinem Status des Unangreifbaren ändern wird.

Timo Werner wundert sich

Diese Wertschätzung genoss in den vergangenen Jahren immer auch Stürmer Timo Werner. Als Mitglied der (fast) legendären Moped-Gang um Leroy Sané und Serge Gnabry, war der 25-Jährige der Schnellste der Schnellen. Und eben auch immer für einen Treffer zu haben. Diese Qualität hat er im Klub, beim FC Chelsea, indes (vorübergehend) eingebüßt. Auch deshalb saß er in den beiden Spielen gegen Island (3:0) und Rumänien (1:0) nur auf der Bank – während sein Londoner Teamkollege Kai Havertz eine kleine Wiederauferstehung feierte.

Werner, so berichtete die "Bild", solle sich über die Transformation von der Stammkraft zum Joker gewundert haben. Nun, um diese Sache nicht auch größer werden zu lassen, als sie ist, scheint eine schnelle Wiedereingliederung des Stürmers in Deutschlands erste Elf durchaus möglich. Eventuell für Leroy Sané, der wie Leon Goretzka zuletzt angeschlagen war. Zwar will Löw auch gegen Nordmazedonien zu großen Teilen wieder mit dem Team auflaufen, das gerade erst zwei souveräne Siege auf dem Weg zur umstrittenen WM in Katar 2022 eingefahren hat. Aber große Teile lassen zumindest den Platz für kleine Veränderungen.

Diese überraschende Rigorosität beim Umgang mit Personalentscheidungen muss derweil niemanden überraschen. Denn der Bundestrainer hatte sie zum Thema für die Vorbereitung seiner finalen Mission gemacht. Mit der "Rücksicht auf die Gesamtsituation" des vergangenen Jahres sei es nun vorbei, hatte er vor den Spielen gegen Island (3:0) und Rumänien (1:0) gesagt. Für den "maximalen" Erfolg setzt Löw die Nationalmannschaft auf die bundessportlich höchste Prioritätsstufe. Bedeutet: Leistungsträger werden nun nicht mehr geschont, Achsen sollen sich bilden, Automatismen geschärft werden.

Guardiola als Bundestrainer? Gündogan fänd's gut

Und um die Hoheit über die Personalie Werner zu behalten, hatte sich Löw ohnehin bereits schmeichelnd positioniert: "Timo ist ein brandgefährlicher Spieler, der eine unglaubliche Schnelligkeit hat. Er hat bei uns auch sehr viele Tore geschossen. Auch wenn er zweimal nicht von Anfang an gespielt hat, weiß ich, was er kann. Mit Timo bin ich sehr zufrieden. Er wird seine Chance logischerweise wieder bekommen." Das sind fast schon guardiola'eske Züge: Loben, aber nichts versprechen. Apropos Guardiola. Was wäre dann mit dem Spanier als neuem Bundestrainer? Nun, Ilkay Gündogan, der bei Manchester City eine erfolgreiche Beziehung mit Guardiola führt und an diesem Mittwoch wie Löw in einer Medienrunde saß, befand die Idee für gut: "Ich persönlich würde ihn gleich nehmen."

Zu den Fußballern, die in den vergangenen Tagen quasi einen höchstinstanzlichen Ritterschlag vom scheidenden König Joachim bekommen haben, gehörte vor allem auch der der Dortmunder Emre Can. Der hatte den überraschenden Plan seines Vorgesetzten als linker Verteidiger spektakulär ausgefüllt. Dynamisch im Spiel nach vorne, gewohnt resolut in der Arbeit nach hinten. So gut, wie der Dortmunder das ausfüllte, machte er Löw nonverbal ein Angebot für höhere Aufgaben.

Was wird aus Robin Gosens?

Ein Mann, der ihm den möglichen Arbeitsauftrag wieder entziehen könnte, ist Robin Gosens. In Deutschland kennt man den 26-Jährigen eher weniger, was wohl auch daran liegt, dass bei Atalanta Bergamo spielt. Einem Klub also, der eher bei Liebhabern bekannt ist, obwohl er die nationale und internationale Elite schon etwas länger immer wieder aufschreckt. Nun, dieser Gosens ist in Bergamo bekannt für seine Power und Dynamik. Löw schätzt das. Ein Einsatz? Möglich, aber Löw sieht es ja eben so: Große Teile… man kennt das.

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War sonst noch was? Aber, unbedingt! Gegen Nordmazedonien bestreitet der Bundes-Jogi sein 192. Länderspiel. Zugleich ist die Partie Löws 33. und letztes Spiel in einer WM-Qualifikation. Die Bilanz hier ist beeindruckend: 29 Siege und drei Remis gab es vor den Endrunden in Südafrika 2010, Brasilien 2014, Russland 2018 und nun Katar 2022. Kein Spiel ging verloren. Aber gut, es ging ja auch noch nie (in der deutschen Länderspielgeschichte) gegen Nordmazedonien! Und die haben Goran Pandev! Der Musterschüler von José Mourinho gewann mit Inter Mailand gegen den FC Bayern die Champions League. Damals im Tor: Hans-Jörg Butt.

So, nun wissen Sie Bescheid.

Quelle: ntv.de, tno

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