Fußball

Clegg für "härtere Sanktionen" London will Russland die WM entziehen

imago16957672h.jpg

2010 erhielt Russland den Zuschlag für die Weltmeisterschaft 2018.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Spätestens der Absturz von Flug MH17 in der Ostukraine und neuerliche Sanktionen gegen Moskau bringen die Frage wieder auf: Soll Russland die Fußball-WM 2018 ausrichten dürfen. Nun spricht sich auch ein britischer Spitzenpolitiker dagegen aus.

Großbritanniens stellvertretender Premierminister Nick Clegg fordert, Russland die Fußball-WM 2018 zu entziehen. Die Europäische Union müsse nach dem "fürchterlichen Abschuss eines Jets" mit fast 300 Menschen an Bord mit "härteren Sanktionen" gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin vorgehen, sagte Clegg der "Sunday Times".

"Wenn er mit diesem kriegstreibenden Verhalten weitermacht, ist es undenkbar, dass er das Privileg genießen sollte, die Weltmeisterschaft 2018 ausrichten zu dürfen", so Clegg. Der Parteichef der britischen Liberaldemokraten warnte, dass der Rest der Welt "so schwach und so verlogen" aussehe, sollte Russland das Weltturnier in vier Jahren nicht weggenommen werden.

Putin habe schon die Olympischen Winterspiele in Sotschi "ausgenutzt", sagte er weiter. Clegg schloss Sanktionen gegen russische Oligarchen in England wie den Club-Besitzer des FC Chelsea, Roman Abramowitsch, nicht aus: "Wir schauen uns alle Optionen an und wir machen das unbeeinträchtigt."

Putin "kein würdiger Gastgeber"

In Deutschland hatte unter anderen der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Michael Fuchs, für eine Aberkennung der WM-Gastgeberrolle Russlands plädiert. "Ein Land, das nicht einmal die Überflugrechte von Flugzeugen garantieren kann, sollte keine Weltmeisterschaft ausrichten", sagte der Politiker mit Blick auf den Absturz von Flug MH17.

Grünen-Politiker Volker Beck sagte der "HAZ": "Man darf eine Fußball-WM nicht in einem Land austragen, das völkerrechtswidrig einen Teil eines anderen Landes annektiert hat." Marieluise Beck, Obfrau der Grünen im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, sagte, Putin sei "kein würdiger Gastgeber".

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier lehnte einen WM-Entzug hingegen ab und kritisierte die Debatte über einen Boykott angesichts der Ukraine-Krise als nebensächlich. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel hielt eine entsprechende Diskussion für falsch.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

Mehr zum Thema