Fußball

Däninnen streiken für mehr Geld Männer-Team will für Fußballerinnen bluten

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Jubel bei der Europameisterschaft - Teiljubel im Streit mit dem dänischen Verband. Pernille Harder (vorn) setzt sich für ihr Team ein

(Foto: imago/Pro Shots)

Die dänischen Fußball-Nationalspielerinnen bringen ihren Verband wegen eines Streiks ins Schwitzen. Sogar die WM-Qualifikation steht zwischendurch auf der Kippe. Nun schalten sich die Männer ein - und wollen für ihre Kolleginnen auf Geld verzichten.

Die dänischen Vize-Europameisterinnen bekommen im Streit mit ihrem Verband DBU Unterstützung ihrer Kollegen. Die Fußballerinnen fordern deutlich mehr Geld. Die Männer-Auswahl hat nun angeboten, auf etwa 67.000 Euro im Jahr zu verzichten - wenn die Frauen vertraglich die gleichen Grundrechte erhalten. Die DBU lehnte diesen Vorschlag laut Spielervereinigung aber am Sonntag ab.

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Da aber nun immerhin eine Teileinigung erzielt wurde, bestreiten die Frauen auf jeden Fall das WM-Qualifikationsspiel am Dienstag in Ungarn. "Der Deal ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Spielerinnen sind froh, sich jetzt voll und ganz auf das Spiel konzentrieren zu können", sagte Mads Øland, Direktor der Spielervereinigung. Wie viel Geld die Spielerinnen nun erhalten, ist nicht bekannt. Allerdings hatte der Streik Wellen geschlagen: Die Revanche gegen die Europameisterinnen aus den Niederlanden am vergangenen Freitag musste abgesagt werden. Das Spiel war angeblich ausverkauft, aber die Spielerinnen streikten. Dänemark hatte das Finale im August mit 2:4 verloren.

Verband beklagt Verluste durch Frauenfußball

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hatte der Verband die von den Spielerinnen geforderte Steigerung der Prämien auf 342 Prozent beziffert. Er sei gewillt, 46 Prozent mehr anzubieten. Die Spielergewerkschaft dagegen erklärte, dass der derzeitige Reallohn nur im Minimalbereich liege, daher wirke die realistische Forderung nun ungeheuerlich. Kapitänin Pernille Harder hatte gesagt: "Es geht nicht darum, reich zu werden. Es geht nicht um riesige Summen. Es geht darum, nicht gezwungen zu sein, einen zusätzlichen Job, Voll- oder Teilzeit, zu benötigen."

Der Verband argumentierte laut "SZ", dass er "Jahr für Jahr Geld durch den Frauenfußball" verliere, zwar mehr zahlen wolle, aber eben nicht könne. Daher hieß es zunächst, die Partie gegen Ungarn stehe auf der Kippe. Der Verband war sogar auf der Suche nach Ersatzspielerinnen. Dazu hatte Harder, die für den VfL Wolfsburg in der Bundesliga spielt, gesagt: "Wir waren nicht mehr weit voneinander entfernt. Deshalb ist es überraschend für mich, dass die DBU nun Zeit in die Suche nach anderen Spielerinnen investiert, wenn wir einen Deal hätten erreichen können."

Anfang September waren die Tarifvereinbarungen ausgelaufen. Die Däninnen hatten sich seit Anfang letzter Woche geweigert, ohne gültigen Vertrag im Trainingslager zu erscheinen. Harder hatte auch gesagt: "Wir werden spielen, wenn wir eine Einigung erzielen." Und so ist es nun offenbar.

Quelle: n-tv.de, ara/sid

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