Fußball

Chelsea jubelt, Leicester hadert Man United zittert sich durch CL-Showdown

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Die Szene des Spiels: Nach diesem Foul an Anthony Martial brachte Bruno Fernandes Manchester United in Führung.

(Foto: imago images/Sportimage)

Der englische Rekordmeister ist zurück in der Champions League: Manchester United hält dem Druck am letzten Spieltag der Premier League Stand und zieht in die Königsklasse ein. Auch der FC Chelsea lässt keine Zweifel aufkommen, während ein Ex-Sensationschampion den Kürzeren zieht.

Der FC Chelsea hat den Einzug in die Champions League perfekt gemacht. Der potenzielle neue Arbeitgeber von Shootingstar Kai Havertz sicherte sich am letzten Spieltag in der Premier League mit einem 2:0 (2:0) gegen Wolverhampton Wanderers den vierten Tabellenplatz. Manchester United kann ebenfalls für die Königsklasse planen. Durch das 2:0 (0:0) bei Leicester City behauptete das Team - punktgleich mit dem viertplatzierten FC Chelsea den dritten Rang.

Der deutsche Nationalspieler Timo Werner, der ab der kommenden Saison für Chelsea auflaufen wird, verfolgte auf der Tribüne die Treffer von Mason Mount (45.+1) und Olivier Giroud (45.+4) für sein neues Team. "Das bedeutet mir sehr viel", sagte Trainer Frank Lampard, der in seiner ersten Saison als Chelsea-Coach auch im Finale des FA Cups gegen Arsenal steht. Auch den Leverkusener Havertz dürfte das Ergebnis freuen, laut übereinstimmenden Medienberichten soll sich der Nationalspieler mit Chelsea bereits einig sein.

Bruno Fernandes per Foulelfmeter (71.) und Jesse Lingard (90.+8) nach einem schweren Patzer im Aufbauspiel von Leicester City sicherten Manchester United den Startplatz in der Königsklasse. Dort könnte dann auch BVB-Star Jadon Sancho auflaufen, der mit dem Klub derzeit in Verbindung gebracht wird. Leicester City, 2016 englischer Meister, kehrt erstmals seit dem Sensationstitel in den internationalen Wettbewerb zurück und tritt in der kommenden Saison in der Europa League an.

Arsenal schießt Watford in die 2. Liga

Auch Tottenham Hotspur löste durch ein 1:1 (0:1) bei Crystal Palace das Ticket für den Europacup-Wettbewerb und schob sich auf den sechsten Tabellenplatz an Wolverhampton vorbei, die sich trotzdem noch Hoffnungen auf einen internationalen Startplatz machen können. Sollte Chelsea im FA-Cup-Finale gegen den FC Arsenal (1. August) siegen, reicht der siebte Rang für die Europa-League-Qualifikation.

Aston Villa entschied das Fernduell mit dem FC Watford und dem AFC Bournemouth für sich, musste bei West Ham United jedoch lange um den Klassenerhalt zittern. Die späte Führung von Jack Grealish (84.) glich Andrej Jarmolenko (85.) umgehend aus. Das 1:1 (0:0) reichte aber, weil Watford mit 2:3 (1:3) bei Arsenal verlor. Der Klub, der in der Saison drei Trainer schasste, steigt nach fünf Erstliga-Jahren ab. Genau wie Bournemouth, das sich selbst durch ein 3:1 (2:1) beim FC Everton nicht mehr retten konnte. Am Ende fehlte ein Punkt.

Teammanager Jürgen Klopp gewann mit Meister FC Liverpool bei Newcastle United mit 3:1 (1:1) und egalisierte damit Manchester Citys Rekord von 32 Siegen in einer Saison. Mit 99 Punkten spielten die Reds die beste Saison ihrer Vereinsgeschichte, verpassten aber den Rekord von Manchester City um einen Zähler. Virgil van Dijk (38.), Divock Origi (59.) und Sadio Mané (89.) trafen nach früher Newcastle-Führung durch Dwight Gayle (1.) für die Elf von Trainer Jürgen Klopp. "Für diesen wunderbaren Klub war es eine außergewöhnliche Saison", sagte Torschütze van Dijk nach dem Spiel, "das sollte uns anspornen, den Titel zu verteidigen. Es wird schwer."

City, die Mannschaft von Teammanager Pep Guardiola, siegte zum Abschluss parallel mit 5:0 (2:0) gegen das bereits als Absteiger feststehende Norwich City mit dem deutschen Trainer Daniel Farke. Kevin De Bruyne (45.+1/90.+1) traf doppelt, außerdem Gabriel Jesus (11.), Raheem Sterling (79.) und Riyad Mahrez (83.).

Zufrieden dürften am Ende auch die Premier-League-Bosse sein. Wegen der Coronavirus-Krise war der Fußballbetrieb in England vom 13. März bis 17. Juni unterbrochen worden. Zwischenzeitlich wurde sogar über einen vorzeitigen Abbruch oder eine Austragung der restlichen Spiele auf neutralem Boden diskutiert. Schließlich konnte die Saison aber ohne besondere Vorkommnisse zu Ende gespielt werden - allerdings wie in Deutschland ohne Zuschauer in den Stadien.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa/sid