Fußball

Poker zwischen Bayern und Bilbao Martínez wünscht sich Klarheit

Javier Martínez will möglichst schnell wechseln, der FC Bayern 40 Millionen bezahlen, Athletic Bilbao stellt sich quer. Die Basken weigern sich, einen Transfervertrag aufzusetzen, und könnten die exorbitante Ablöse damit weiter in die Höhe treiben. Für Bernd Schuster sind 40 Millionen zu viel, weil Martinez kein Zauberer sei.

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Will wechseln, darf aber noch nicht: Javier Martinez.

(Foto: dpa)

Der vom FC Bayern heftig umworbene Javier Martínez will rasch Klarheit über seine Zukunft. "Ich warte ab und hoffe auf eine schnelle Entscheidung", sagte der spanische Nationalspieler der "Bild am Sonntag". Die Münchner sind bereit, für den 23 Jahre alten Fußball-Mittelfeldmann von Athletic Bilbao die festgeschriebene Ablöse von rund 40 Millionen Euro zu zahlen. Die Spanier aber wollen Martínez bisher partout nicht gehen lassen - inzwischen droht der Transfer an Fragen des spanischen Steuerrechts zu scheitern.

Bilbao nämlich will bislang keinen Transfervertrag mit den Bayern aufsetzen, sondern besteht darauf, dass Martínez den Scheck über die 40 Millionen Euro selbst beim spanischen Ligaverband hinterlegt. Dadurch könnte Martínez gezwungen sein, Einkommensteuer zu zahlen - viel Geld, das letztlich wohl die Bayern noch obendrauf zahlen müssten. "Ich bin entspannt, trainiere, halte mich fit und warte ab, dass eine Entscheidung fällt", sagte Martinez.

Sportchef Matthias Sammer hatte schon am Samstag deutlich gemacht, "dass wir von Bilbao eine schriftliche Formalie brauchen, damit der Transfer stattfinden kann". Eine Alternative zum Spanier hätten die Münchner nicht als Neuverpflichtung im Auge. "Wir sind fixiert auf ihn, haben keinen Plan B", betonte Sammer bei "Liga total". Auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte den Wechsel bei n-tv als gefährdet bezeichnet.

Eher Schweinsteiger als Timoschtschuk

Dort äußerte sich der ehemalige Fußball-Nationalspieler Bernd Schuster kritisch zu den Fähigkeiten des spanischen Europameisters. "Javier ist einer, der Schweinsteiger oder Kroos den Rücken  decken kann. Er ist ein klassischer Sechser, der auch eine Reihe  weiter hinten spielen kann, in der Innenverteidigung. Er ist kein Regisseur, kein großer Spielgestalter, keiner, der das große Aah und Ooh im Stadion hervorruft", sagte der ehemalige Real-Madrid-Coach.

Die gigantische Ablöse sieht Schuster deshalb als Problem: "Er ist kein Schweinsteiger, er ist eher ein Timoschtschuk. Das einzige Problem ist, das diese riesigen Millionen hinter einem so jungen Spieler stehen. Bei dieser Summe denken wir doch eher an einen Zauberer, einen klassischen Zehner." Martinez sei aber vor allem ein hervorragender Arbeiter im Mittelfeld.

Quelle: ntv.de, dpa/sid