Fußball

Barca machte "gewaltigen Druck" Messi stimmt Mega-Gehaltsverzicht zu

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Lionel Messi kann nicht nur zaubern - sondern auch diskutieren.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

In der Fußball-Bundesliga verzichten inzwischen viele Teams auf Teile ihres Gehalts, um ihre Arbeitgeber in der Krise zu entlasten. International sind jetzt auch diverse Superstars finanziell im Krisenmodus. Und da geht es dann gleich um gewaltige Summen, die eingespart werden.

Die Spieler des spanischen Fußballmeisters FC Barcelona um Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen werden in der Coronakrise nun doch auf große Teile ihres Gehalts verzichten. In einer Erklärung über die sozialen Medien kündigten Superstar Lionel Messi und Sturmkollege Luis Suarez an, dass die Mannschaft auf 70 Prozent ihrer Bezüge verzichten werde.

Der katalanische Renommierklub teilte am Montag in einer Erklärung mit, dass der Verzicht für die erste Mannschaft sogar über den 70 Prozent liege, die zunächst geplant gewesen seien. Darüber hinaus würden die Spieler Geld zur Verfügung stellen, damit die Angestellten des katalanischen Vereins weiterhin ihre vollen Gehälter bekommen. Barca hatte am vergangenen Donnerstag angekündigt, für alle Angestellten im sportlichen und nicht-sportlichen Bereich Kurzarbeit anmelden zu wollen. Noch vor wenigen Tagen hatte die Mannschaft einen ersten Vorschlag des Vereins für eine Gehaltskürzung abgelehnt.

Messi kritisierte, dass von der Vereinsführung offenbar starker Druck ausgeübt worden sein soll. "Es ist überraschend, dass versucht wurde, uns unter gewaltigen Druck zu setzen, um etwas zu tun, was wir ohnehin getan hätten", erklärte der sechsmalige Weltfußballer. Wenn es für die Einigung einige Tage gedauert habe, so Messi, "dann nur deswegen, weil wir nach einer Formel für die Hilfen für den Klub und seine Mitarbeiter gesucht haben."

Juventus-Stars verzichten auf 90 Millionen Euro

Ein anderer Superstar des Weltfußballs hatte mit seinen Teamkollegen seinem Klub bereits am Wochenende gewaltige Gehaltseinsparungen ermöglicht: Cristiano Ronaldo und der Rest des Kaders des italienischen Serienmeisters Juventus Turin verzichten im März, April, Mai und Juni auf insgesamt 90 Millionen Euro. "Juventus möchte sich bei den Spielern und dem Trainer für ihre Zusage bedanken", schrieb der Klub. Bei einer Fortsetzung der zurzeit pausierenden Saison sollen erneute Verhandlungen geführt werden. Zuletzt hatte die Serie A über eine Gehaltskürzung aller Profis um 30 Prozent nachgedacht, sollte der Spielbetrieb nicht wieder aufgenommen werden. Ein Beschluss wurde diesbezüglich aber noch nicht gefasst.

Der Präsident des italienischen Fußball-Verbandes FIGC, Gabriele Gravina, dankte den Juventus-Spielern. "Dieser Beschluss ist ein Vorbild für das gesamte Fußballsystem", kommentierte Gravina am Sonntag: "Einheit und Solidarität in der Fußball-Welt sind eine erste, großartige Antwort auf den Notstand, den wir zurzeit erleben und der noch größer wäre, wenn wir wieder spielen würden. Nur mit dem Beitrag aller Protagonisten wird der Fußball stärker werden." Bei Juventus waren der Italiener Daniele Rugani, der französische Weltmeister Blaise Matuidi und der Argentinier Paulo Dybala positiv auf COVID-19 getestet worden.

In der deutschen Bundesliga gibt es ebenfalls schon Zusagen von Profis und Trainerteams zahlreicher Teams, auf Gehalt zu verzichten. "Dass dieses Thema irgendwann kommen wird, war uns allen klar, weil die Vereine sich über einen gewissen Zeitraum nicht mehr halten können", sagte BVB-Kapitän Marco Reus. Daher habe es einen großen Austausch innerhalb der Mannschaft gegeben, jeder sei mit dem Schritt einverstanden.

Zu einem Gehaltsverzicht der Stars von Bayern München hat es laut Kapitän Manuel Neuer angesichts der Coronakrise keine Alternative gegeben. "Wir Profifußballer sind eine besonders privilegierte Berufsgruppe, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, finanzielle Abstriche zu machen, wenn Not herrscht", sagte der 33 Jahre alte Torwart im Interview mit der "tz" und dem "Münchner Merkur".

Der deutsche Fußball-Rekordmeister habe "circa 1000 Mitarbeiter und noch viele mehr, die rund um den Verein wichtige Aufgaben erfüllen. Denen wollen wir als Mannschaft mit unserem Verzicht helfen und Sicherheit bieten", ergänzte Neuer.

Quelle: ntv.de, ter/sid