Fußball

Coach Fischer feiert seinen Star Mit Kruse kommt Union in der Bundesliga an

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Gut gelaunter Anführer: Max Kruse.

(Foto: dpa)

Der eigenwillige Stürmer-Star Max Kruse und Trainer Urs Fischer haben schnell einen sehr guten Draht zueinander entwickelt. Davon profitiert Union Berlin, das in der Bundesliga immer besser in Schwung kommt. Der ehemalige Nationalspieler hilft dem Team gleich mehrfach.

Nein, Urs Fischer hatte kein schlechtes Gefühl. Als sich Max Kruse nach dem Abpfiff auf der rot-weißen Spielerparty zurückhielt, war das nach dem 4:0 (1:0)-Fest über Mainz 05 für den Trainer kein Hinweis darauf, dass der prominente Neuzugang eine Außenseiterrolle pflegt. "Ich sehe da jetzt nichts Spezielles drin", sagte Fischer, der keine Kritik an seinem Star-Stürmer aufkommen lassen wollte. Im Gegenteil. Fischer betonte mehrmals, wie wichtig Kruse auf dem Platz sei, in der Vorwärtsbewegung, aber auch in Phasen, wenn das Spiel beruhigt werden müsse. Kruses Rolle sei es, "ein bisschen den Takt anzugeben".

Offenbar ist das Verhältnis der beiden mittlerweile von Vertrauen geprägt, und das tut den Eisernen gut. Fischer hat den als eigensinnig geltenden Ex-Nationalspieler nach dessen Knöchelverletzung klug aufgebaut, wechselte ihn zweimal ein, ehe der Angreifer beim Triumph gegen Mainz seinen ersten Startelf-Einsatz bekam und es dem Trainer prompt mit dem wichtigen Tor zum 1:0 (13.) dankte.

"Glaube nicht, dass wir uns verändert haben"

Union Berlin - FSV Mainz 05 4:0 (1:0)

Tore: 1:0 Kruse (13.), 2:0 Ingvartsen (49.), 3:0 Friedrich (63.), 4:0 Pohjanpalo (64.)
Union: Luthe - Friedrich, Knoche, Schlotterbeck  - Trimmel (69. Ryerson), Prömel, Andrich (82. Griesbeck), Lenz -  Becker (64. Bülter), Ingvartsen (82. Endo) - Kruse (64. Pohjanpalo); Trainer: Fischer.
Mainz: Zentner - Mwene (71. Martin), St. Juste, Alexander Hack,  Brosinski - Latza, Kunde Malong (60. Nebel) - Boetius - Onisiwo,  Mateta (60. Burkardt), Quaison (71. Kilian); Trainer: Lichte.
Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 4400

Auch die Integration des Neu-Berliners klappt offenbar gut, Fischer hat seine klare Linie. Auf die Frage, wie sich das Team auf Kruse eingestellt habe, entgegnete der Schweizer fast erbost: "Ich glaube nicht, dass wir uns verändert haben", stellte der Trainer klar, Kruse sei es, der seinen Teil dazugeben müsse, betonte Fischer. "Aber natürlich profitieren wir von seiner Erfahrung."

Auch Kruse scheint mit Fischer zu können. "Wir haben das gemacht, was der Trainer uns vorgegeben hat", sagte der 14-malige Nationalspieler, der Union mit seinem platzierten Kopfball in Führung gebracht hatte. Es sei ein "geiles Gefühl", ein Bundesliga-Tor zu erzielen, "das brauche ich ja keinem zu erzählen", sagte Kruse nach dem höchsten Bundesligasieg der Unioner. Zuletzt hatte der 32-Jährige Ende April 2019 in der Bundesliga getroffen, damals noch für Werder Bremen, ehe er im Sommer darauf zu Fenerbahce Istanbul wechselte. Vom 19-maligen türkischen Meister trennte er sich wegen ausstehender Gehaltszahlungen im Streit, nun blüht er bei Union wieder auf und gibt der Mannschaft in der Offensive mehr Optionen.

Für Unions Kapitän Christopher Trimmel ist Kruse ein Gewinn, auch mit ihm sei die Mannschaft endlich in der Bundesliga angekommen. "Wir haben wieder super Transfers getätigt", sagte der Österreicher. Man merke, dass mehr Erfahrung da ist. Trimmel bezog dabei wohl auch den weiteren Neuzugang Joel Pohjanpalo ein, der nur 35 Sekunden nach seiner Einwechselung für Kruse (64.) den 4:0-Endstand sicherstellte. So konnte Fischer am Ende sogar zufrieden sein, was ihm nur äußerst selten gelingt. "Es gab auch viele Dinge, die wir gut gemacht haben", sagte Fischer, ehe er aber sofort wieder in seine alte Vorsichtigkeit verfiel: "Es war ein wichtiger Sieg, aber jetzt gilt es schön auf dem Boden zu bleiben."

Quelle: ntv.de, tno/sid