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Nicht unumstritten bei Manchester United: Starcoach José Mourinho.
Nicht unumstritten bei Manchester United: Starcoach José Mourinho.(Foto: imago/ActionPictures)
Donnerstag, 09. August 2018

Gemaule und Anti-Spaß-Fußball: Mourinho wankt mit Man United in die Saison

Vor Manchester Uniteds Start in die Premier-League-Saison herrscht dicke Luft bei Englands Fußball-Rekordmeister. Eine Klub-Ikone zählt Coach José Mourinho hart an. Der mault seit Wochen nur rum, kritisiert seine Profis - und könnte am Mourinho-Fluch scheitern.

Manchester Uniteds Mittelfeld-Ikone Paul Scholes traut seinem Ex-Klub in der kommenden Saison nicht viel zu. Teammanager José Mourinho, dem Scholes seit jeher in Abneigung verbunden ist, sei zudem in einer "schwierigen Situation", sagte der 43-Jährige der Nachrichtenagentur AFP: "Es sieht nicht so aus, als hätten die Spieler Spaß mit dieser Art des Fußballs. Den hätte ich auch nicht."

Netter Typ, aber kein Leader: Das sagt Mourinho über seinen Innenverteidiger Eric Bailly.
Netter Typ, aber kein Leader: Das sagt Mourinho über seinen Innenverteidiger Eric Bailly.(Foto: AP)

Die Aufgabe eines Teammanagers sei es auch, die Fans zu unterhalten. "Das ist zuletzt sehr, sehr selten passiert", sagte Scholes. Sollte das so bleiben und die Mannschaft auch keinen Erfolg haben, "könnte Mourinho gehen. Aber er hat viel Erfahrung, er muss einen Weg finden." Bereits in der vergangenen Saison war Mourinho mit Scholes verbal aneinandergeraten. "Wenn Paul jemals Trainer werden sollte, würde ich ihm wünschen, dass er 25 Prozent des Erfolges hat, den ich habe", hatte der 55-Jährige geätzt.

Seit Wochen Gemaule und Kritik

Eine Reaktion auf die jüngste Scholes-Kritik steht noch aus, sie dürfte aber folgen. Denn Mourinho sieht sich in Manchester seit Wochen der Kritik ausgesetzt. Der Portugiese beklagte seinerseits mangelnde Unterstützung und kritisierte die Transferpolitik seines Vereins. Er benötige "noch zwei Spieler", "aber die bekomme ich nicht". Heißt: Wenn's nicht klappt, sind andere daran schuld.

Prominentester Zugang ist der Brasilianer Fred von Schachtjor Donezk für 58 Millionen Euro. Mourinho wünscht sich vor allem einen Innenverteidiger. Den Ivorer Eric Bailly qualifizierte er gerade ab: Der sei ein netter Kerl und ein Teamplayer, aber eben "kein großer Anführer". Mourinhos Pech: Zu Wochenbeginn zerschlug sich der Wechsel von Bayerns Nationalspieler Jérôme Boateng nach Manchester. Der will entweder in München bleiben - oder lieber zu Thomas Tuchels Paris St. Germain wechseln.

Wetten auf Mourinhos Rauswurf

In der holprigen Vorbereitung hatte Mourinho vor allem durch seine schlechte Laune für Schlagzeilen gesorgt. Der Portugiese war dermaßen schlecht drauf, dass einige Beobachter bereits mutmaßten, er wolle durch sein permanentes Gemaule seinen Rauswurf provozieren. So weit ist es noch nicht, bei Manchesters Eröffnungsspiel in der Premier League wird er am Freitag gegen Leicester City (ab 21 Uhr im n-tv.de Liveticker) auf der United-Bank sitzen.

Aber schon seit den United-Pleiten gegen den AC Mailand und den FC Liverpool beim International Champions Cup nehmen die Buchmacher Wetten an, dass Mourinho der erste Teammanager ist, der in der Premier League gefeuert wird - oder selbst geht. Zur Erinnerung: Bei keiner seiner Trainerstationen war "The Special One" länger als drei Jahre. In Manchester geht er in sein drittes Jahr.

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Quelle: n-tv.de