Fußball

"Es sieht momentan sehr gut aus" Neuers Belastbarkeit erleichtert Coach Löw

imago34815191h.jpg

Alle blicken beim DFB-Training in Südtirol auf Manuel Neuer.

(Foto: imago/Schüler)

Noch sind nicht alle Spieler im WM-Trainingslager angekommen, doch Joachim Löw ist schon bester Laune. Bei Manuel Neuer sieht er keinerlei Probleme. Wann Boateng anreist, ist dagegen offen. Nach dem ersten Training ist für Löw klar: Die Gier auf den Titel ist groß.

Bundestrainer Joachim Löw gibt sich zu Beginn des WM-Trainingslager im Südtiroler Eppan optimistisch, was den Einsatz von Nationalmannschafts-Torwart Manuel Neuer angeht: "Stand heute gibt es keinerlei Probleme, auch nicht bei den höchsten Belastungen. Es sieht momentan sehr gut aus", sagte Löw. "Wenn wir das Gefühl haben, dass er hundert Prozent Leistung bringen kann, dann kann er dabei sein. Wir schauen mal von Tag zu Tag."

imago34815073h.jpg

Der Kampf um die Positionen ist eröffnet.

(Foto: imago/Schüler)

16 Feldspieler und drei Torhüter standen beim ersten Training der DFB-Fußballer auf dem Platz. Die verbliebenen Spieler aus dem vorläufigen 27er-Aufgebot reisen erst später an, weil sie am vergangenen Wochenende noch mit ihren Vereinen im Einsatz waren. Nach der Ankunft am Vortag hatte es zunächst nur einen lockeren Trainingsaufgalopp gegeben. Kapitän Manuel Neuer absolvierte das Torwarttraining nach seinem Mittelfußbruch heute nun unter voller Belastung.

Ein weiteres Sorgenkind ist der zuletzt verletzte Jérôme Boateng, der sobald wie möglich zur Mannschaft hinzustoßen soll: "Es ist noch nicht ganz hundertprozentig klar, ob er morgen anreisen kann. Es folgt erst noch die Abschlussuntersuchung in München, danach werden wir entscheiden. Im Laufe der nächsten Woche kann er möglicherweise teilweise in das Mannschaftstraining einsteigen."

"Niemandem gesagt, dass er nur auf Bewährung ist"

Mit dem ersten Training ist auch der Kampf um die feste Plätze im endgültigen Team eröffnet, keiner will zu den Streichkandidaten gehören: "Alle Positionen müssen ausgewogen besetzt sein", sagte Löw. Jeder Spieler sei mit "unglaublicher Motivation" ins Trainingslager gereist. "Man muss keinem besonders ins Gewissen reden, dass er Gas geben muss." Er habe keinem Spieler gesagt, dass er "nur auf Bewährung hier ist". "Alle sollen die gleichen Chancen haben." Es gebe vorab keine Gedankenspiele, welche Spieler noch gestrichen werden. Der finale Kader wird am 4. Juni bekannt gegeben.

Neben dem Kampf um die Positionen und Stammplätze geht es auch darum, dass Team zu stärken. "Ich muss jedem Spieler das Gefühl geben, dass er für das Team eine wichtige Rolle spielt." Laut Löw müsse man dafür gar nicht so viel tun: "Ich finde, die Mannschaft ist ehrgeizig und kämpft um die Positionen. Aber das ist immer voller Respekt. Wir haben ja genügend Beispiele aus der Vergangenheit, zum Beispiel Christoph Kramer, der am Ende im Finale (Anmerk. d. Red.: Im Endspiel 2014 gegen Argentinien) stand, weil er im Training immer gute Leistungen gebracht hat."

Einer der im Vorfeld des Trainingslagers für Ärger sorgte, war Sandro Wagner. Er war sauer, weil Löw ihn nicht für den vorläufigen WM-Kader berücksichtigt hatte. Der Bundestrainer hält das Thema beim nun ganz klein: "Das Thema ist für mich erledigt. Ich werde hier nicht mehr darüber reden."

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

Mehr zum Thema