Fußball

Frust in kleineren LigenNicht-Teilnehmer warten offenbar immer noch auf Klub-WM-Geld

19.02.2026, 20:09 Uhr
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Daumen hoch für das Turnier gab es vor allem von Gianni Infantino. (Foto: picture alliance / M.i.S.)

Eigentlich sollten viele Fußball-Klubs von der neu geschaffenen Klub-Weltmeisterschaft profitieren - nicht nur die Teilnehmer. Doch laut einem Medienbericht wächst der Unmut in vielen Ligen: Den Nicht-Teilnehmern fehlten immer noch die Solidaritätszahlungen.

Die FIFA hat einem Medienbericht zufolge den Nicht-Teilnehmern der Klub-Weltmeisterschaft noch immer nicht ihre Solidaritätszahlungen ausgeschüttet. Ursprünglich sollten eigentlich rund 210 Millionen Euro auch an Klubs in den weltweiten Top-Ligen fließen, die im vergangenen Sommer nicht bei dem Turnier teilgenommen haben, schreibt der britische "Guardian". Eine gleiche Verteilung bedeuteten fast 60.000 Euro für jeden Klub, heißt es.

Die FIFA habe aber noch keinen Verteilmechanismus festlegen können, schreibt der "Guardian". Das Geld ist eigentlich dazu gedacht, dass die gesamte Fußballwelt von der umstrittenen Klub-WM profitiert - und nicht nur die teilnehmenden reichen Klubs. Das war das Ergebnis einer Einigung zwischen den mächtigen europäischen Klubs und der FIFA. Der FC Chelsea, der das Turnier im vergangenen Sommer in den USA gewann, erspielte sich fast 100 Millionen Euro als Prämie. Die umgerechnet 845 Millionen Euro an Siegprämien sind laut dem Bericht schon ausgeschüttet.

Besonders bei kleineren Ligen wachse der Unmut, dass das Geld nicht ausgeschüttet sei, schreibt der "Guardian". Ein nicht namentlich genannter Funktionär einer kleineren europäischen Liga erklärte der Zeitung, dass trotz mehrerer Nachfragen nicht klar sei, wann das Geld fließen würde. Auch wenn es voraussichtlich nur um eine fünfstellige Summe geht, könne das schon eine Rettungsleine sein, wird er zitiert. Gerade kleinere Ligen bewegten sich in einem Umfeld mit unsicheren TV-Verträgen. Häufig sind das aber die Haupteinnahmequellen. Ähnliche Erfahrungen hätten auch Ligen auf anderen Kontinenten gemacht, schreibt der "Guardian".

Es gibt aber nicht nur Kritik an der FIFA, die sich auf eine Anfrage der Zeitung nicht äußerte. Die Frage, wie das Geld aufgeteilt wird, ist ein heikles politisches Thema. Dem Bericht zufolge kann der Weltverband nicht einfach auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen. Einzig in der UEFA sei es üblich, solche Solidaritätszahlungen auszuschütten. Es sei nicht ausgeschlossen, dass nicht jeder Klub die Summe erhalte. Zudem schickten die Kontinentalverbände unterschiedlich viele Mannschaften. Aus Afrika waren etwa nur vier Vertreter dabei, aus Europa waren es zwölf.

Die Klub-WM der FIFA fand im vergangenen Sommer erstmals in dieser Form mit 32 Teams statt. Über einen Monat spielten Vereinsmannschaften aus der ganzen Welt in den USA gegeneinander - wie es vorher nur bei den Nationalteams üblich war. Das ganze Projekt, das von FIFA-Präsident Gianni Infantino vorangetrieben wurde, war höchst umstritten. Vor allem die Belastung war ein großes Thema: Vielen Fußballern fehlte der Sommer, um sich von ihren vollgepackten Terminkalendern zu erholen. Dafür kassierten die Teilnehmer jedoch astronomische Summen.

Aus Deutschland waren der FC Bayern und Borussia Dortmund dabei, die beide im Viertelfinale ausschieden. Vor allem die Münchner bezahlten die Turnier-Teilnahme teuer: Nationalspieler Jamal Musiala verletzte sich beim 0:2 gegen Paris St. Germain schwer - und fiel ein halbes Jahr aus.

Quelle: ntv.de, ses

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