Fußball

"Messi wäre das nicht passiert" Niemand kommt, um Fußballstar zu erlösen

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Marten de Roon (rechts) und Robin Gosens (links) machten schlechte Erfahrungen mit guten Trikot-Ideen.

(Foto: picture alliance / Newscom)

Ein Fußballprofi möchte ausgesuchten Fans etwas Gutes tun, die großartige Idee geht aber schwer nach hinten los. Doch statt die Sache unter den Tisch zu kehren, macht sich Marten de Roon einfach über sich selbst ein bisschen lustig. Untypisch und deshalb so gut.

Marten de Roon ist ein waschechter Fußballstar: Der Niederländer spielt für den Champions-League-Teilnehmer Atalanta Bergamo in der Serie A an der Seite des deutschen Nationalspielers Robin Gosens. Für sein Land spielt de Roon auch, 27-mal schon. Bei der Europameisterschaft im Sommer stand er in drei von vier Spielen für Oranje in der Startformation. Seinen aktuellen Marktwert beziffert das Portal transfermarkt.de auf 23 Millionen Euro. All das schützt den 30-Jährigen aber nicht vor einer bitteren Erfahrung: Er durfte niemandem sein Trikot schenken.

Dabei hatte er sich extra Zeit und Kreditkarte genommen und sich an einem Tag im Fanshop von Atalanta Bergamo bereitgestellt, um den ersten drei Fans, die sich sein Trikot mit der Rückennummer 15 kaufen wollten, ihren Einkauf zu bezahlen. Es wurde ein langer Tag, den der Mittelfeldspieler - für Profisportler durchaus überraschend - selbstironisch in einem launigen Social-Media-Clip verarbeitete. Denn das Problem an der guten Idee war: Es kam offenbar niemand, der sich ein "de Roon"-Jersey kaufen wollte. So konstatiert de Roon am Ende des langen Clips voll mit Warten und Puzzlen aber ohne Signieren und Bezahlen: "Ich glaube nicht, dass das Messi auch passiert wäre".

Ein prächtiger Scherz auf seine eigenen Kosten ist de Roon mit dem Clip jedenfalls gelungen. Wirklich überraschend ist das nicht, denn der Mann mit den prägnant abstehenden Ohren wird schon lange in den sozialen Medien positiv verhaltensauffällig: Einen eigenen gewaltigen Fehlschuss während der Europameisterschaft präsentiert er selbstironisch mit einem eigenen Clip: In ein eigenes Bild in Aktion ließ er ein Urlaubsfoto in seine Hand montieren und kommentierte es mit "Ein Urlaubsfoto zu deinem ersten Saisonspiel mitzubringen, war offensichtlich doch ein Scherz der Kollegen." Sein Instagram-Account, auf dem er seine knapp 200.000 Fans unregelmäßig unterhält, ist überschrieben mit einer "Zusammenfassung des Fußballprofiseins in Italien: Wenn wir gewinnen, bekomme ich den besten Platz (im Restaurant) und muss das Essen nicht bezahlen. Wenn wir verlieren, muss es meine Frau abholen."

Ronaldos Trikot? "No!"

In Bergamo ist man derweil dabei, mit verunglückten Trikot-Ideen eine launige Tradition zu begründen. 2019 war es, als der deutsche Nationalspieler Robin Gosens mit Atalanta Bergamo Juventus Turin aus dem Pokal geschossen hatte. Im Triumph setzte es aber eine Klatsche - und Cristiano Ronaldo war schuld. "Nach dem Spiel gegen Juve versuchte ich, mir einen weiteren Traum zu erfüllen und das Trikot von CR7 abzugreifen. Das wäre ein absolutes Highlight in meiner Sammlung gewesen", schreibt Gosens in seiner Autobiografie. "Als ich bei ihm angelangt war und fragte: 'Cristiano, can I maybe have your Jersey?', schaute er nicht mal auf, sondern sagte beim Weiterlaufen nur 'No!'. Aua! Ich lief, glaube ich zumindest, komplett rot an und schämte mich sogar für einen kurzen Augenblick." Später überraschten ihn die Mitspieler in der Kabine mit einem Trikot des portugiesischen Superstars. Gekauft freilich, in einem Online-Fanshop.

Für de Roon könnte mithilfe eines Mitspielers doch noch alles gut werden: Unter dem Instagram-Beitrag versprach Mitspieler Matteo Pessina: "Ich kaufe dein Trikot, Marten!"

Quelle: ntv.de, ter

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