Fußball

Teddybären! Und! Plüsch! Österreicher verhökern Stadionnamen

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Nun wird's hier kuschelig.

(Foto: imago sportfotodienst)

Irgendein Scherz mit kuschelig läge nun auf der Hand. Doch es ist schrecklich. Das Grauen kommt mit der Tombola. Und jetzt spielt der österreichische Fußball-Zweitligist SC Wiener Neustadt tatsächlich im Teddybären-und-Plüsch-Stadion.

Nun also Teddybären-und-Plüsch-Stadion. Der österreichische Fußball-Zweitligist SC Wiener Neustadt spielt tatsächlich ab sofort dieses Jahres im Teddybären-und-Plüsch-Stadion. Gut, in einer Liga, die Sky-go-Erste-Liga heißt, scheint alles möglich. Also auch, das ein Klub in der Winterpause die Namensrechte an seiner 60 Jahre alten Spielstätte an der Giltschwertgasse 81 verlost und eine deutsche Firma aus Mannheim gewinnt, die auf Ebay - Sie ahnen es - Spielzeug verkauft. Jeder, der "ein oder mehrere Lose zum Preis von 500 Euro pro Stück erwirbt", könne teilnehmen, hatte der Verein geworben.

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Und Katja Putzenlechner vom Klubvorstand der Niederösterreicher hat ja durchaus recht, wenn sie sagt: "Unser Name ist sicher einzigartig." Sie habe "am Tag nach der Verlosung mit dem Firmenchef gesprochen. Er ist hocherfreut". Sebastian Hartmann heißt der glückliche Gewinner, sein Laden heißt tatsächlich Teddybären&Plüsch, nur zu einer ordentlichen Präsenz im Internet hat es noch nicht gereicht. Der Seite weltfußball.at sagte er, dass er ein einziges Los gekauft habe. Ansonsten sei es so: "Ich finde den Namen nicht schlecht. Ich habe in manchen Medien gelesen, dass die Wiener Neustädter im Abstiegskampf wie Kuschelbären spielen. Von daher passt es vielleicht sogar ganz gut." Das ist unglaublich witzig, da freut sich der Fan.

Liste des Grauens

Aber der wird ja nicht gefragt. Ebenso wenig wie in Fürth, wo der Zweitligist von 1997 bis 2010 im Playmobil-Stadion spielte. Danach hieß das Ding Trolli-Arena. Und nachdem der Sponsorenvertrag ausgelaufen ist, hieß die Spielstätte zwischenzeitlich schlicht Stadion am Laubenweg; und mittlerweile, ganz traditionell, Sportpark Ronhof - allerdings mit dem Zusatz: Thomas Sommer. Der in Fürth geborene Immobilienhändler hat sich die Namensrechte bis 2021 gesichert.

Überhaupt ist es so, dass es an schlechten Vorbildern nicht mangelt, hier eine unvollständige Liste des Grauens: das Glücksgas-Stadion in Dresden; das PokerStars.de-Stadion an der Lohmühle in Lübeck; die Coface-Arena in Mainz; DAS.GOLDBERG (ja, in Versalien) Stadion des SV Grödig, die Keine Sorgen Arena (ja, ohne Bindestriche) des SV Ried und das Ertl-Glas-Stadion des SKU Amstetten, alle, natürlich, in Österreich; das Sparda-Bank-Hessen-Stadion auf dem Bieberer Berg in Offenbach; die Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg; das Rewirpowerstadion in Bochum, das jetzt wieder Ruhrstadion heißt, allerdings mit einem Vonovia vorneweg. Es ist eine Qual.

Vorstand Putzenlechner ficht das nicht an: "Es ist teilweise schwierig, Sponsoren zu akquirieren. Wir versuchen einfach, das Optimum für unseren Fußballverein herauszuholen." Wie viel ihr Klub nun tatsächlich mit dieser Aktion eingenommen hat, sagte sie nicht. Der Name jedenfalls - Teddybären-und-Plüsch-Stadion - wird bis Juni dieses Jahres in sieben Heimspielen präsent sein, dann heißt die Anlage mit ihren 7700 Plätzen wieder Wiener Neustädter Stadion - mutmaßlich bis zur nächsten Tombola.

Quelle: ntv.de