Fußball

Aus nach Last-Minute-Videobeweis Pariser Debakel entsetzt Trainer Tuchel

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Ungläubig: Thomas Tuchel hat keine Erklärung dafür, wie seine Mannschaft das Rückspiel gegen Manchester United so vergeigen konnte.

(Foto: www.imago-images.de)

Für Manchester United könnte die Lage viel schlechter nicht sein: Mit einer 0:2-Hypothek glaubt niemand an das Champions-League-Wunder bei Paris St. Germain. Das aber tritt ein - weil zwei PSG-Stars fatal patzen und es einen Videobeweis gibt, der den verletzten Neymar richtig wütend macht.

Die sehnsüchtigen Titelträume von Thomas Tuchel und Paris St. Germain sind dramatisch geplatzt, die "Mission Henkelpott" ist wieder krachend gescheitert: Das Star-Ensemble verspielte am Mittwochabend im Prinzenpark durch die 1:3-Niederlage im Achtelfinal-Rückspiel gegen Manchester United im dritten Jahr in Folge den Viertelfinal-Einzug in der Fußball-Champions-League. Das Hinspiel im Old Trafford hatte PSG mit 2:0 gewonnen.

In Paris verwandelte Marcus Rashford (90.+4) ganz spät einen Elfmeter nach einem Handspiel von Presnel Kimpembe und brachte United erstmals seit 2014 wieder ins Viertelfinale - zugleich stellt Manchester nun die erste Mannschaft in der Geschichte, der nach einer Heimniederlage im Hinspiel mit mindestens zwei Toren am Ende doch noch weiterkam. 106 Mal zuvor hatten Klubs das vergeblich versucht.

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Triumph im Prinzenpark: Romelu Lukaku.

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Der belgische Stürmerstar Romelu Lukaku hatte den von Personalsorgen geplagten Red Devils - Trainer Ole Gunnar Solskjaer musste unter anderem auf Paul Pogba (gelbgesperrt), Jesse Lingard, Anthony Martial, Juan Mata und Alexis Sanchez verzichten - nach grobem Schnitzer des deutschen Nationalspielers Thilo Kehrer zu einem Blitzstart (2.) verholfen. Er nutzte auch einen weiteren Patzer, diesmal von Torwart-Ikone Gianluigi Buffon, zum Doppelpack (30.). Der ehemalige und im vergangenen Herbst von Uli Hoeneß attackierte Bayern-Profi Juan Bernat (12.) hatte auf Vorlage des französischen Weltmeisters Kylian Mbappe für den Ausgleich gesorgt.

"Bleibe Unterstützer des Videobeweises"

"Entsetzlich und grausam" fühle sich das Ausscheiden an, erklärte ein sichtlich angeschlagener Tuchel. Ein Triumph in der Champions League war das große Ziel des Pariser Luxus-Ensembles. Den Verlust seines Arbeitsplatzes muss er indes nicht fürchten. "Ich habe Vertrauen in ihn und seine Entscheidungen", sagte Klubchef Nasser al-Khelaifi: "Wir müssen uns beruhigen, das Ganze analysieren und schauen, was der Coach will." Die Umstände des Ausscheidens waren tatsächlich dramatisch.

Schiedsrichter Damir Skomina aus Slowenien hatte in der Nachspielzeit zunächst nicht auf Strafstoß erkannt, änderte seine Meinung aber nach dem Videostudium. "Ich bin ein großer Unterstützer des Videobeweises, und ich bleibe ein großer Unterstützer des Videobeweises", sagte Tuchel: "Ich hatte den Eindruck, dass der Schuss über das Tor gegangen wäre. Deshalb tut es brutal weh."

Im Gegensatz zu seinem Trainer gab der verletzte Superstar Neymar - auch sein Alphatier-Sturmpartner Edinson Cavani - fehlte, den Schiedsrichtern die Schuld am Scheitern. "Es ist eine Schande", schimpfte der Brasilianer: "Da sitzen vier Leute, die keine Ahnung vom Fußball haben, und schauen sich eine Zeitlupe vor dem Fernseher an." Tuchel nahm Neymar in Schutz: "Manchmal sagt man Dinge, die man ein paar Stunden später wieder zurück nimmt."

Den Grund für das Aus sah Tuchel ohnehin woanders: Er beklagte, dass seine Mannschaft hoch überlegen war, kaum Chancen zuließ und dann die drei Tore hinnehmen musste, die Manchester brauchte. "Ich habe keinen Weg, das jetzt zu analysieren. Das ist ein Schock. Ich brauche ein oder zwei Tage Pause. Ich möchte nach Hause. Ich möchte nicht mehr sprechen und nicht mehr denken."

Quelle: n-tv.de, tno/sid/dpa

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