Fußball

"Er ist ein Top-Trainer" Pochettino wird plötzlich Fall für FC Bayern

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Mauricio Pochettino ist beim FC Bayern beliebt - und bald auch angestellt?

(Foto: imago images/Action Plus)

Während Jose Mourinho nun wieder einen Job hat, wird für den FC Bayern der Trainer ein Thema, der bei Tottenham Hotspur gehen musste: Mauricio Pochettino. Der Argentinier ist äußerst beliebt beim Fußball-Bundesligisten - und könnte Hansi Flick beerben.

Zwischen dem Aus für Teammanager Mauricio Pochettino bei Tottenham Hotspur und der Verkündung von Jose Mourinho als Nachfolger lagen gerade mal elf Stunden - und ein Trainerbeben, dessen Druckwellen sich bis nach München ausbreiteten. Während das Mutterland des Fußballs über die Rückkehr von "The Special One" Mourinho diskutiert, hat der FC Bayern bei seiner Trainersuche plötzlich eine neue Option: Pochettino.

"Er hat es in Tottenham über Jahre top gemacht", sagte der Münchner Nationalspieler Joshua Kimmich über den Argentinier, "sie hatten eine Riesenkonstanz in den letzten Jahren, waren immer vorn mit dabei, mit dem Highlight Champions-League-Finale. Er ist ein Top-Trainer". Aber, fügte Kimmich an: "Ich weiß nicht, ob er für uns infrage kommt." Das muss die bayerische Trainerfindungskommission mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic beantworten. Zumindest Salihamidzic wird nachgesagt, er sei ein "Fan" von Pochettino. Schon vor dem Engagement des inzwischen geschassten Niko Kovac 2018 soll er bei ihm angefragt haben, beim Audi Cup im vergangenen Sommer in München wurde der Kontakt intensiviert.

Laut Rummenigge soll zwar Hansi Flick die Bayern "bis Weihnachten und möglicherweise darüber hinaus" anleiten. Mit Pochettino ist aber nun plötzlich der gesuchte große Name frei - anders als die zuletzt für Sommer gehandelten Josep Guardiola, Thomas Tuchel oder Erik ten Hag. Pochettino gilt als Entwickler mit großem Einfühlungsvermögen, aber: Einen Titel hat der 47-Jährige noch nicht gewonnen.

Chelsea-Liebe offenbar erloschen

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Mourinho ist "begeistert" von Tottenham.

(Foto: imago images / Motorsport Images)

Ganz anders als Mourinho, der bereits 20 große Pokale holte. "In Jose haben wir einen der erfolgreichsten Teammanager im Fußball", sagte Spurs-Präsident Daniel Levy: "Er hat einen riesigen Erfahrungsschatz, kann Teams inspirieren und ist ein großer Taktiker. Wir glauben, dass er neue Energie und Selbstvertrauen in die Kabine bringen wird."

Mourinho, dem sein Vertrag bis 2023 umgerechnet 17,5 Millionen Euro pro Saison einbringen soll, schwärmte von seiner neuen Aufgabe. "Die Qualität in der Mannschaft begeistert mich", sagte der Portugiese. Mit Spielern wie Kapitän Harry Kane oder Christian Eriksen zu arbeiten, "ist das, was mich gereizt hat". Dabei hatte Mourinho 2015 noch betont, er würde ein Angebot der Spurs ausschlagen, weil er die Fans seines Ex-Klubs FC Chelsea "zu sehr liebe".

Gascoigne erwartet "unglaublichen Teammanager"

In Tottenham wird seine Verpflichtung mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Viele Anhänger, aber auch Kane betrauerten das Pochettino-Aus nach fünfeinhalb Jahren. Er werde seinem "Freund ewig dankbar sein", schrieb der Kapitän in den sozialen Netzwerken. Die Klub-Legende Gary Lineker twitterte, einen besseren Ersatz werde es "nicht geben". David Lammy, der den Londoner Stadtteil im englischen Parlament vertritt, attestierte Mourinho ein Ego "größer als unser neues Stadion". Paul Gascoigne dagegen war "hoch erfreut" und lobte ihn als "unglaublichen Teammanager".

Sein Debüt feiert der vor elf Monaten bei Manchester United entlassene Coach am Samstag im London-Derby bei West Ham United, in zwei Wochen geht's nach Old Trafford. Am 11. Dezember gastieren die Spurs in der Champions League - beim FC Bayern.

Quelle: ntv.de, Marco Mader, sid