Fußball

WM-Vergabe nach Katar Polizei nimmt Ex-Uefa-Boss Platini fest

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In Polizeigewahrsam: Michel Platini.

(Foto: imago images / PanoramiC)

Der frühere Uefa-Präsident Michel Platini wird laut einem Agenturbericht von der französischen Polizei festgenommen. Hintergrund sei eine Ermittlung zur WM-Vergabe nach Katar, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP und beruft sich auf namentlich nicht genannte Justiz-Quellen.

Der für alle Fußballaktivitäten gesperrte frühere Uefa-Präsident Michel Platini ist laut einem Agenturbericht von der französischen Polizei in Gewahrsam genommen worden. Grund sei eine Ermittlung zu der umstrittenen Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 nach Katar.

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Joseph Blatter und Platini bei der WM 2014 in Brasilien.

(Foto: imago/Sven Simon)

Die zuständige Staatsanwaltschaft war drei Tage vor Platinis 64. Geburtstag zunächst nicht für eine Bestätigung zu erreichen. Französische Medien berichten, der 63 Jahre alte ehemalige Kapitän der französischen Nationalmannschaft werde in den Räumlichkeiten der Anti-Korruptions-Abteilung der Kriminalpolizei im Pariser Vorort Nanterre verhört. Es bestehe der Verdacht der "aktiven und passiven Korruption". Weitere Einzelheiten gibt es noch nicht.

Platini war von der Fifa-Ethikkommission 2015 für acht Jahre für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt worden, der Bann wurde später auf vier Jahre reduziert. Grund war eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die er 2011 von Ex-Fifa-Chef Joseph Blatter erhalten hatte. Laut Blatter und Platini handelte es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis Fifa-Arbeit in den Jahren 1998 bis 2002.

Sperre läuft im Oktober aus

Platini galt vor seiner Sperre als Favorit auf die Nachfolge von Blatter als Präsident des Weltverbandes. Nach seinem Ausschluss setzte sich überraschend sein ehemaliger enger Vertrauter Gianni Infantino bei der Wahl zum Weltverbands-Boss durch. Platinis Sperre läuft im Oktober dieses Jahres aus. Ob der ehemalige Weltklasse-Spieler wieder in die Sportfunktionärswelt zurückkehren kann, ist nun offener denn je.

Die Fifa hatte die WM Ende 2010 an Katar vergeben. Das Emirat setzte sich überraschend gegen den Mitbewerber USA durch. Unmittelbar nach der Vergabe wurden Korruptions- und Vertuschungsvorwürfe laut. In dem Fall wird nach Angaben aus Justizkreisen auch der frühere Generalsekretär des Elysée-Palastes, Claude Guéant, verhört.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/AFP

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