Fußball

Chaos-Tage gehen weiter RW Erfurt kann Gehälter wohl nicht zahlen

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Die Fans von Rot-Weiß Erfurt haben längst genug von den Querelen in ihrer Vereinsführung.

imago/Karina Hessland

Die Querelen bei Rot-Weiß Erfurt scheinen kein Ende zu finden. Dem Fußball-Drittligisten droht sportlich der Abstieg. Und Abseits des Steigerwaldstadions versinkt der Klub bereits jetzt im Chaos. Offenbar müssen die Kicker des Klubs um ihre Löhne bangen.

Die Krise beim FC Rot-Weiß Erfurt verschärft sich. Offenbar kann der Fußball-Drittligist nach dem Machtwechsel an der Vereinsspitze die Spielergehälter nicht zahlen. Das berichtet der MDR. Demnach hat der frisch gekürte Präsident Frank Nowag keinen Zugriff auf die Vereinskonten. Nowag sagte dem Sender, er werde die Gehälter in Höhe von etwa einer Viertelmillion Euro deshalb gemeinsam mit Aufsichtsratschef Peter Kästner vorstrecken. Neben der Entlassung des bisherigen Geschäftsstellenleiters habe Nowag bestätigt, dass das langjährige Steuerbüro des Klubs sein Mandat niedergelegt hat.

Damit gehen die Chaos-Tage beim Tabellenschlusslicht der 3. Liga weiter. Nach tagelangem Gezerre um die Vereinsführung war der bisherige Präsident Rolf Rombach vergangene Woche zurückgetreten. Zuvor war er bereits am 1. November vom Aufsichtsrat abgesetzt worden, drei Tage später übernahm er allerdings wieder den Posten vom zwischenzeitlichen Präsidenten Nowag. Nun steht Nowag erneut an der Spitze des Krisenklubs vom Steigerwaldstadion.

Hat noch jemand den Überblick?

Der 46-Jährige übernimmt das Ruder eines offenbar hoch verschuldeten und chaotisch organisierten Vereins. Wie Nowag in der "Thüringischen Landeszeitung" sagte, liegt die Gesamtverschuldung des Klubs bei mindestens 6,5 Millionen Euro. Für die Mitgliederversammlung am 1. Dezember kündigte er an, die Situation des Vereins offenzulegen. Eine einfache Aufgabe scheint dies nicht zu sein - das Portal "Thüringen 24" berichtet von spurlos verschwundenen Spielerverträgen und angeblich verschlossenen Aktenschränken.

Die Thüringer liegen in der dritten Liga nach 15 Spieltagen mit zehn Punkten auf dem letzten Platz. Im Oktober hatte sich der Klub vonTrainer Stefan Krämer getrennt. Seinen Posten übernahm der sportliche Leiter des Nachwuchszentrums, David Bergner. Mit ihm holte RWE aus vier Partien einen Punkt. Zudem scheiterte der Klub im Achtelfinale des Thüringen-Pokals - gegen den Rivalen aus Jena. Vor wenigen Tagen war Zweitligist Dynamo Dresden zu einem Benefizspiel in die thüringische Landeshauptstadt gereist. Die Erfurter Niederlage sahen nicht einmal 2000 Zuschauer.

Quelle: n-tv.de, cri/jwu/dpa

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