Fußball

Vorfall am Nachwuchs-Campus Rassismusvorwürfe gegen Bayern-Trainer

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Ein Trainer der Nachwuchsabteilung vom FC Bayern München soll Jugendspieler rassistisch beleidigt haben.

(Foto: imago/MIS)

Beim FC Bayern München soll ein Trainer in der Jugendabteilung laut einer Medienrecherche rassistische Beleidigungen von sich gegeben haben. Chat-Verläufe und Briefe an die Vereinsspitze belegen das angeblich. Der Fußballklub bestätigt nichts - und soll bisher kaum auf die Vorwürfe reagiert haben.

Der FC Bayern München sieht sich mit schweren Rassismusvorwürfen gegen einen Vereinsmitarbeiter im Nachwuchsleistungszentrum konfrontiert. Der Mann sei schon lange unter anderem als Trainer in der Jugendabteilung aktiv, berichtet das Magazin Sport Inside des WDR. In Diskussionen um die Verpflichtung von Spielern soll der Mitarbeiter rassistische Ausdrücke verwendet haben. Eine offizielle Stellungnahme will der FC Bayern zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeben. Der Fall werde aktuell aufgearbeitet, wie es auf Anfrage hieß hieß.

Dem Hintergrundmagazin liegen nach eigenen Angaben Chat-Verläufe und auch anonyme Briefe vor. Sie legten auch nahe, dass der FC Bayern bisher viel zu wenig auf die Vorwürfe reagiert hat. Der WDR-Bericht zitiert auch aus den Chats, in denen sich ein Teilnehmer mit dem Namen des besagten Mitarbeiters mehrfach eindeutig rassistisch geäußerte habe. In einem Fall soll er das Foto eines Lastwagens mit der Aufschrift "Bimbo" gepostet und darunter geschrieben haben: "Transport. Hier werden die Neger von A nach B transportiert." Der Post sei anschließend von weiteren Mitgliedern des Gruppenchats, laut WDR andere Trainer oder Scouts des Vereins, mit Smilies zustimmend kommentiert worden sein. In den Briefen, der letzte stammt vom Oktober 2019, die womöglich von Eltern von Jugendspielern stammen und die an die Vereinsspitze gerichtet waren, werden demnach ebenfalls Vorwürfe gegen den Bayern-Mitarbeiter erhoben.

Bayern bestätigt Briefe

Ging es um Verpflichtungen von Spielern, soll der Trainer ebenfalls rassistische Ausdrücke verwendet haben. In einem Fall würden Name, Größe und Gewicht eines potenziellen Neuzugangs von ihm so kommentiert: "Fette Sau. Ein Neger, oder." Spieler würden von ihm als "Drecks-Türke" oder "Kanake" bezeichnet, Vorschlägen zu Verpflichtungen von Spielern mit mutmaßlichem Migrationshintergrund soll er kommentiert haben mit den Worten: "Nachname gefällt mir nicht." Die Chats sollen schon zwei Jahre alt sein, aber jetzt erst an die Öffentlichkeit gelangt sein, weil im Nachwuchsleistungszentrum mehrere Personalrochaden stattgefunden hätten.

Der FC Bayern beschäftigt sich nun in einer internen Untersuchung mit den Rassismus-Vorwürfen. Die Chat-Inhalte der Whatsapp-Gruppe innerhalb der Jugendabteilung waren in der vergangenen Woche über einen Twitter-Account mit dem Namen des Mitarbeiters öffentlich gemacht worden. Den Account bezeichnete der Klub auf WDR-Anfrage als "Fake-Account". Der Verein prüft den Wahrheitsgehalt der Nachrichten, wie zu erfahren war, und bestätigte die Existenz von drei Briefen.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa