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Erfolg bei Zidanes Rückkehr Real Madrid dreht die Uhr zurück

Alles wie früher: Sergio Ramos verteidigte bei der Zidane-Rückkehr vor Keylor Navas.

Alles wie früher: Sergio Ramos verteidigte bei der Zidane-Rückkehr vor Keylor Navas.

(Foto: imago images / Action Plus)

Real Madrid hat mit der Verpflichtung von Zinedine Zidane einen Schritt zurück gemacht und sich in der eigenen erfolgreicheren Vergangenheit bedient. Der Erfolgstrainer seinerseits setzt erstmal auf bewährte Muster. Für Celta Vigo hat das im Spiel eins einer erhofften Ära gereicht.

Die Bühne war die passende, der Gegner eher nicht: Celta Vigo, Tabellen-13. der Primera Division, kam als Ensemble von Statisten zum Start der zweiten Amtszeit von Zinedine Zidane ins Estadio Santiago Bernabeu. Aber weil internationale Feiertage mit den anderen Großklubs dieser Welt bekanntlich bis zum Sommer ausfallen werden, muss man halt nehmen, was kommt. Und es war ja schließlich auch einigermaßen egal, gegen wen der übergalaktische neue Trainer die Rückkehr Reals zu altem Glanz eingeleitet werden würde – spannend war vor allem das "mit wem". Und Zidane gab eine klare Antwort: Mit dem Personal, auf das er sich schon in seiner ersten Amtszeit verlassen konnte, die "alte Garde".

Mit Linksverteidiger Marcelo und Stürmer Isco beorderte der Franzose zwei Feldspieler wieder in die Startaufstellung, die zuletzt unter Vorgänger Santiago Solari keine Rolle mehr gespielt hatten. Keylor Navas kehrte ins Tor zurück, Thibaut Courtois, der erst zur laufenden Saison für 35 Millionen Euro vom FC Chelsea gekommen war, musste seinen Platz räumen. "Für Zidane gibt es keine Diskussionen: Navas ist sein Torwart. Das Vertrauen in ihn ist absolut", meinte die Zeitung "Marca" und fügte hinzu, es scheine "ZZ" nicht zu stören, dass diese Entscheidung im Club vermutlich heftige Debatten auslösen werde. Zidane betonte später beschwichtigend, Courtois werde künftig auch wieder eingesetzt: "Ich habe eine Mannschaft mit 25 Spielern und werde auf jeden einzelnen von ihnen zählen."

Die guten, alten Zeiten - sind sie zurück?

Etwas überraschend durfte auch 100-Millionen-Stürmer Gareth Bale von Beginn an ran, der Waliser gehört eigentlich nicht zu den Lieblingsspielern Zidanes und gilt als Wechselkandidat. Am Samstag trug Bale, auch er unter Solari nur Gelegenheitsarbeiter, mit seinem 2:0 dazu bei, dass Zidane, der Real Madrid zwischen 2016 und 2018 zu drei Champions-League-Titeln in Serie geführt hatte, eine gelungene Rückkehr an alte Wirkungsstätte feiern durfte: "Viel hat sich nicht verändert, ich fühle mich hier immer wie zu Hause", betonte der ehemalige Weltfußballer. Auch wie immer: Isco, unter Solari ausgebootet, traf unter Zidane, der Nationalspieler erzielte in der 62. Minute das 1:0. Real-Romantiker freuen sich schon über die Wiedergeburt der vor gar nicht so Langem so erfolgreichen Mannschaft: "Das war vielleicht nur ein Spiel, aber es fühlt sich schon an, als wären die guten Zeiten zurück", kommentierte die spanische Sportzeitung "Marca".

Marcelo kehrte unter Zidane wieder in die Startelf zurück.

Marcelo kehrte unter Zidane wieder in die Startelf zurück.

(Foto: imago images / Marca)

Glanzvoll war es aber noch nicht, was das neue alte Real Madrid ablieferte, im Gegenteil: Lange wirkte das Team, das zuletzt vier Heimniederlagen in Serie einstecken musste, völlig verunsichert, im Spielaufbau haperte es bisweilen bedenklich. Die Methode Zidane funktioniert nicht mit Handauflegen. "Madrid hat gewonnen, aber ohne Fanfaren, auch wenn das Spiel ein Gefühl von Hoffnung hinterlassen hat", schrieb ein Kommentator im Sportblatt "AS". Und Zidane weiß das. "Nicht alles war perfekt, aber es gab positive Dinge", sagte der 46-Jährige nach dem Abpfiff. "Wir hatten aber ja auch erst drei Trainingseinheiten. Ich hoffe, dass die nächste Partie besser wird als diese." Nun haben Team und Trainer dank der Länderspielpause viel Zeit, um miteinander zu arbeiten "und ein Gefühl füreinander zu bekommen", wie Zidane es nannte.

Immerhin: Zum ersten Mal seit neun Partien gelang Real mal wieder ein "zu Null" - und das hatte man auch Navas zu verdanken, dem beim Stande von 0:0 eine spektakuläre Parade gegen Maxi Lopez gelang. Alles richtig gemacht also, der dringend anstehende Umbruch ist aber erstmal wieder aufgeschoben. Das Real Madrid der Zukunft war zumindest am Samstag noch das Real Madrid der Vergangenheit.

Quelle: n-tv.de, ter/dpa

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