Fußball

Antrag abgelehnt: "Fluchtgefahr" Ronaldinho muss weiter im Gefängnis bleiben

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Ronaldinho bleibt weiterhin in Haft.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Das brasilianische Fußball-Idol Ronaldinho bleibt weiter in Paraguay im Gefängnis: Auch ein erneuter Antrag seiner Anwälte, den zweimaligen Weltfußballer freizulassen, scheiterte. Die Richter sorgen sich, dass der Angeklagte fliehen oder die Ermittlungen behindern könnte.

Brasiliens Ex-Weltfußballer Ronaldinho bleibt wegen seiner Fake-Pass-Affäre vorerst im Gefängnis. Ein Berufungsgericht wies am Freitag einen erneuten Antrag der Anwälte auf Freilassung des ehemaligen Weltfußballers zurück. Zwei Tage zuvor hatte bereits ein anderes Gericht einen Antrag auf Freilassung gegen Kaution oder auf Hausarrest abgelehnt. Ronaldinho war ebenso wie sein Bruder Roberto Assis nach seiner Einreise in Paraguay mit gefälschten Ausweisen verhaftet worden. Beide sitzen nach Angaben von Ronaldinhos Anwälten in einer kargen Gefängnis-Kaserne der Nationalpolizei in Paraguays Hauptstadt Asuncion.

"Die Fluchtgefahr und das Risiko der Behinderung der Ermittlungen, die die Grundlage der Haftmaßnahme gegen die Brüder Assis Moreira bilden, haben sich nicht geändert", teilten die Richter des Berufungsgerichts mit. Laut Staatsanwalt Federico Delfino seien bereits 16 Personen in den Skandal um gefälschte Pässe verwickelt.

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Im Gespräch mit dem TV-Sender NPY forderte am Montag Paraguays Staatspräsident Mario Abdo Benitez von seinem Innenminister Euclides Acevedo eine lückenlose Aufklärung "ohne Rücksicht auf Verluste". Und doch: "Ein Idol so zu sehen, das schmerzt", gestand selbst Benitez. Zuvor hatte Brasiliens Justizminister Sergio Moro, der daheim wegen seiner Verurteilung des ehemaligen Staatspräsidenten Luiz Inacio Lula da Silva einen Ruf als Hardliner genießt, sich bei Acevedo höchstpersönlich über den Stand der Ermittlungen telefonisch erkundigt. Ronaldinho ist erklärter Sympathisant von Brasiliens polarisierendem Regierungschef Jair Bolsonaro und zudem offiziell Tourismus-Botschafter für das nationale Fremdenverkehrsamt Embratur.

Eine ominöse 12.000-Euro-Überweisung

Der ermittelnde Staatsanwalt Osmar Legal stellte im Interview mit der Tageszeitung "Folha de S.Paulo" klar: "Die Verteidigung von Ronaldinho und Roberto basiert praktisch nur auf vermeintlichen Prozessfehlern. Die beiden werden aber nicht eher das Land verlassen, bis sie die wahren Informationen über den Zweck der falschen Ausweise vortragen."

Zumal die Anti-Korruptions-Behörde ein pikantes Detail veröffentlicht hatte. Laut des zuständigen Ministers René Fernández wurden im Dezember umgerechnet 12.000 Euro auf den Namen der Brüder auf ein Bankkonto transferiert, das der Abwicklung von Einbürgerungsanträgen dient. Das Geld läge aber immer noch dort.

Ronaldinho und sein Bruder waren am vergangenen Mittwoch mit gefälschten Papieren, die ihnen die paraguayische Staatsbürgerschaft bescheinigten, in Asuncion eingereist. Die Dokumente wurden aber erst Stunden später im Hotel von der Polizei einkassiert. Nach einer ersten Vernehmung am Donnerstag noch auf freien Fuß gelassen, veranlasste ein Richter am Freitag dann die Verhaftung der beiden.

Quelle: ntv.de, ter/sid

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