Fußball

Pleite gegen Mainz 05 Roses Abschiedstour startet mit spätem Schock

232706399.jpg

Marco Rose stehen anstrengende Wochen bevor.

(Foto: picture alliance / RHR-FOTO)

Seit Marco Rose seinen Abschied von Borussia Mönchengladbach zum Saisonende verkündet hat, herrscht große Unruhe am Niederrhein. Der 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga trägt kaum dazu bei, daran etwas zu ändern. Roses Mannschaft verliert gegen den Abstiegskandidaten Mainz 05.

Borussia Mönchengladbach - 1. FSV Mainz 05 1:2 (1:1)

Vier Tage vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen Manchester City wird die Situation für Marco Rose ungemütlich. Nach seinem angekündigten Abschied zum Saisonende verlor der Trainer von Borussia Mönchengladbach mit seinem Team beim 1:2 (1:1) gegen Mainz 05 das zweite Heimspiel gegen einen Abstiegskandidaten nacheinander und fällt nach vier sieglosen Spielen in Serie im Kampf um die europäischen Startplätze weiter zurück. Die zuvor aufgekommene Unruhe wegen Roses Wechsel zu Borussia Dortmund könnte sich verstärken. Der Tabellen-17. hingegen kam durch die Treffer von Karim Onisiwo (10. Minute) und Kevin Stöger (86.) zum zweiten Auswärtssieg der Saison und konnte den Abstand auf Rang 16 bis auf einen Punkt verkürzen. Lars Stindl (26.) traf für die Borussia.

Gladbachs Trainer war die Anspannung in seinem ersten Spiel nach Bekanntgabe seiner Entscheidung, den Klub zu verlassen, nicht anzumerken. Angekündigte Fanproteste vor der Geschäftsstelle kamen wegen der Sicherheitsvorkehrungen nicht zustande. Und nach dem schnellen Führungstreffer der Gäste durch Onisiwo, der Borussias Torhüter Yann Sommer mit einem Linksschuss ins lange Eck überraschte, hatte der Coach auch schnell andere Sorgen. Sein Team tat sich schwer gegen die in der Defensive mit einer kompakten Fünferreihe agierenden Gäste.

Einen zunächst gegebenen Foulelfmeter nahm Schiedsrichter Markus Schmidt nach Videoentscheidung wieder zurück. Dennoch traf der vorgesehene Strafstoßschütze Stindl dann doch noch aus elf Metern mit einem Flachschuss aus halblinker Position zum 1:1. Die Vorlage kam von Jonas Hofmann. Es war der zehnte Saisontreffer für Borussias Kapitän. Zehn Minuten später scheiterte Alassane Plea zunächst mit einem Flachschuss an Mainz-Keeper Robin Zentner und traf später nur das Außennetz.

1. FC Köln - VfB Stuttgart 0:1 (0:0)

Der 1. FC Köln hat seine kuriose Heimserie fortgesetzt und im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Die Kölner blieben durch das 0:1 (0:0) zum elften Mal seit dem Jahr 2000 in einem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart ohne Sieg. In dieser Saison war es die siebte Niederlage im elften Spiel in der heimischen Arena. Statt möglicher sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz nun nur drei Zähler. Und die auf Rang 16 stehenden Bielefelder haben noch ein Nachholspiel.

Das Polster auf den 1. FSV Mainz 05 und Platz 17 beträgt lediglich noch vier Zähler. Die Schwaben dürften sich mit nun elf Zählern Vorsprung auf Bielefeld der letzten theoretischen Zweifel am Klassenverbleib entledigt haben. Sasa Kalajdzic sorgte mit seinem zehnten Saisontor (49.) für den ersten Auswärtssieg nach zuvor drei Niederlagen hintereinander in der Fremde. Davor war der Aufsteiger noch die beste Auswärts-Mannschaft der Liga gewesen.

Die Gäste, bei denen Kapitän Gonzalo Castro nach drei Spielen Zwangspause wegen eines Muskelfaserisses zurückkehrte, begannen besser. Doch die erste Chance hatte der FC durch Ondrej Duda, der aus 14 Metern aber über das Tor schoss. Nach etwa 20 Minuten bekamen die Kölner plötzlich akustische Unterstützung. Einige Fans hatten sich hinter der Südkurve der natürlich wieder leeren Arena versammelt und sangen so laut, dass es bis ins Stadion-Innere zu hören war. Das Spiel blieb aber eine zähe Angelegenheit. Beide standen gut und geordnet und ließen im Spiel nach vorne nahezu jegliche Ideen und Kreativität vermissen.

Der Versuch von Duda blieb tatsächlich bis zur 45. Minute der einzige Torschuss des Spiels, ehe Konstantinos Mavropanos nach einem Eckball etwa zwei Meter über das Tor köpfte. Und es hatte immer noch kein Torhüter einen Ball gehalten, da fiel die Stuttgarter Führung. Nach einem Freistoß von Borna Sosa köpfte Kalajdzic den Ball ins lange Eck. Für den 23 Jahre alten Österreicher war es das fünfte Tor in den vergangenen vier Spielen und schon das fünfte Kopfball-Tor der Saison.

SC Freiburg - 1. FC Union Berlin 0:1 (0:0)

Auch ohne Rückkehrer Max Kruse hat der 1. FC Union Berlin seinen Negativlauf in der Fußball-Bundesliga gestoppt. Nach zuvor fünf Spielen in Serie ohne Sieg setzten sich die Köpenicker beim SC Freiburg mit 1:0 (0:0) durch. In einer erst im zweiten Durchgang etwas besseren Partie erzielte Grischa Prömel (64. Minute) per Kopf den Treffer des Tages. Dank des Sieges zog Union in der Tabelle am SC vorbei und verkürzte den Abstand auf die Europapokalplätze.

Die jüngste Negativserie merkte man den Berlinern nicht an. Fischers Mannschaft war von Beginn an die aktivere. Anstatt abzuwarten, griffen die Gäste früh an. Mehr als ein harmloser Fallrückzieher von Joel Pohjanpalo (16.), eine nachträglich abgepfiffene Großchance durch Christopher Lenz (20.) sowie ein Distanzschuss von Robert Andrich (29.) sprangen dabei aber nicht heraus. Rückkehrer Kruse schaute sich die mäßige Partie von draußen an und wurde nicht mehr eingewechselt.

Was vor den Ersatzbänken passierte, war teilweise sogar spannender als auf dem Spielfeld. Immer wieder beschwerten sich Streich und Fischer lautstark über Entscheidungen von Schiedsrichter Sören Storks. Von seiner Mannschaft bekam Streich bis dahin wenig zu sehen. Es dauerte bis zur 52. Minute, bis die Freiburger erstmals gefährlich wurden. Nach einer Flanke von Jonathan Schmid köpfte Lucas Höler den Ball aber nur auf das Tornetz. Zwölf Minuten später machte es dann Union besser. Anstatt über das Tor beförderte Prömel eine feine Hereingabe von Marcus Ingvartsen ins Netz. In der 83. Minute hätte der eingewechselte Petar Musa auf 2:0 erhöhen müssen, scheiterte aus spitzem Winkel jedoch am starken SC-Keeper Florian Müller.

Quelle: ntv.de, ter/dpa